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Indonesisches Kohleexportverbot unterstreicht Risiko für PH-Energiesicherheit

 

Am Wochenende verhängte das indonesische Energieministerium ein Ausfuhrverbot für Kohle aus dem Land für den Monat Januar und begründete dies mit einem Versorgungsdefizit für seine eigenen Kraftwerke. Da die Philippinen stark von indonesischer Kohle abhängig sind, kann die potenzielle Bedrohung, die dies für unsere Energieversorgung darstellt, nicht übersehen werden und muss von unserer Regierung angegangen werden.

Nahezu die Hälfte des Stroms auf den Philippinen wird in Kohlekraftwerken erzeugt. Die inländischen Minen liefern etwa 25 Prozent der benötigten Kohle, die restlichen 75 Prozent werden importiert; von letzteren werden fast 97 Prozent aus Indonesien, einem der größten Exporteure der Welt, eingeführt.

Der Grund für das Exportverbot liegt darin, dass nach indonesischem Recht die Kohleproduzenten des Landes verpflichtet sind, 25 Prozent ihrer Jahresproduktion an den staatlichen Energieversorger Perusahaan Listrik Negara (PLN) zu einem Höchstpreis von 70 Dollar pro Tonne im Rahmen einer Binnenmarktverpflichtung (DMO) zu verkaufen. Da dieser Preis deutlich unter dem Weltmarktpreis liegt, haben sich die meisten Bergbauunternehmen im Jahr 2021 nicht an diese Verpflichtung gehalten, da sie vermutlich auf einen Preisverfall warteten. Dies geschah jedoch nicht, so dass die Bergleute am Jahresende feststellen mussten, dass sie ihrer jährlichen Verpflichtung nicht nachgekommen waren.

In der Zwischenzeit, so das Energieministerium, ist die Kohleversorgung der indonesischen Kraftwerke auf ein gefährlich niedriges Niveau gesunken. Ohne ein Eingreifen, so die Regierung, würde die Stromversorgung des 277 Millionen Einwohner zählenden Landes mit einer Leistung von etwa 10 850 Megawatt innerhalb von Tagen oder Wochen ausfallen, was zu großflächigen Stromausfällen führen würde.

Um es klar zu sagen: Die Situation in Indonesien stellt keine unmittelbare Bedrohung für die Philippinen dar, da die meisten unserer eigenen kohlebefeuerten Kraftwerke Berichten zufolge derzeit über reichliche Brennstoffvorräte verfügen. Das indonesische Energieministerium teilte außerdem mit, dass es das vorübergehende Exportverbot in dieser Woche neu bewerten werde, um festzustellen, wie lange es aufrechterhalten werden müsse, was darauf hindeutet, dass es hofft, seine Dauer so weit wie möglich zu begrenzen.

Unsere Regierung sollte das Exportverbot jedoch als das betrachten, was es ist, nämlich eine deutliche Warnung vor dem unsicheren Zustand der Energieversorgungskette der Philippinen. Sollte das indonesische Kohleexportverbot über einen längeren Zeitraum verlängert werden, könnten die Vorräte für unsere eigenen Kraftwerke erschöpft sein. Die Betreiber von Kohlekraftwerken müssten dann entweder ihre Lieferungen durch teurere Kohle aus anderen Ländern (wahrscheinlich Australien) ersetzen oder im schlimmsten Fall ihre Produktion drosseln, um die Brennstoffvorräte zu strecken, was zu großflächigen Stromausfällen führen würde.

In Anbetracht des Zeitpunkts des indonesischen Exportverbots würde der Versorgungsengpass in diesem Fall – wenn das Verbot um mehrere Wochen oder Monate verlängert würde – wahrscheinlich genau dann eintreten, wenn die Stromnachfrage das Angebot normalerweise belastet, nämlich zwischen April und Juni. Da die Philippinen aber nicht in der Lage sind, Indonesien oder ein anderes Land zu zwingen, unseren Kohlebedarf zu decken, müssen die Energiemanager des Landes Maßnahmen ergreifen, um dies in Zukunft zu verhindern.

Der erste und unmittelbarste Schritt, den unsere Regierung unternehmen kann, besteht darin, die einheimische Kohleversorgung der bestehenden Kraftwerke und der Kraftwerke, die in den nächsten Jahren in Betrieb gehen sollen, zu prüfen. Eine eher drastische Politik wie die indonesische DMO ist hier vielleicht weder notwendig noch wünschenswert, aber es sollten Maßnahmen ergriffen werden, um das verfügbare Angebot zu maximieren und so die Abhängigkeit von importierter Kohle zu verringern.

Der zweite, längerfristige und nachhaltigere Schritt besteht natürlich darin, die Fortschritte des Landes bei der Abschaffung der Kohleverstromung zu Gunsten sauberer Alternativen zu priorisieren und zu beschleunigen. Dies ist bereits ein zentraler Bestandteil der Energiepolitik des Landes, aber die Bemühungen zur Umsetzung haben erst vor kurzem begonnen und waren bisher nur von bescheidenem Umfang. Trotz eines für Ende 2020 angekündigten Moratoriums für neue Kohlekraftwerksprojekte werden mehr als ein Dutzend geplanter Anlagen, die sich bereits in der Projektpipeline befinden, in Betrieb gehen. Damit wird sich das durch das indonesische Exportverbot hervorgehobene Unsicherheitsrisiko weit in die Zukunft ausdehnen, wenn nicht jetzt etwas zur Lösung des potenziellen Problems unternommen wird.

 

Quelle: Manila Times

 

 

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