Willkommen bei PHILIPPINEN MAGAZIN   Click to listen highlighted text! Willkommen bei PHILIPPINEN MAGAZIN
LeutePolitikRedaktionellesWirtschaft

…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 09. November 2017 

 

Suedchinesisches Meer – Die Ankuendigung von Praesident Rodrigo Roa Duterte vor seinem Abflug gestern nach Da Nang, Vietnam, zum Treffen der APEC (Asia-Paicfic Economic Cooperation), dort mit dem chinesischen Praesidenten Xi Jinping in Sachen Suedchinesisches Meer Klartext reden zu wollen, ist heute Thema nicht nur hiesiger Blaetter, sondern es fand sich auch in “The Japan Times” wieder.

Duterte: “Es ist Zeit, ob bilateral oder im Plenum, ich sollte diese wichtige Angelegenheit zur Sprache bringen. … Aber worum geht es eigentlich? Wollt ihr die Passage kontrollieren oder haben wir freie Durchfahrt?

Duterte sagte frueher: “Wir sind mit China befreundet. Wir haben da eine Dankesschuld. Zu einer Zeit in unserem Leben oder im Leben der Filipinos, da waren sie da und haben uns Waffen gegeben, als wir keine hatten, und wir konnten es in Marawi ausfechten.” Er betonte aber auch, dass das keinen “Preis-Nachlass ~ bargaining chips” in Angelegenheiten bedeute, die das groeszere Interesse der Philippinen oder des Restes von Suedost-Asien betreffen. “Es ist an der Zeit, dass die ASEAN-Laender nicht China konfrontieren, sondern dass die uns klar machen, was sie wirklich wollen.” Es geht ja nicht nur um die Philippinen und China. “Tatsechlich ist es so, wenn ich nur China angehen koennte, oder wenn China allein waere – das ist das Problem. Aber ich sagte, dass da Laender mit ueberlappenden Anspruechen wetteifern. … Und gehe ich jetzt China an, muss ich auch die fuenf anderen angehen. Das waere so ein Gerangel, denn was China einem zugesteht, den Philippinen, muss es den anderen auch zugestehen.

Schon im August letzten Jahres betonte Duterte bei einer Rede in Anwesenheit des chinesischen Botschafters Zhao Jianhua, dass er den Spruch des Haager Schiedshofes, der Chinas Ansprueche im Suedchinesischen Meer ablehnt, nicht preisgibt: “Ich will den Spruch jetzt nicht verwenden, aber eines Tages, wenn ich Ihren Repraesentanten oder Ihnen gegenueber sitze, werde ich meine Position offenlegen. Und ich wuerde sagen, dass ich aus den vier Ecken dieses Dokumentes nicht rauskomme.

Ist dieser Tag nun gekommen?

Ankuendigungen sind so eine Sache, und es ist eine andere Frage, ob Xi Jinping auch meint, dass das der rechte Zeitpunkt sei, denn, wenn ich mal die “South China Morning Post” als Maszstab nehme, dann wird dort Dutertes Ankuendigung, darueber mit Praesident Xi Jinping reden zu wollen, mit keinem Wort erwaehnt. Es gibt dort aber einen Artikel, dass Duterte vor Abflug nach Vietnam sagte, mit US-Praesident Donald Trump nicht ueber Menschenrechte sprechen zu wollen, und Duterte wird zitiert mit den Worten: “Du hast eine Frage, ich geb dir eine Antwort. Lass mich in Ruhe! Das geht dich nichts an. Das ist meine Angelegenheit. Ich kuemmere mich um mein Land und werde es gesund erhalten.

Was ist, wenn Xi Jinping sagt “Lass mich in Ruhe!” und ueber andere Themen reden will?



Eine Retour-Kutsche… – …ist die Anzeige des Senators Antonio Trillanes gegen Senator Richard Gordon, der illegal Gelder aus dem PDAF (Priority Development Assistance Fund), besser bekannt als der “Schweinetopf ~ pork barrel”, den ich am Montag beschrieben habe, an das philippinische Rote Kreuz geschleust haben soll, dessen Vorsitzender Gordon ist – also quasi in die eigene Tasche, wenigstens soll dieser Eindruck erweckt werden.

Ueberlassen wir es dem Gericht herauszufinden, ob das mit rechten Dingen zuging. Unverkennbar ist, dass diese Anzeige die Rache des Trillanes dafuer ist, dass er im Senats-Ausschuss von Gordon zur Ordnung gerufen wurde, weil er unbedingt den Sohn des Praesidenten in die Untersuchung zum Schmu beim Zoll und im Zusammenhang mit einer Drogen-Lieferung einbeziehen wollte. Es gab einen Wort-Wechsel knapp unter der Handgreiflichkeits-Grenze, und Gordon, Vorsitzender des Ausschusses, reichte eine Beschwerde bei der Ethik-Kommission gegen Trillanes ein. Was dabei rauskommt, ist offen, hier dauert alles immer sehr lange, auf jeden Fall laesst ein Trillanes so etwas nicht auf sich sitzen, und deshalb zeigt er Gordon eben auch an. – Wie du mir, so ich dir.

Dazu steuert auch Jojo Robles in seiner Kolumne im “Manila Standard” bei und berichtet, dass die Sache ein Gschmaeckle habe, weil Trillanes selbst der groeszte Nutznieszer des “Schweinetopfes” war. Er zitiert Senator Nancy Binay, der 2015 sagte: “Ich wundere mich, ob Trillanes ein Liebling des [Budget-Ministers] Abad ist, denn als ich die Bereitstellungen fuer Trillanes berechnete, kam ich auf 245 Millionen Peso.” Stellt sich doch die Frage, wohin diese Gelder gegangen sind. Zu Trillanes’ Hinweis, dessen Anzeige sei “nichts Persoenliches”, bemerkt Robles, was der Senator da mal wieder serviere, sei dessen “ueblicher Rinderdung ~ usual bovine manure”, womit er das besser bekannte englische Wort fuer “Ochsenkot” umschreibt.

Eine Lachnummer… – …ist nach Meinung nicht nur von Praesident Duterte die Klage gegen Ex-Praesident Benigno Aquino. Duterte meint, es sei Bloedsinn, den Praesidenten anzuklagen, denn dann trage der fuer alles die Schuld, was in einem Land schief geht. Zum Einsatz eines eigentlich zu der Zeit suspendierten Polizei-Chefs, einer der Anklagepunkte, meint Duterte, dass der Praesident als Befehlshaber einsetzen kann, wen er will. Dass die Anklage albern sei, findet auch Jojo Robles in seiner Kolumne, doch nicht wegen der Anklage-Punkte, sondern weil der Hauptpunkt gegen Aquino von Ombudsfrau Conchita Carpio-Morales fallen gelassen wurde. Es geht nicht mehr um die Verantwortung fuer die 44 Toten der Sondereinheit, sondern nur noch um Bruch der Befehlskette und andere Kleinigkeiten. So spielt Morales die Rolle, meint Robles, die ihr zugedacht ist: Aquino vor groeszerem Unheil zu bewahren.



Entschuldigen sollte ich mich… – …fuer meine gestrigen leicht despektierlichen Aeuszerungen zu Bau-Fortschritten hierzulande. Doch leider hatte ich die Kolumne von Getsy Tiglao im “Manila Bulletin” gestern noch nicht gelesen. Mein Fehler, aber dafuer hat sie heute das letzte Wort.

Tiglao schreibt: “Als Mark Villar als Minister fuer Oeffentliche Arbeiten und Straszenbau ernannt wurde, waren die meisten Leute enttaeuscht… Der verbreitete Verdacht war, dass das nur eine Gegenleistung fuer die finanzielle Unterstuetzung von dessen Vater, Milliardaer Manuel Villar, fuer Dutertes Wahlkampf war.

Wahr oder nicht, Mark erweist sich als einer von Dutertes hoch-performanten Kabinett-Beamten.

Ich will nun nicht die Masznahmen mit sichtbarem Baufortschritt durchgehen, die Tiglao da aufzaehlt, aber – es sieht besser aus als mein gestriges Geunke. Und sie zitiert Villar: “Unsere existierenden Schnell-Straszen umfassen 386 Kilometer. Zum Ende von Dutertes Amtszeit werden wir dieses Netzwerk auf 655 Kilometer verdoppeln.

Das ist zwar nicht ganz das Doppelte, aber Tiglaos Schlusssatz zu einem Skyway 3 beeindruckt dann doch: “Wenn vollendet, wird die Reisezeit von Buendia in Makati nach Balintawak von 2 Stunden heruntergehen auf um die 15 Minuten.

Also, es tut sich was, und gutes Gelingen!

Gemaesz “ManilaTimes”, “PhilStar”, “ManilaBulletin”, “JapanTimes”, “SouthChinaMorningPost”, “ManilaStandard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Click to listen highlighted text!