aus der philippinischen Presse

 

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 29. Juni 2020

Zum Bild:

 

Nichts Neues… – …wird Praesident Rodrigo Roa Duterte heute in Sachen Quarantaene verkuenden koennen, wenn er dem Rat der IATF (Inter-Agency Task Force) zur Bekaempfung von Covid-19 folgt. In seiner Schlagzeile verkuendet der “Standard” heute “No lifting of restrictions yet” mit Verweis auf die Aussage des IATF-Chefs, Carlito Galvez, was sie dem Praesidenten empfohlen haben.

Wir muessen also das Erwartbare abwarten, bis der Praesident gesprochen hat.

In Sachen Ressa & Rappler… – hat deren Verteidungung bei dem Manila Regional Trial Court einen Antrag eingereicht, das Urteil zu ueberpruefen, wie ich im “Bulletin” lese. Damit haelt sich die Verteidigung an den ueblichen Weg und rennt nicht gleich zum Court of Appeal oder zum Supreme Court. Der Antrag wirft Fragen auf. Ist Korrektur eines Schreibfehlers eine “Wiederveroeffentlichung”? Kann bei widerspruechlichen Gesetzen zur Verjaehrung der Verleumdung das haertere angewendet werden? Ist Ressa “editor-in-chief” oder nur “finanzieller Chef” von “Rappler”? Ist der Klaeger Wilfredo Keng ueberhaupt eine Privat-Person oder eine “public figure”, die mehr muss einstecken koennen?

Jede einzelne dieser Fragen kann eigentlich nur der Supreme Court beantworten, und bis dahin wird es dann wohl auch gehen. Interessant ist der Punkt, welche Rolle Maria Ressa dabei spielt: auf internationaler Ebene ist sie “gefeierte Journalistin”, die fuer die “Pressefreiheit” kaempft. In ihrem Antrag stellen ihre Anwaelte sie als “Finanz-Verwalterin” hin, die mit den Inhalten des “Rappler” nichts am Hut hat – segelt sie unter falscher Flagge?

Vielleicht kommt das ja irgendwann heraus.

14 missing in sea collision… – …off Occ. Mindoro” lese ich im “Standard”. Ein chinesischer Frachter hat ein philippinisches Fischerboot gerammt. Vermisst werden 12 Mannschafts-Mitglieder des philippinischen Bootes, plus 2 Passagiere.

Der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, dazu: “Dies ist eine Frage des philippinischen Admiralitaets-Gesetzes, da der Vorfall sich in philippinischen Hoheits-Gewaessern ereignete. … Es gilt hier kein internationales Recht, auszer dass Schiffe unter auslaendischer Flagge unter dem Konzept der ‘innocent passage’ durchfahren koennen, doch was die Rechenschaftspflicht angeht, werden die Filipinos zu entscheiden haben, da die Kollision in unseren Gewaessern geschah.

Der Fall erinnert an den Vorfall im Juni letzten Jahres, als ein chinesischer Fisch-Trawler ein philippinisches Fischerboot rammte und sich nicht um dessen Besatzung kuemmerte, die spaeter von vietnamesischen Fischern gerettet wurde. Duterte spielte den Fall damals herunter und einigte sich mit China auf eine gemeinsame Untersuchung, ueber deren Stand ich nicht informiert bin.

Entsprechend aber ist die Reaktion nun, wo man in den Chinesen “Wiederholungstaeter” sehen moechte und entsprechende Empfehlungen an die Regierung geben, wie die sich verhalten soll. Der Fall wird auch von unseren Nachbarn verfolgt, eine Meldung fand ich in der “Straits Times”, die auch an den Vorfall im letzten Jahr erinnert.

Fuer die 24er-Diskussion… – …interessieren mich zwei Artikel. Das ist einmal die Kolumne von Antonio Contreras in der “Times” unter dem Stichwort “Militarized” und das ist andererseits ein Artikel von Xu Xiaobing in der “Post” unter der Ueberschrift “How the US, under Trump, has led the charge to weaken international rule of law”.

Praesident Duterte ist bekannt dafuer, dass er gern Generale, die mit 56 in den Ruhestand gehen, in der Regierung einsetzt, weil die “Befehlsketten” einhalten koennen, was er von “undisziplinierten Zivilisten” wohl nicht erwartet. Das passt zu einen “law and order”-Mann und zu dem soeben unterzeichneten Gesetz, GMRC (Good Manners and Right Conduct) und Values Education zum Pflichtfach in der Schule zu machen. Ob das hilft, ist eine Frage: um die Lust an einer Sache zu verleiden, muss man sie nur zur Pflicht machen. GMRC funktioniert in der Schule dann, wenn sie eine Entsprechung im familiaeren Umfeld hat, die auf Respekt und Ordnung setzt.

Der Artikel in der “Post” erinnert mich wieder an die Einsicht “Die Nation ist das Rueckfall-Konzept aller Versuche, ueber sie hinauszukommen.” Und solange die wichtigste Groszmacht sich fuer unzustaendig erklaert, an einer Welt-Ordnung mitzuwirken, kann daraus nichts werden. Was durchaus die Frage offen laesst, an welcher “Art von Ordnung” andere Maechte denn interessiert sind.

 



 

Gemaesz “Manila Standard”, “Manila Bulletin”, “Business Mirror”, “Straits Times”, “Manila Times”, “South China Morning Post” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

3 × 4 =

Hier ist nichts zu kopieren!