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…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 02.März 2018

 

Seit gestern… – …ist das PCA (Partnership and Cooperation Agreement) zwischen der EU und den Philippinen in Kraft. Das freut EU-Botschafter in den Philippinen, Franz Jessen: “Die EU-Philippinen-Beziehungen sind nun fest verankert durch ein anspruchsvolles und gemeinsames Uebereinkommen. … Das PCA wird helfen die erweiterte Beziehung zwischen der EU und den Philippinen voranzutreiben, zu verbesserten politischen und wirtschaftlichen Banden beizutragen durch verbesserte Kooperation in einem weiten Feld von Gebieten wechselseitigen Interesses, einschlieszlich Justiz- und Sicherheits-Reform, Einwanderung, Handel- und Entwicklungs-Zusammenarbeit, regionale Herausforderungen, Umwelt- und politischen Dialogen.

Hoffentlich sehen das die Hansln im EU-Parlament auch so, die hier unter falscher Flagge hin und wieder durchsegeln und in das gegen Leila de Lima laufende Gerichts-Verfahren eingreifen mit dem Rat: erst Freispruch, dann Verhandlung vor Gericht.

Auszen-Minister Alan Peter Cayetano… – …hat sich mit dem islaendischen Auszen-Minister Gudlaugur Thor Thordarson in Genf an einen Tisch gesetzt. Er sagt hierzu: “Nach Erlaeuterung, warum die Philippinen ihre Kampgane gegen illegale Drogen starten mussten, habe ich Auszen-Minister Thordarson gesagt, er moege sich nicht auf mein Wort verlassen, sondern es waere am besten, wenn er zu Besuch kommt, sodass er sich selbst ein Bild der Situation machen kann.

Bekanntlich war es Thordarson, der sich dafuer einsetzte, dass die Philippinen Bericht-Erstatterin Agnes Callamard akzeptieren, worauf Cayetano in einer bemerkenswerten Rede antwortete, man moege beim Menschenrechts-Rat doch praktizieren, was man predigt, und den Philippinen ein ordnungs-gemaeszes Verfahren zubilligen, was von Callamard eben nicht zu erwarten ist (siehe gestern).

Wir werden sehen, ob Cayetano bei seinem islaendischen Kollegen durchdringen konnte, oder ob der lieber bei den westlichen Vorurteilen gegen die Philippinen bleibt.



Abu Sayyaf-Fuehrer erschossen – Da war schon mal am 22. Februar eine Meldung, dass die Malaysische Polizei 11 Verdaechtige in Johor und Sabah verhaftet hat, darunter 7 Filipinos, die in den Transfer von Anhaengern des IS (Islamic State) nach Mindanao involviert sein sollen. Nun melden “Straits Times” und “The Star”, dass in einer Plantage in Sabah, Malaysia, Nurhassan Jamiri mit zwei anderen Bewaffneten bei einem Schusswechsel mit Sicherheitskraeften getoetet wurde.

Nurhassan aus Basilan soll in einen Bomben-Anschlag auf einen Bus in Makati 2011 verwickelt sein, bei dem 5 Menschen starben. Er war bei den Terroristen, die Warren Rodwell, einen Australier, 2011 in Basilan entfuehrten und ueber ein Jahr festhielten. Er war Fuehrer einer Abu Sayyaf-Gruppe, zu der auch Mussana Jamiri gehoerte, der auf der Flucht vor der Polizei starb, als eine von ihm mitgefuehrte Bombe unbeabsichtigt explodierte. Man nimmt an, dass Nurhassan an der Belagerung von Marawi beteiligt war, sich aber nach Sabah absetzen konnte. Eine Verbindung mit den in Johor und Sabah verhafteten Terroristen wird vermutet.

Man arbeitet mit der philippinischen Polizei daran, auch die beiden anderen Terroristen zu identifizieren und hinter ihre Plaene zu kommen. Der IS lebt und sucht verzweifelt eine Bleibe, und da muss man an der “Hintertuer der Philippinen”, dem Sulu-Archipel zwischen Mindanao und Sabah ganz besonders gut aufpassen.

Das Damen-Kraenzchen bei “CNNPhil” – Es mag ja Zufall sein, dass mit Pia Hontiveros, Ruth Cabal, Pinky Webb und Cherie Mercado man bei “CNNPhil” fast nur Damen zu Gesicht bekommt. Wenn die sich dann mit Vorliebe auf Themen stuerzen, die mit Leila de Lima, Conchita Carpio-Morales, Maria Lourdes Sereno und derzeit auch Maria Ressa – eine Ex-“CNNPhil”-Mitarbeiterin, die ihren eigenen “Rappler”-Laden aufgemacht hat – zu tun haben und denen jede Moeglichkeit zur Stellungnahme zu ihren Themen geboten wird,  dann faellt einem alten Macho wie mir fast zwangslaeufig das Stichwort “Damen-Kraenzchen” ein.

Das ist ein chauvinistisches Vorurteil, geb ich zu, das aber wieder genaehrt wird durch ein “CNNPhil”-Interview mit – Leni Robredo. Die Vize-Praesidentin sieht Frauen in Fuehrungs-Positionen hier und heute in Schwierigkeiten: “Denken Sie drueber nach, wer sagt hier etwas? Senatorin Leila de Lima, Ombudsfrau Carpio Morales, die Oberste Richterin Sereno. Sie haben Dinge angesprochen und nun haben sie Probleme.

Als ihr dann auch noch das Stichwort gegeben wird, wie sie dazu steht, wieder in Dutertes Kabinett zu sein, laesst Robredo sich aus: “Ich stehe dem offen gegenueber, aber Sie wissen, es ist noetig, dass wir die Dinge diskutieren. Und wenn das kommt, muessen wir erstmal darueber reden. … Vielleicht werde ich dem Praesidenten sagen, dass ich sehr gern mit ihm arbeiten wuerde, ich wuerde gern unterstuetzen, was er tut. Doch wennn da Dinge sind, in denen wir nicht uebereinkommen, dann hab ich das zu sagen. Wenn ihm das Recht ist, dann okay.

Auszer von Robredo selbst habe ich nirgends gehoert oder gelesen, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte sie im Kabinett haben will oder dort vermisst. Vielleicht wuenscht sie sich ja dahin, um nicht in einer Reihe zu stehen mit – de Lima, Morales, Sereno und Ressa. Bei 80-prozentiger Beliebtheit des Praesidenten in der Bevoelkerung pisst man dem besser nicht an’s Bein, wenn man etwas werden will. Aber mit Praesident Duterte etwaige Bedingungen diskutieren, unter denen sie bereit waere mit ihm zu arbeiten? Ich zitierte schon mal, dass es auf den Philippinen einen Spruch gibt, nach dem der Ehemann das letzte Wort hat, und das laute: “Ja, Liebling!” Das passt aber gar nicht auf Duterte – kann sie vergessen!

So kann Robredo nur die Frauen-Karte spielen – wer leidet? wir Frauen – und sich dann staatstragend geben, da sie dem Praesidenten ja nichts nachtraegt, denn was sie damals gesagt hat, “das wurde falsch aufgefasst, vielleicht nicht von ihm… Da waren viele andere Leute um ihn, die eine andere Interpretation der Dinge hatten von den Dingen, die ich sagte oder tat. Es ist schwierig.

Das sind keine Nachrichten, das ist Life-style-Muell, wie auch das Gejammer um den Verlust der Presse-Freiheit bei “Rappler”, oder der Rausschmiss von Sereno durch ihre Kollegen beim Obersten Gericht, den “CNNPhil” als “wellness leave”-Debatte verkaufen wollte, mit ein bisschen “mani und pedi” – sprich: Erholung mit Manikuere und Pedikuere im Parlor einer Wellnes-Farm, oder so aehnlich. Zum Glueck haben sich Serenos Kollegen beim Obersten Gericht zu einer gemeinsamen Presse-Erklaerung aufgerafft, um den Bloedsinn nicht auf sich sitzen zu lassen. Ihr wurde en banc nahegelegt eine unbestimmte Auszeit zu nehmen, was sie dann auch tat. Wenn sie toent, sich auf ihre Verteidigung im Senat vorzubereiten und Zuversicht ausstrahlt, das durchzustehen, so kann ich das nur als Realitaets-Verlust verstehen. Was glaubt sie, wer sie ist, wenn sie meint, im Obersten Gericht wieder kollegial zu arbeiten, wo die Kollegen sie grad vor die Tuer gesetzt haben, weil sie genau diese Kollegialitaet nie zeigte, sondern selbstherrlich tat, was ihr in den Kopf kam? Ist diese “significant mental disturbance”, von der die Psychologin Geraldine Tria sprach (siehe gestern) vielleicht Groeszenwahn? Haelt Sereno sich fuer “Wonder Woman”?

Ganz so schlimm steht es um Leni Robredo nicht. In dem Interview sagte sie, dass sie keine Wiederwahl anstrebe und gleich gar nicht an eine Kandidatur fuer das Praesidenten-Amt denke. Die Erfahrung als Vize-Praesidentin reiche ihr: “Und nach der Erfahrung sagte ich mir, das tue ich mir nicht nochmal an. Ich hab keine politischen Ambitionen.

Da kann man nur aufatmen und hoffen, dass sie ihre Meinung nicht doch noch aendert.



Gemaesz “ManilaBulletin”, “GMANews”, “PhilStar”, “StraitsTimes”, “TheStar”, “CNNPhil”, “ManilaTimes”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

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