…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 25. Juni 2020

Zum Bild: Die Zahl der Arbeitslosen steigt besonders im Dienstleistungssektor durch die COVID-19-Krise

 

5 million more job cuts by yearend”… – …ist die Schlagzeile des “Standard”, und diese Aussage machte gestern Arbeitsminister Silvestre Bello in einer virtuellen Anhoerung des Senats: “Wir schaetzen, dass wir mehr als 4 bis 5 Millionen Arbeitsplaetze verlieren koennten … hauptsaechlich im Dienstleistungs-Sektor, im Tourismus und den damit verbundenen Unternehmen wie Restaurants, einschlieszlich Transport.

Das Bedrohliche der Schlagzeile liegt in dem Woertchen “more”, als ob es den Filipinos noch nicht schlecht genug geht. Laut PSA (Philippine Statistics Authority) wuchs die Arbeitslosenquote waehrend des 3-Monate-Lockdown in Luzon auf 17,7%, was 7,3 Mio Arbeitslosen entspricht. 5 Mio Arbeitslose mehr erhoeht die Quote auf 29,7 ~ sagen wir 30%.

Nun sagt Bello, dass man schon einen “recovery plan ~ Wiederherstellungs-Plan” habe, doch wir wissen alle, wie lange es vom Plan bis zur Ausfuehrung und deren finanziellen Auswirkungen braucht.

Da wird mir ganz schlecht, wenn ich in der “Straits Times” von deren Korrespondenten in den Philippinen, Raul Dancel, den Artikel mit der Ueberschrift “Coronavirus: Pandemic has made overseas Filipino workers even more vulnerable” lese, worin es heiszt: “Die Ueberweisungen von rund 10 Millionen im Ausland lebenden Filipinos erreichten im vergangenen Jahr ein Rekordhoch von 33,5 Mrd US-Dollar.

Das wird nicht ganz wegbrechen, ein groszer Teil davon schon. Wie finanziert der Staat dann die Arbeitslosen hier? Was kann er fuer die tun, die z.B. arbeitslos in Saudi-Arabien festsitzen? Viele sind im hart betroffenen Bereich der Dienstleistungen beschaeftigt. Dancel schildert erschuetternde Einzelschicksale in seinem ausfuehrlichen Bericht. Einer von den Betroffenen, Mr de Ocampo fragt: “Nachdem sie uns gebraucht und uns ‘Helden’ genannt haben, warum koennen sie uns nun nicht helfen, wo wir es am dringendsten brauchen?

Weiter heiszt es in dem Bericht: “Der philippinische Botschafter in Saudi-Arabien, Adnan Alonto, sagte am Montag (22. Juni), er habe Berichte erhalten, wonach in den letzten Monaten weitere 240 Filipinos gestorben seien, was aber auf ‘natuerliche Ursachen’ zurueckzufuehren sei, nicht auf Covid-19.

“Unter denjenigen, die an einer ‘natuerlichen Ursache’ starben, war Mr Jeffrey Yape, der in derselben Firma wie Mr de Ocampo arbeitete.

“Er starb am 21. Mai an einem Herzinfarkt. Aber Mr de Ocampo und diejenigen, mit denen er eine Schlaf-Unterkunft teilte, glauben, dass Mr Yape’s Herz stehen blieb, weil er mit dem Stress, der Angst, der Verzweiflung und der Einsamkeit, die er erlebte, nicht mehr umgehen konnte.

“’Er starb an einem gebrochenen Versprechen: dass er nach Hause geschickt wird’, sagte Louis Perez, ein enger Freund von Mr Yape.

“Mr Perez sagte, dass ihre Firma seit letztem Jahr Gehaltszahlungen ausfallen liesz. Seit Februar wurden sie alle nicht mehr bezahlt.

“In von der philippinischen Botschaft vermittelten Gespraechen wurde ihnen versprochen, dass sie bis zum 15. April bezahlt und dann auf die Philippinen zurueckgeschickt wuerden, sagte er.

“Aber dann traf die Pandemie Anfang Maerz Saudi-Arabien. Alle 400 philippinischen Arbeiter der Aluminum-Firma wurden angewiesen, in ihren Schlaf-Unterkuenften zu bleiben. Es gab keine Arbeit, also wurden sie nicht bezahlt.

Das klingt nicht gut.

24er-Diskussion – In dem Dalia-Report zum DPI (Democracy Perception Index), ueber den ich letzten Sonntag schrieb, hiesz es: “’ 40 Prozent aller in Demokratien lebenden Menschen glauben, dass ihr Land nicht wirklich demokratisch ist.

“’ 43 Prozent der Weltbevoelkerung gibt an, dass ihre Regierung nur einer kleinen Gruppe von Menschen in ihrem Land dient. Dieses Gefuehl ist in Demokratien ebenso hoch wie in Nichtdemokratien.

Es ergab sich, dass China in wirtschaftlicher Hinsicht gut aussieht, die USA nicht – auch im Hinblick auf die Corona-Krise. Meine Frage – nicht nur auf die beiden Laender bezogen, eher auf West und Ost – wie kann westliches, freies und demokratisches Verhalten dazu fuehren, dass bei kritischer Untersuchung China als demokratischer erachtet wird, wo “wir doch alle wissen”, dass China keine Demokratie ist?

Zum Unwohlsein in und Leiden an der Demokratie bat ich gestern um Antworten per E-Mail – wie kann das sein? – und ich habe bereits 2 ernsthafte Antworten erhalten. Ich begann dies am 24. Juni und werde am 24. Juli darueber berichten, und damit das Kind einen Namen hat, nenne ich es die “24er-Diskussion”. Ich ermutige weitere Leser zur Teilnahme: “Sapere aude! ~ Wage zu denken!” ist nach Kant die Devise der Aufklaerung, also – “Traut euch!” Ich trau mich ja auch.

Meine E-Mail-Adresse setzt sich zusammen aus meinem Vornamen, plus einem Punkt, plus “gsc”, was fuer General Santos City steht, plus dem E-Mail-Klammeraffen und plus Provider “gmail.com”.

 



 

Gemaesz “Manila Standard”, “Straits Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

 

 

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