…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 22. Mai 2020

Zum Bild: Wo ist denn nur die Welle?

 

Wellenleere – Die Blaetter haben heute nur ein Thema: “Times ~ No second wave, Palace maintains”, “Bulletin ~ DOH official apologizes over ‘first wave’, ‘second wave’ confusion”, “Standard ~ Palace disowns ‘2nd wave’”, “Tribune ~ Wave of criticisms”.

Nachdem ich gestern bereits ausfuehrlich ueber die “Zweite Welle” gestaunt habe, koennte ich sie heute eigentlich unter dem Stichwort “Much ado about nothing ~ Viel Laerm um nichts” ablegen. Doch da stach mir wieder ein Satz ins Auge, den ich einfach nicht uebergehen kann – ich liebe Saetze.

Ich versuchte gestern am Beispiel des Welle-Korpuskel-Dualismus zu erlaeutern, dass man ein und dieselbe Sache – in dem Fall die kleinsten Bestandteile des Universums – so oder so sehen kann. Je nachdem, mit welchem Experiment man ihnen auf den Leib rueckt, reagieren sie als Welle oder als Korpuskel, als kleines Teilchen. Mit Statistiken sei es aehnlich – man kann sie so oder so sehen, je nachdem unter welchem Blickwinkel man sie betrachtet.

Das Beispiel kam nicht so gut an. Meine Leser diskutierten stattdessen andere Probleme am Rande. Das kann ich nachvollziehen. Vielleicht haben sie im Physik-Unterricht grad gefehlt, als Wellenlehre dran war. Doch da kann der Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, studierter Rechtsanwalt, aushelfen, der die Verwirrung, die Gesundheits-Minister Francisco Duque zu der Aussage ueber die zweite Welle hinreiszen liesz, so erlaeuterte:

Medizin ist wie das Gesetz. Es gibt nur ein Gesetz, doch es gibt verschiene Meinungen. Es mag angehen, dass es sich mit der Medizin auch so verhaelt. Da ist eine Wissenschaft, eine einzige Quelle der Daten, doch die lesen sie unterschiedlich.

Ich lass das so im Raum stehen, denn man verdirbt ein geniales Wort nur, wenn man da “noch eins draufsetzen” will. Und so schliesze ich den Streit “Wellenlehre vs. Wellenleere” heute mit einem Zitat aus Goethes “Grenzen der Menscheit”:

“…Was unterscheidet | Goetter von Menschen? | Dass viele Wellen | Vor jenen wandeln. | Ein ewiger Strom: | Uns hebt die Welle, | Verschlingt die Welle, | Und wir versinken. …”

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Manila Standard”, “Daily Tribune” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.

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