aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 26. Juli 2020

Zum Bild: In jedem Fall aber werde ich mein Blog weiter so schreiben, wie es mir gefaellt. 

 

In eigener Sache – Ich will keine Maus zum Elefanten machen, aber nachdem ich beschimpft wurde, wie ich fuer Praesident Duterte sein koenne – “…und das als Deutscher. Pfui!” – oder dass ich Praesident Trump kritisiere – “…das uebliche Trump-Bashing...” – statt Nachrichten ueber die Philippinen zu bringen – “…Oelkonzerne planen Spritpreise zu erhoehen … Kampfhahnzuechter in Toledo erschossen…” – juckt es mich dann doch in den Fingern, nein, nicht mich zu verteidigen – “qui s’excuse s’accuse ~ wer sich verteidigt, klagt sich an” – sondern darauf hinzuweisen, dass es nicht immer die Schlagzeilen sind, die unser Leben bestimmen.

Nehmen wir die aktuelle Freude hiesiger Expats, dass man derzeit viel Peso fuer den Euro bekommt. Ich freu mich auch, keine Frage, denn meine Euro-Rente, schlaegt sich in meinem Konto als Peso nieder – je mehr, desto besser. Doch gestern schrieb ich – “Der US-Dollar erreichte am Donnerstag den niedrigsten Stand seit September 2018.” – und deshalb macht sich der Euro gut, weil der Peso am Dollar haengt. Der aber ist im Keller, weil – sorry, aber jetzt kommt Trump-Bashing – US-Praesident Donald Trump mit seiner verfehlten Antwort auf die Coronavirus-Krise gerade die US-Wirtschaft runiert. Aber ich freue mich nicht, dass es etlichen Amis nun dreckig geht.

Ich habe nun mal diesen Virus in mir, nicht Schlagzeilen zu lesen, sondern wie sich Schlagzeilen zu einem Bild verbinden. So laesst mich auch die Schlagzeile der “Times” heute kalt – “Trouble looms over new Bilibid ‘death’” – soll sich der Aerger dort ruhig abzeichnen. Ich warte die angekuendigten Untersuchungen ab, ob es wirklich so “arg” ist.

Mich interessiert vielmehr ein Kommentar mit dem Titel “Trump’s South China Sea war nears but PH should avoid it”. Ich schrieb gestern dazu, dass in der Sache jeder Propaganda verbreitet/luegt, und so lese ich nun: “Die Philippinen und die Vereinigung Suedost-Asiatischer Nationen [ASEAN] sollten nicht auf Trump hereinfallen, indem sie das ‘wedeln mit dem Hund (wag the dog)’-Gambit spoielen, d.h. einen Krieg anzetteln, nur um Patriotismus-Stimmen zu gewinnen…”

Auch interessiert der Leitartikel der “Times” mich mehr, obwohl der nicht mal auf der Titelseite steht, und ueberschrieben ist “Opposition to anti-terror law unjustified, all about politics”. Ausgehend davon, dass es hier Meinungsfreiheit gibt, und dass jeder gegen was auch immer demonstrieren kann – falls er kein Tourist, sondern ein Filipino ist – beklagt der Artikel, dass die Katholische Bischofs-Konferenz der Philippinen behauptet, dass das Anti-Terror-Gesetz “…inmitten der Coronavirus-Epidemie ‘auf die Schiene genagelt (railroaded)’ wurde.

“In der Tat haben Menschen ein kurzes Gedaechtnis. Das Anti-Terror-Gesetz wurde nach der Belagerung von Marawi im Jahre 2017 konzipiert. Es hat so lange gedauert, bis es ausgearbeitet und verabschiedet war. Offenbar mahlen die Raeder der Demokratie nur langsam.

“Erinnern Sie Marawi? Etwa fuenf Monate lang versuchten einheimische und einige auslaendische Extremisten, die Abu Sayyaf treu ergeben sind und mit al-Qaida und den Terrorgruppen des Islamischen Staates (IS) sympathisieren, in Lanao del Sur einen fundamentalistischen Staat zu errichten. Etwa 100 Menschen starben, darunter auch Zivilisten. Ein katholischer Priester dort, Pater Teresito Soganub, wurde 117 Tage lang gefangen gehalten. Er starb vor kurzem, aber die Menschen in Marawi kaempfen immer noch mit dem Wiederaufbau.

“Merkwuerdigerweise haben die Linken den oeffentlichen Diskurs ueber die Terrorismus-Bekaempfung an sich gerissen. Sie gehen weiterhin mit dem Narrativ hausieren, dass die Regierung, besonders unter Praesident Duterte, sie als ‘Rote brandmarken (Red tag)’ will. Ihre Bedenken sind fehl am Platz. Es geht ueberhaupt nicht um sie.

Die Demonstrationen morgen auf den Straszen, waehrend Praesident Duterte seine SONA (State of the Nation Address) im Kongress haelt, reiszen ein Thema an sich, das nicht ihr Thema ist. Ganz so, wie Maria Ressa mit dem Narrativ der Pressefreiheit ihr finazielles Scheitern mit dem Rappler kaschieren will, oder wie Albert Del Rosario seine vermasselte Gas- und Oel-Foerderung in der South China Sea als Kampf um die Freiheit der Meere im Verfolg amerikanischer Propaganda verstanden haben will, denen es nur darum geht, die Nummer Eins in der Welt, oder – was Trump betrifft – wenigstens in den USA zu sein.

Mich interessieren keine Saetze, mich interessieren Zusammenhaenge. Und so bin ich gespannt, nicht, was morgen auf der Strasze, sondern was im Saal von Praesident Duterte gesagt wird.

Ja, ich bin fuer Duterte, und wenn ich bisher gesagt habe, dass ich – wie das philippinische Volk – zu 80% fuer ihn bin, so heiszt das auch, dass ich ab und an mit den 20% gegen ihn bin. Mal sehen, ob morgen “80” oder “20” gewinnt.

In jedem Fall aber werde ich mein Blog weiter so schreiben, wie es mir gefaellt. Gefaellt es anderen auch – gut, gefaellt es anderen nicht – auch gut.

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

5 Gedanken zu „aus der philippinischen Presse

  • Juli 26, 2020 um 08:56
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    Guten Morgen Herr Eckard,

    lassen Sie sich nicht von rot-rot-grün-gelben Mainstreamlemmingen verunsichern.
    Wenn sich jeder diese Helden bemühen würde Nachrichten und Meldungen so neutral wie Sie es tun wiederzugeben wäre diese Welt ein ganzes Stück besser.
    Gerade als Deutscher sollte man den Mut haben mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und nicht gebetsmühlenartig das wiederzukauen, wass gerade in deutschen Medien „in“ ist.

    Auch ich bin Deutscher und schätze Präsident Duterte. Seine offene und manchmal spontanen Aussagen zeigen mir, dass er ein ehrlicher Mensch ist und sagt was er denkt. Solche Leute gibt es heutzutage viel zu wenige.
    Menschen, bei denen die Zunge manchmal etwas schneller als das Gehirn ist, haben den Vorteil, man erkennt schnell wie sie ticken.
    Bei den allermeisten Politikern der heutigen Zeit hört man doch nur gestylte und bis zur Aussagelosigkeit durchformulierte Reden, die nichtssagend und unverbindlich sind.
    Da lobe ich mir die Art des Präsidenten Duterte, der redet wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

    Deshalb Herr Eckard, lassen Sie sich nicht entmutigen, machen Sie weiter wie bisher. Sie sind nicht alleine.

    Alles Gute und bleiben Sie gesund

    Dietmar Westenfelder

  • Juli 26, 2020 um 21:31
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    Wie kommt es nur, dass ein intelligenter mensch permanant president trump in den dreck zieht und jeden nur erdenklichen schwachsinn verbreitet, der irgendwo aus der linken presse herausmeditiert wird!

  • Juli 26, 2020 um 23:44
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    Guten Abend zusammen,

    das Gute ist doch, dass man hier seine Meinung sagen darf. Und die Art und die Weise wie Heiko schreibt ist doch sein Stil. Ueber den Inhalt laesst sich natuerlich diskutieren und auch das ist gut so. Seine Artikel und Betrachtungen sind gut recherchiert und gut beschrieben. Fuer meine Person verstehen ich, nachdem ich ihn lese, viel mehr, besonders wenn man im Englisch nicht so fit ist. Vor allen Dingen, wenn man auf dem Land lebt, und keine Zeitungen zu Gesicht bekommt, ist man auf das Internet und die eigene Suche angewiesen. Auch das ist nicht so leicht.

    Ich kann mir sehr gut aus seinen Beschreibungen meine Meinung bilden. Wenn man genau hinschaut, kann man auch seine diskrete Kritik am Praesidenten und seinem Unterhaus erkennen. Denn Heiko beschreibt es auch gut und es braucht ein bisschen eigene Phantasie um das herauszulesen. Ich bin mit den manchmal barschen Worten vom Praesidenten nicht einverstanden und wuerde mir etwas mehr Diplomatie wuenschen.

    Was soll man denn vom amerikanischen Praesidenten halten? Von dem ist bisher nichts Gutes gekommen, er macht viel in den USA kaputt und ich denke und hoffe, dass er bald abgewaehlt wird.

    Jetzt habe ich sehr viel „Gut“ geschrieben und ich meine das auch so. Heiko, mach einfach weiter so. Gib uns weiterhin Deine Informationen und auch Deine Meinung. Ich weiss sie einzuordnen.

    Thomas

  • Juli 26, 2020 um 23:53
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    Hey Eckhardt,

    die Frage sollte viel eher sein, wie kann man gegen Duterte sein. Das kann nur einer sein, der vielleicht Dreck am Stecken hat, weil er gewisse dinge nicht mehr so „öffentlich“ auf den Strassen verkaufen kann, wie er es vor diesem Regime hätte tun können – oder es ist jemand der furchtbar naiv ist.

    Wie auch immer, jemanden wie Duterte könnten wir auch hier in Österreich und auch die in Germany könnten ihn gut gebrauchen.

    Erst gestern mit einer Philippinin gesprochen die aus Dumaguerte stammt hier gesprochen und sie wünschte sich Duterte hier in diesem Land <33

    Alles gute für dich, berichte so wie du es bisher auch getan hast, so das – wie du es auch schon sagtest – nicht nur die Schlagzeile selbst beleuchtest, sondern den Artikel der hinter dieser Schlagzeile steckt.. hehe!

    Bis dann 🙂

  • Juli 27, 2020 um 03:55
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    Guten Morgen Herr Westenfelder,
    vielen Dank fuer Ihre aufmunternden Worte.
    Auch Ihnen alles Gute
    Heiko Eckard

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