…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 9. April 2020

(zum Bild: Todesmarsch von Bataan)

 

Zur gestrigen Rede… – …von Praesident Rodrigo Roa Duterte kann ich nicht viel sagen. Sie war so spaet, dass die Blaetter noch nicht reagierten, und ich lag zu der Zeit laengst im Bett. Zudem ist heute mit “Araw ng Katigingan” und “Maundy Thursday” doppelt “regular holiday”. Kann also sein, dass gar keine Blaetter erscheinen.

Wie auch immer habe ich mir die Video-Aufzeichnung angeschaut, die die “Times” ins Netz gestellt hat. In der ein-stuendigen Aufzeichnung gab Praesident Duterte erst den versammelten Ministern das Wort, um dann 30 Minuten selbst zu sprechen.

Da sie alle Filipino sprachen, habe ich nichts verstanden. Nur bei Duterte hatte ich den Eindruck, dass es wesentlich darum ging, wie die Masznahmen zu finanzieren seien, was auch die Anwesenheit von Finanz-Minister Carlos Dominguez erklaerte. Der hatte in einem TV-Interview gestern vor der Runde mit Duterte versichert, dass das starke fiskalische letzte Jahr der Regierung eine “Menge Raum zu manoevrieren” gibt. Dazu gab er den Hinweis, dass der “Bayanihan Act” nicht nur Mittel bewilligt hat, sondern den Praesidenten auch ermaechtigt, im Haushalt vorgesehene Mittel neu zuzuordnen.

Ein Wort zum… – “Araw ng Kagitingan ~ Tag des Heldenmutes”, auch “Bataan Day” genannt.

Am 9. April 1942 kapitulierte Generalmajor Edward P. King mit 76 Tsd philippinischen und amerikanischen Soldaten gegen den Befehl von General Douglas MacArthur vor den japanischen Kraeften. Fuer die ausgehungerten und kranken Soldaten, die ohne Luftunterstuetzung und Nachschub praktisch “bis zur letzten Patrone” gekaempft hatten, begann der “Todesmarsch von Bataan” in ein 140 km entferntes Lager bei Tarlac. Um 54 Tsd Soldaten kamen dort an. Die genaue Zahl der Toten wurde nie festgestellt, weil viele waehrend des Marsches fliehen konnten. Man schaetzt, dass zwischen 5 und 10 Tsd Filipinos und um 600 Amerikaner ums Leben kamen. Wer bei dem Marsch zurueckfiel, wurde getoetet oder sterbend liegen gelassen.

Ueberraschung! – An die von Buergermeister Ronnel Rivera fuer GenSan verhaengte Quarantaene hatten wir uns fast schon gewoehnt, als unser Sohn uns gestern mit einer Meldung aus dem “Straszenfunk” ueberraschte. Beginnend heute werde die Gueltigkeit des “Home Quarantine Pass” bis einschlieszlich Sonntag ausgesetzt. Nun wollten wir entsprechend dem Odd-Even-Schema der Nummern-Schilder aber heute einkaufen, gestern durfte er ja nicht. Ich  mochte das nicht glauben und schaute in “Facebook” in den Account von Rivera – nichts.

Unser Sohn fand jedoch ein Video, in dem Rivera genau das verkuendete. Also fuhr unser Sohn unter Missachtung des Odd-Even-Schemas und aller Cluster-Grenzen und kaufte fuer uns ein – er weisz inzwischen, wo kontrolliert wird. Meine Frau liesz von einer Bekannten zwei Sack Reis liefern. Wir waren geruestet.

Da mich aber die Informations-Politik interessierte, schaute ich oefter in “Facebook”: kurz nach 16:00 Uhr am 8. April teilte Rivera mit, die Quarantaene-Paesse seien vom 9. bis zum 12. April nicht gueltig. Gut, dass wir da schon eingekauft hatten.

Die Rede, die unser Sohn als Video gefunden hatte, soll Rivera Dienstag Nacht gehalten haben.

Riveras Hast… – …versteht sich vielleicht von daher, dass GenSan nun seinen ersten bestaetigten Covid-19-Fall hat. Ein Geschaeftsmann, der im Maerz ein Hahnenkampf-Turnier in Davao besuchte, wurde positiv getestet. Rivera: “Derzeit ist er in ein Krankenhaus eingewiesen und isoliert; er wird von unseren medizinischen Frontlinern genau ueberwacht.

Nun sind aber 11 der 12 Todesfaelle durch Covid-19 in der Region Davao Besucher dieses Hahnenkampf-Turniers vom 6. bis 13. Maerz in der Matina Gallera in Davao City gewesen. 427 Personen wurden als Besucher des Turniers identifiziert und sind PUM (Person Under Monitoring). Nach bisheriger Kenntnis haben rund 70 Personen aus GenSan das Turnier besucht. 7 hat man identifiziert, 1 wurde als PUI (Patient Under Investigation), 6 als PUM eingestuft. Rivera in Richtung der bisher “unentdeckten”: “Wir wiederholen es nochmal. Diejenigen, die eine juengere Reise-Geschichte haben, sollten sich beim jeweiligen Barangay-Gesundheitspersonal melden. Luegen wird uns nicht gut tun.

Ich hoffe, sie finden rasch die anderen Besucher des Hahnenkampf-Turniers, das nach Meinung von Davaos Buergermeisterin Sara Duterte-Carpio haette verhindert werden koennen, waere es nicht als zuvor genehmigte private Veranstaltung durch das Raster gefallen, nach dem offizielle Massen-Veranstaltungen zu der Zeit abgesagt wurden.

Es laufen also an die 60 moegliche Uebertraeger in GenSan herum, und so versteht sich, dass Ronnel Riveras Nerven blank liegen. Fuer uns Anlass, uns im Haus zu verkriechen.

 



 

Gemaesz “Facebook”, “Rappler”, “PNA”, “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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