…AUS DER PHILIPPINISCHEN PRESSE

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 03. Juni 2018

 

 

Leicht schizophren… – …mutet es schon an, wenn US-Praesident Donald Trump alliierte atlantische Nationen mit Strafzoellen vergrault, doch weniger verbundene asiatische Nationen rund um das Suedchinesische Meer zur Allianz mit den USA gegen China auffordert. Warum sollten die sich neben die USA stellen? Damit sie auch Strafzoelle uebergebraten kriegen? Einer Frage in die Richtung wich US-Verteidigungs-Minister James Mattis beim 17ten Asian Security Summit in Singapur lieber aus. Er hatte China wegen dessen Militarisierung der kuenstlichen Inseln im Suedchinesischen Meer in einer Rede am Samstag als Aggressor hingestellt, weil ”die Stationierung dieser Waffen-Systeme direkt verbunden ist mit militaerischer Nutzung zum Zwecke der Einschuechterung und Noetigung.” Gegen diesen Anwurf verwahrte sich der chinesische General-Leutnant He Lei. “Irgendwelche Kommentare anderer Laender sind inakzeptabel”, meinte er, und “andere Laender” sind eben die, die keine Anrainer des umstrittenen Meeres sind, mit welchen Anrainern China bilateral strittige Fragen zu klaeren bereit ist.

Ich hatte das Thema neulich – “Wo stehen wir?” – und das Thema wird uns auch noch einige Zeit treu bleiben. Das Problem liegt darin, dass wir zwar eine Welt-Wirtschaft haben, aber keine Welt-Regierung, sondern National-Regierungen, und das wird sich auf Sicht auch nicht aendern. Und diese Nationen streiten darum, wie grosz das Stueck vom Kuchen ist, das dieser oder jener bekommt. Und dieser Streit folgt nicht einem geordneten Verfahren, da fehlt die Welt-Regierung, sondern jeder wie er kann oder zu koennen meint.

Donald Trump verfolgt die Bully-Strategie, Xi Jinping kauft Verbuendete lieber ein.

Es lohnt sich nicht darueber zu streiten, welche Strategie die richtige ist – es gibt kein Welt-Gericht, das die Frage entscheiden koennte. Das bleibt der Geschichte vorbehalten.

Wo ich grad bei Gericht bin… – …hier das Quiz zum Wochenende. Die Richterin am Obersten Gericht Teresita Leonardo de Castro sprach am Freitag vor 1.724 neuen Juristen, die nach dem “bar exam” (entspricht dem 2. Staatsexamen in Deutschland, wodurch man Volljurist wird) ihren Eid ablegten, und sagte dabei dies:

Unsere Gerichte sind keine Hoefe der oeffentlichen Meinung. Mitglieder der juristischen Profession sind verpflichtet Rechts-Laien verstaendlich zu machen, dass die Beliebtheit oder Unbeliebtheit einer juristischen Ansicht vor Gericht kein Gewicht gegeben wird. Die Pflicht, dem Gericht den schuldigen Respekt zu zollen, endet nicht, wenn der Fall entschieden ist.

Anwaelte sollten groszmuetig in der Niederlage sein. Wenn ihr euren Fall offen und ehrlich verloren habt, gesteht es euch ein. Bezichtigt nicht andere, und moebelt euren verletzten Stolz nicht auf zu Lasten des hart erworbenen Rufes eurer Kollegen oder des guten Glaubens der Leute an das Rechtssystem.

Wenn ihr glaubt, dass ihr es besser wisst als die Gerichte, oder dass Juristen, die schon zu Gericht saszen lange bevor ihr geboren wurdet, wuerden leichtfertig ihre Karriere auf’s Spiel setzen, indem sie Faelle  aus dunklen Motiven und kleinlichen persoenlichen Erwaegungen entcheiden, dann waert ihr heute nicht hier, um euren Eid abzulegen.

Ihr werdet Leuten begegnen, die vor euch befoerdert werden wegen ihrer sorgfaeltig herausgeputzten blendenden Persoenlichkeit und einem Talent zur Selbst-Darstellung oder wegen eines Vertrauensvorschusses, und nicht wegen greifbarer Verdienste. Sie glauben ihren eigenen Hype und verlieren die Bescheidenheit. Wenn sie eine Position von Bedeutung ohne echte Anstrengung erreichen, neigen sie von der Macht geblendet zu werden und sie erliegen den Verguenstigungen und Privilegien, die mit der Position verbunden sind.

Ihr werdet es oft im Laufe eurer Karriere sehen, dass jene, die zu schnell aufsteigen, genauso rasch wieder untergehen.

De Castro nannte keinen Namen, aber hier die Frage fuer Selbstdenker: wer – auszer den anwesenden Jung-Juristen – sollte sich durch diese Rede angesprochen fuehlen?



Gemaesz “ManilaTimes”, “ManilaBulletin”, “PTV” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

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