aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 27. März 2020

(zum Bild: Die zwei zur Zeit größten politischen Flaschen in den Philippinen – Yap und Pimentel)

 

Nur ein Thema… – …haben die Blaetter heute, und das ist das unverantwortliche Handeln des Senators Aquilino “Koko” Pimentel, ueber das ich gestern geschrieben habe. Die “Times” meldet “Koko faces raps for defying protocol”; das “Bulletin” nimmt den ebenso verantwortungslosen Abgeordneten Eric Go Yap mit ins Boot und weisz: “Two corona-positive lawmakers face raps over breach of protocol”; der “Standard” sieht “Two lawmakers in trouble”.

Die Fakten sind rasch erzaehlt: der Senator hat trotz Heim-Quarantaene einen Supermarkt besucht und seine Frau ins Krankenhaus begleitet; der Abgeordnete hat trotz Covid-19-Symptomen dies in einem Formblatt nicht angegeben, als er eine Veranstaltung in Malacañang besuchte, bei der die Kabinetts-Mitglieder Salvador Medialdea (Staats-Minister), Carlos Dominguez (Finanzen), Wendel Avisado (Haushalt), Eduardo Año (Inneres), Rolando Bautista (Soziales) und Carlito Galvez (frisch ernannter Handlungs-Beauftragter der Covid-19-Masznahmen) anwesend waren. Hat Pimentel, wie ich gestern schrieb, die Belegschaft eines Hospitals – die “Front-Soldaten des Covid-19-Krieges” – in Gefahr gebracht, so gefaehrdet Yap die Regierung und die Sicherheits-Gruppe des Praesidenten.

Nun werden die Koepfe der beiden gefordert, Klagen werden von verschiedener Seite vorbereitet.

In dem Zusammenhang ist die Kolumne von Rigoberto Tiglao in der “Times” interessant, der behauptet: “Starke Staaten – ja, autoritaere Staaten – retten Leben”. In einer Tabelle stellt er die Zahlen der Covid-19-Erkrankten in starken Staaten – Sued Korea, China, Japan, Russland, Philippinen, Singapur, Taiwan – aktuell im Februar und im Maerz denen von schwachen Staaten gegenueber – USA, Italien, Spanien, Frankreich, Vereinigtes Koenigreich. Die Zahlen vermitteln den Eindruck, dass die “starken – ja, autoritaeren” Staaten die Krankheit in den Griff bekommen, waehrend die “schwachen” Staaten ihr hilflos ausgeliefert sind.

Die Zahlen dieser Gegenueberstellung sind von der WHO (World Health Organization), die will ich gar nicht anzweifeln. Mich stoert die Klassifizierung der Philippinen als “starker – ja, autoritaerer” Staat, der mit China und Russland gleichgestellt wird. Alles, was Praesident Rodrigo Roa Duterte getan hat, entspricht der Verfassung von 1987, die von der Verfassung der USA abgekupfert ist, die in der Uebersicht als “schwacher” Staat figurieren.

Hier zeichnet Tiglao das Bild des Westen von den Philippinen als dem “Diktator Duterte” unterworfenes Land nach. Duterte ist ein “Law and Order-Mann”, und dem widerspricht nicht, dass der “Bayanihan Act”, wie ich gestern schrieb, in 3 Tagen durch den Kongress und auf den Schreibtisch des Praesidenten kam, was sonst 3 Monate oder mehr dauert.

Damit das klappt, braucht man einen Kongress und ein Volk, das dem Praesidenten vertraut, und dieses Vertrauen scheint bei den “schwachen” Staaten nicht gegeben zu sein, ihre jeweiligen Fuehrer mit aehnlicher Macht auszustatten.

Naehern wir uns dem heute angesagten Thema – Bruch des Quarantaene-Protokolls durch Pimentel und Yap – von dieser Seite, so ist viel interessanter, ob das “Law and Order-Prinzip” auch hier greift. Es sollte klar sein, die Regeln zu “social distancing” und “Heim-Quarantaene” erfordern ein Masz an Selbst-Disziplin, das dem Buerger sonst nie abverlangt wird. Die Philippinen koennen nicht neben jeden Buerger einen Polizisten stellen, der auf ihn aufpasst. Von daher – ganz abgesehen von der gesundheitlichen Gefaehrdung von Krankenhaus- oder Regierungs-Belegschaft – ist das Handeln der beiden viel gefaehrlicher. Kommen sie ungeschoren davon, wie das hier leider lange ueblich war, so untergraben sie die oeffentliche Moral, die in Zeiten der Pandemie unabdinglich ist.

Haetten sie Rueckgrat, waeren sie zurueckgetreten. Wo das fehlt, muss “Law and Order” greifen.

Es war eine unruhige Nacht… – …die zunaechst von einem Erdbeben der Staerke 6,1 um 11:38 p.m. suedlich Maasim, Sarangani, unterbochen wurde. Gefuehlte Staerke 5 in GenSan, wo meine Frau und ich im Bett lagen und daneben rappelte bedrohlich der Spiegelschrank, blieb aber stehen.

Danach konnten wir nicht gleich weiterschlafen, denn die Ruettelei veranlasste nicht nur alle Hunde der Nachbarschaft zu gemeinsamem Protestgebell gegen diese Stoerung ihrer Nachtruhe, sondern eine Nachbarskatze machte sich klappernd ueber jene Pfanne her, die im Ausguss der Dirty Kitchen lag, in der meine Frau Fisch fuer’s Abendessen gebraten hatte. Sie musste raus, die Pfanne ins Haus holen, damit es auch da Ruhe gab.

Tut mir Leid… – …dass ich gestern mit einem falschen Datum nicht nur andere, sondern auch mich selbst verwirrt habe. Ich habe das korrigiert und werde mein Blog in “Christoph’s Wohnzimmer” kuenftig ab sofort selbst posten, damit Christoph nicht nachts dafuer aufstehen und sich ueber ein falsches Datum wundern muss.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Manila Standard”, “MindaNews”, “Phivolcs” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht