aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 28. Juni 2020

Zum Bild: Einen schönen Sonntag

 

Sonntagsgedanken – Zwei Meldungen bleiben bei Durchsicht der Blaetter heute haengen. Die “Times” meldet, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte bei der ASEAN-Konferenz am Freitag forderte, man muesse “…eine aktivere Teilnahme von Frauen gewaehrleisten, da wir nun in eine neue Normalitaet uebergehen.” Das “Bulletin” meldet, dass die Frauen-Partei Gabriela gegen die Festnahme von Mitgliedern einer LGBTIQ-Rechtsgruppe protestiert, einer Gruppe, die fuer gleiche Rechte von “lesbian, gay, bisexual, transgender, intersex, and queer”-Menschen eintritt.

Man kann beide Meldungen je fuer sich betrachten, und sich ueber die “Times”-Meldung so beruhigen: “Der Praesident nahm einen Bericht des Weltwirtschaftsforums zur Kenntnis, aus dem hervorgeht, dass die Philippinen 78 Prozent ihrer gesamten geschlechtsspezifischen Kluft geschlossen haben.” Und Malacañang liesz wissen: “In diesem Jahr ist das Land in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Wirtschaft und Politik Erster in Asien und an 16ter Stelle weltweit.” Und zur “Bulletin”-Meldung weisz man, dass die linkslastige Gabriela jede Verhaftung, bei der in diesem Fall 3 ihrer Mitglieder mitbetroffen waren, als “Willkuer des Duterte-Regimes” beschreit, und schon gar nicht mehr fragt, ob bei diesem “Pride March” das “physical distancing” missachtet wurde.

So beruhige auch ich mich, bis ich in der “Post” den Beitrag von Chandran Nair lese mit der Ueberschrift “White privilege: to dismantle it, we must first learn to identify it”. Der Beitrag ist zu lang, ihn ganz zu bringen, und zu detailliert, Aspekte aufzuzaehlen – ich empfehle ihn unbedingt zur Lektuere. Die Welt, die wir als ideal sehen, ist “weisz”. Das sieht man von den Gesichtern des Weltsicherheitsrates und der G8 bis hin zum “skin-whitening” mit dem auch in diesem ach so gleichberechtigten Land viele Filipinas ihr Gesicht zu “idealisieren” versuchen.

Mir faellt dabei auf, dass fast jeder – sei er nun “white”, “gay”, “black”, “catholic”, “indegenous”, “rich”, “poor” oder “whatsoever” – der sich mit seinem Anliegen an den Rest der Welt richtet, jene ueberzeugen moechte, er/sie/es sei “normal” und sie, die “others”, moegen sich doch bitte nach ihm/ihr/ihm richten.

Ich hasse dieses Missions-Bewusstsein, dass viele entwickeln, denen es nicht genuegt zu sein, wie sie sind, sondern unbedingt wollen, die anderen moegen auch so sein, weil sie sich sonst in ihrer Haut nicht wohl fuehlen. Ich verbinde das mit dem Unbehagen an der Demokratie. Deren Grundgedanke ist der der Gleichheit: wer hier auf zwei Beinen ohne Fell und Federn herumlaeuft und ein Kreuz auf einen Wahlzettel machen kann, ist qualifiziert und sollte als “gleich” respektiert werden. Ich behalte das im Hinterkopf fuer die 24er-Diskussion.

Einen schoenen Sonntag noch.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “South China Morning Post” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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