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PHILIPPINEN: Leserbrief an den hetzenden „Weltspiegel“

 

Nach dem Hetzbeitrag des Weltspiegels konnte der Hajo nicht umhin, denen einen Kommentar zu schreiben. Dachte mir der macht sich hier auch gut. 

Im Grunde sollte ich schon daran gewöhnt sein, dass westliche Medien nur Hetzkampanien gegen Präsident Duterte verbreiten. Anscheinend ist es zu teuer selbst zu recherchieren und so teilt man lieber ungeprüft was Reuter & Co verbreiten. Ich lebe etwa die Hälfte des Jahres auf den Philippinen und kenne Land und Leute.
Duterte hat in seinem Kampf gegen die Drogen keine Zehntausende umbringen lassen. Der Zähler steht im Moment auf knapp 5000 seit Dutertes Amtsantritt. Der Westen macht es sich einfach. Es werden alle Morde in den Philippinen Dutertes Drogenkrieg angelastet. Man muss wissen, dass es in nahezu jedem philippinischem Haushalt Waffen gibt und das Filipinos recht schnell davon gebrauch machen. Viele Tote gab es auch, weil Druglords sich ihrer Zeugen entledigten. Diese Druglords haben Verbindungen bis in höchste Kreise von Militär und Polizei, auch stehen viele Politiker auf ihrer Gehaltsliste. Viele Morde gehen auch auf das Konto durchgeknallter Speedfreaks und/oder deren Beschaffungskriminalität. Darüber hat sich nie jemand aufgeregt. Zur guter letzt sei noch bemerkt, dass viele geschäftliche Konflikte mit einem Killerkommando gelöst werden. Es gibt tagtäglich mehrer Tote die Opfer von Killerkommandos wurden. Vor Gericht ziehen dauert lange, kostet viel Geld und der Ausgang ist ungewiss.

Todesschwadrone gibt es schon sehr lange und überall auf den Philippinen. Es wird vermutet das diese sich aus Kreisen des Militärs und der Polizei rekrutieren. Sie suchen aktiv nach Verbrechern, die immer wieder freigesprochen werden, weil sie Richter schmieren und Zeugen umbringen lassen.

Die jetzt inhaftierte Senatorin De Lima war, als sie noch Staatssekretärin des Justizministeriums war, bis über beide Ohren in den Drogenhandel, der aus dem New Bilibid Gefängnis gesteuert wurde, involviert. Ihr Chauffeur, mit dem sie auch eine Liebesbeziehung unterhielt, fuhr einmal die Woche in das Gefängnis, um die Schmiergelder für De Lima zu kassieren. Er selbst profitierte natürlich auch. Anders lässt es sich nicht erklären, wie er mit einem offiziellem Gehalt von PHP 10.000 (damals etwa 180 Euro) sich eine Villa von PHP 10 Millionen leisten konnte. De Lima war darüber hinaus noch so ungeschickt sich mit Druglords fotografieren zu lassen. Neben ihr sind noch 6 weitere hohe Beamte angeklagt, die zum Teil gegen sie ausgesagt haben.

Präsident Duterte kann zwar eine Verhaftung anordnen, es ist jedoch letztlich das Gericht, das dem entsprechen muss. Im Fall De Lima war die Sache klar. Es gab genügend Zeugen und Indizien.

Die oberste Richterin,Maria Lourdes Sereno wurde von Präsident Benigno Aquino eingesetzt, obwohl sie nicht die erforderliche Qualifikation hatte, um ihn aus einem der größten Korruptionsfälle der philippinischen Geschichte, dem PDAF Scam, herauszuhalten. Duterte wollte dieses Unrecht korrigieren und die obersten Richter gaben ihm recht. Gegen den Ex Präsidenten Benigno Aquino laufen derzeit mehrere Verfahren wegen Korruption und Vetternwirtschaft.

Was Senator Trillanes IV anbelangt so hat Duterte seine Verhaftung angeordnet. Grund dafür war eine zu Unrecht ausgesprochene Amnestie des Ex Präsidenten Benigno Aquino in 2010. Diese bezog sich auf eine Militäraktion Trillanes und einigen seiner Kameraden, die 2003 eine Residenz und 2007 die Manilahalbinsel in Makati City besetzten. Beides mit dem Ziel, die damalige Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo zu stürzen. Laut Gesetz kann eine Amnestie aber nur dann erteilt werden, wenn der Beschuldigte die Tat gestanden hat und Reue zeigt. Dies hat Trillanes nie getan und es gibt demnach auch keinerlei schriftliche Beweise dafür (wohl aber dagegen), noch haben seine Anwälte ein solches Papier vorlegen können. Der Richter sah dies jedoch anders und ließ ihn erst mal auf Kaution frei, um sich dann später mit eidesstattlichen Erklärungen seiner Freunde zu begnügen und ihn frei zu sprechen. Inzwischen geht die Sache wohl in die nächste Instanz. Traurig aber war, der einzige westliche Sender der Trillanes ein wenig an den Zahn gefühlt hat, war BBC Hardtalk. Trillanes, der anscheinend keine tiefer gehenden Fragen gewohnt war, kam dort so ins stottern, dass er danach die Ausstrahlung verbieten lassen wollte, was ihm jedoch nicht gelang.

Ich würde es sehr begrüßen wenn der Weltspiegel mal selbst auf den Philippinen recherchieren würde

Mit freundlichen Grüßen
Hajo van Klaveren



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