…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 14. Juli 2019

(zum Bild: Mutual Defense Treaty)

 

Widerspruechliches – Die Schlagzeile der “Times” meldet, Praesident Rodrigo Roa Duterte sei bereit, sich auf den MDT (Mutual Defense Treaty) mit den USA zu berufen, nur um im Text des Artikels dann hinzuzufuegen, falls die USA gegen China in den Krieg ziehen und die Siebte Flotte hier anwesend ist. Das heiszt, Duterte bleibt bei seiner Position, dass er einen Krieg nicht beginnen wird. Das ist vernuenftig, denn schon bei Scarborough Shoal haben die USA versucht, die Philippinen in den Krieg zu treiben, indem sie ein Missverstaendnis zum Abzug der Schiffe entweder mit Absicht selbst erzeugt oder in stillem Einverstaendnis nicht aufgeklaert haben. Sie selbst wollen ihre weisze Weste behalten, und um die Kriegstreiberei heute muessen sie sich nicht bemuehen. Das erledigen “Amboys” und “Amgirls” der Opposition fuer sie.

Der Leitartikel der “Times” befasst sich unter der Ueberschrift “Wenn Einsatzregeln verletzt werden” mit dem Tod eines 3-jaehrigen Kindes, das bei einer “buy-bust ~ Scheinkauf”-Aktion der Polizei von Polizisten erschossen wurde. Die Polizisten sagen, der Mann habe seine Tochter als Schutzschild benutzt. Der Leitartikel geht davon aus, dass selbst die “verquerste Logik ~ fuzzy logic” ihnen haette sagen sollen, dass der Vater sein Kind instinktiv bei der Gewaltaktion schuetzen wollte. Ich war nicht dabei, der Leitartikler wohl auch nicht, also muessen wir abwarten, bis die Untersuchung des Falles zeigt, ob der Mann sein Kind haltend zugleich geschossen hat. Vorher wissen wir nichts.

Meine Leser-Umfrage… – …betrachte ich nunmehr als beendet, nachdem zwei Tage keine Ruecklaeufer mehr eingetrudelt sind.

Ich hatte letzten Montag “das Sagen Haben” als Thema, und zitierte Johannes Kuhns Aufsatz “Das Netz ist ein dunkler Wald” in der “Sueddeutschen Zeitung”, in dem er feststellte, dass Diskussionen im Netz sich ins Private zurueckziehen. Er hob dabei ab auf den “…Micro-Influencer, der nur wenig Publikum hat, bei diesem aber als Autoritaet wahrgenommen wird und Aufmerksamkeit erhaelt. Der Altenpfleger, der in der Whatsapp-Gruppe von den unertraeglichen Arbeitsbedingungen erzaehlt. Die Bekannte, die mit serioesen oder verzerrenden Links die politische Stimmung im Freundeskreis beeinflusst.

Ich sehe mich auch als so einen “Micro-Influencer”, der den Lesern “seinen Duterte verkauft”, nicht grad als DDS (Diehard Duterte Supporter), aber mit mehr Sympathie als ihm die westliche Presse entgegen bringt. Da wollte ich halt wissen, wie weit denn mein Einfluss reicht. Meine Web-Seite zaehlt keine Aufrufe, und da ich stets auch in die “Philippinen Nachrichten” und in “Christophs Wohnzimmer” in Facebook uebernommen werde, weisz ich nicht, wer und wieviel das lesen. So startete ich mit der Bitte, mir eine E-Mail zu schicken der Art “xy aus ?? ist Leser von Heiko Eckard”.

Ich erhielt 29 Zuschriften, verteilt aus PH (13) einerseits und aus D-A-CH (16) andererseits.

Man kann diskutieren, dass nicht jeder Leser seine Leserschaft per E-Mail bekennt, um zu folgern, dass ich doch eigentlich mehr Leser habe. Kann man machen, kann man aber auch bleiben lassen. Ich habe nun mal diese Zahl, und Zahlen luegen nicht.

Was weiz ich jetzt, was ich vorher nicht wusste?

 



 

An Groeszen wie Rey Joseph Nieto, ein pro-Duterte-Blogger, der als “Thinking Pinoy” schreibt, komme ich nicht heran – 1,4 Mio Follower in Facebook. Ich sehe mich als “Vorleser” aus der philippinischen Presse fuer deutschsprachige Touris und Expats. Das erinnert mich schon von der Zahl her an mein Studium, als in Philosophie-Vorlesungen damals im Schloss in Muenster eine aehnliche Anzahl “Hoerer” saszen und sich von jemandem etwas sagen lieszen. Ersetzt man “Hoerer” durch “Leser”, koennte man mein Blog als “Vorlesung in politischer Philosophie” ansehen. Eine auf zwoelf Semester angelegte Langzeit-Studie – falls ich, die Leser und Praesident Rodrigo Roa Duterte durchhalten.

Am Beispiel von Praesident Duterte will ich die Filipinos verstehen. Das hat Vor- und Nachteile. Von ihm steht jeden Tag etwas in den Zeitungen. Steht da mal nichts, steht am naechsten Tag sicher wieder ein Artikel dort, der ueber Krankheit oder Tod des Praesidenten mutmaszt. Das ist ein groszer Vorteil fuer mich als Verstaendnis Suchenden, eine nicht versiegende Informations-Quelle. Der Nachteil ist, dass ich keine Fragen stellen kann. Ich kann mich nur selbst fragen, wie ich dies oder jenes sehe, denn die Frage nach dem “Anderen” ist immer auch eine Frage an sich selbst. Und so kann ich ihn – Duterte als Muster-Filipino, 80 Prozent Zustimmung – im Unterschied zu mir begreifen. Ob das klappt, weisz ich nicht. Es ist halt eine Langzeit-Studie, und ich hab noch drei Jahre vor mir.

Mir ging es bei meiner Umfrage aber nicht nur um Duterte. Ich wollte neben der Zahl meiner Leser auch etwas ueber die erfahren, weshalb ich nach ihrem Wohnsitz fragte. Im Hinterkopf hatte ich so Ideen, ob sie nur Touristen sind, die ab und zu hier mal Urlaub machen, vielleicht auch mit der Frage, ob man hier ueberhaupt Urlaub machen kann – manche halten die Philippinen ja fuer gefaehrlich. Vielleicht sind die Leser aber auch Immigranten wie ich, die sich ihr Leben hier einrichten. Nun sah ich aber an den Ruecklaeufern, dass viele sich genau diese Frage offen halten und einfach zwei Orte – hier und dort – nannten. Eine Antwort auf das, was ich im Sinn hatte, bekam ich so nicht. Dafuer hatte ich die falsche Frage gestellt.

Als ich 2011 in die Philippinen kam, hatte meine Frau bereits unsere Grabstelle auf dem “Monte Cielo” hier in GenSan gekauft. Das hat etwas Endgueltiges im Vergleich zu dem momentanen Wohnsitz. Um die eigene Geburt muss man sich nicht kuemmern, aber Sterben wird hier teuer, und so moechte meine Frau unserem Sohn Kosten sparen und hat auch unser Begraebnis schon bezahlt. Um zu erfahren, ob der Leser “Westler” oder “Hiesiger” ist, haette ich nicht fragen sollen, wo er ist, sondern wo er bleibt, oder anders: wo er bestattet wird. Sollte er darueber noch nicht nachgedacht haben, ganz so wie ich, als ich hierher nach GenSan kam, so ist er eine Art “Zwischenlaendler”, um die Ueberschrift aus meinem gestrigen Blog mal zu personalisieren.

Wie auch immer – ich danke noch einmal jenen Lesern, denen meine Bitte eine Antwort wert war.

Hinweis – Falls jemand mein Blog verpasst hat oder mal nicht findet. Alle Eintraege finden sich auf meiner originalen Web-Seite

https://sites.google.com/site/gesichtsbuchheikoeckard

Dort stehen sie auch immer zuerst, bevor sie uebernommen werden. Als PDF-Dateien kann man alle Eintrage seit der Wahl 2016 einsehen oder herunterladen.

Saysay sa adlaw – Motambong ta sa iyang lubong. 

tambong teilnehmen + mo.. Z/M wird. kann teilnehmen, ta ~ kita wir inkl., iyang ~ iya nga Gen. von siya er, sie + Verbinder, lubong begraben bestatten

Satz des Tages – Lass uns an seiner Beerdigung teilnehmen.

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.