aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 30. März 2020

(zum Bild: von Karten- und Zahlenlegern)

 

Zahlen legen – Wenn in den guten, alten Zeiten ein Mensch nicht wusste, was ihm die Zukunft bringt, dann ging er zu einer Zigeunerin und liesz sich die Karten legen. Ich weisz, ich weisz, das kann man nicht mehr sagen, aber historisch ist es nun mal so, dass niemand zu einer Sinti oder Roma gegangen ist, sondern halt zu einer Zigeunerin. Die gibt es heute nicht mehr, und das nicht nur, weil es politisch korrekt keine Zigeuner mehr gibt, sondern weil kein Mensch sich mehr die Karten legen laesst.

Heute legt man Zahlen.

So denkt Rigoberto Tiglao in seiner Kolumne in der “Times” ueber die Corona-Pandemie nach unter der Frage: “How are we doing, relative to the world, that is?” Dazu betrachtet er Zahlen von Covid-19-Erkrankungen im Vergleich zur Bevoelkerung:

Nach dieser Maszzahl geht es uns ueberhaupt nicht schlecht. In Bezug auf die groeszten Covid-19-Faelle pro 1 Millionen Einwohner belegen wir den 131. Platz (Nr. 1 ist der uebelste) unter 200 Laendern. In Spanien und Italien gibt es jeweils etwa 1.500 Faelle pro 1 Millionen Einwohner. Mit nur 10 Faellen pro 1 Millionen Einwohner sind wir viel, viel besser. Die Situation in den USA ist mit nur 369 aufgrund der groszen Bevoelkerung noch vergleichsweise niedrig. 

“Wie aus der Tabelle hervorgeht, sind wir tatsaechlich besser dran als Japan (13 Faelle pro 1 Millionen), Thailand (18), Malaysia (72) und Hongkong (75).

“Dies gilt auch fuer Todesfaelle pro Millionen der Welt-Bevoelkerung. Bisher hat der Corona-Virus 85 Menschen pro 1 Millionen auf dem Planeten getoetet. In unserem Fall waren es nur 0,6 pro 1 Millionen.

Na, da kann ich doch aufatmen – oder?

Eben nicht.

Die Philippinen stehen am Anfang der Corona-Verbreitung, weil die Drehscheibe zur Auszenwelt – Metro Manila – fruehzeitig unter Quarantaene gestellt, und, da zu eng gefasst, dann auf die ganze Insel Luzon ausgeweitet wurde. Die Staaten, die nicht dicht gemacht haben, sind in der Verbreitung der Krankheit weiter, deshalb stehen sie schlechter da. Aber keiner der Staaten ist ganz durch, und in den Philippinen beginnt man gerade erst, vermehrt zu testen. Man weisz also nicht mal, wieviel Faelle es hier ueberhaupt gibt.

Und deshalb ist die Aussage von Tiglaos Kolumne so zuverlaessig wie die Tarot-Karten einer Frau mit langen, schwarzen Haaren und groszen Ohrringen, wenigstens sahen die in alten Filmen immer so aus.

Tss, tss, Rigoberto – alter Zahlen-Leger!

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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