aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 29. Februar 2020

(zum Bild:  Der miese Stil des Alan Peter Cayetano)

 

Mieser Stil – Was berichtenswert ist, schrieb ich gestern, so bleibt mir heute nur, mich mal ueber das aufzuregen, was ich nicht berichten will.

Das Eine ist… – …der Streit “Cayetano vs Velasco”. In dem legt heute der Abgeordnete Luis Raymond “LRay” Villafuerte nach und wiederholt woertlich alle Anschuldigungen gegen Lord Allen Velasco, die der Sprecher des Hauses, Alan Peter Cayetano, schon vorgebracht hatte. Auch er beruft sich auf ungenannte 20 Abgeordnete, denen Velasco Versprechungen auf Aemter gemacht haette.

Ich wuerde das glauben, wenn die 20 auf einer Buehne auftreten und dort vor einem Notar ihre angebliche Aussage unterschreiben. Solange das nicht geschieht, ist Cayetanos Vorstosz nichts als Rufmord an Velasco. Cayetano hat sich auf die “Magellan-Formel” nur eingelassen, weil er bei der 15:21-Teilung des Sprecher-Postens den ersten Part – ein halbes Jahr weniger als sein Nachfolger! – bekam. Da hat er Zeit genug, den Nachfolger so zu beschaedigen, dass die Abgeordneten den im Oktober eben nicht waehlen, sondern ihn dauerhaft im Amt bestaetigen. Es ist genau dieser Stil, mit dem Cayetano sich auch 2019 in den Vorsitz des Phisgoc (Philippine Southeast Asian Games Organizing Committee) draengte. Cayetano hat mit Sport nichts am Hut, aber mit dem Vorsitz war er bei Eroeffnung der SEA-Games dabei und zwei Wochen rund um die Uhr im Fernsehen.

Genau diese Art Politik halte ich fuer miesen Stil, denn, um bei dem Beispiel zu bleiben, die ueberteuerten Mitbringsel – ein T-Shirt mit dem Logo der Spiele fuer 2.480 Peso – haben sicher auch Geld in die Taschen derer gespielt, die mit Cayetano im Bunde waren. Wird Cayetano 2022 Praesident, dann knuepft Politik unter ihm nahtlos dort an, wo sie “Noynoy” Aquino im Mai 2016 hat liegen lassen.

Das Andere ist… – …die Kolumne von Antonio Contreras in der “Times” unter der Ueberschrift “Petty politics ~ Kleinliche Politik”, in der er sich mit der ABS-CBN-Lizenz befasst. Er stellt dar, dass ABS-CBN die meisten Wahl-Spots von Rodrigo Duterte gezeigt hat, nur ein paar lokale nicht. Und er stellt dar, dass sie das meiste Geld erstattet haben, nur einen kleinen Restbetrag nicht, weil das Duterte-Team den Empfang abgelehnt hat.

Er stellt nicht dar, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte die Entschuldigung von ABS-CBN akzeptiert hat und es dem Sender anheimstellt, den Restbetrag einer sozialen Einrichtung ihrer Wahl zu schenken. Stattdessen geht Contreras auf die Verlautbarung des Praesidenten zum EDSA-Jahrestag ein, worin der fordert, sich ueber “petty political differences” zu erheben. So kann er Duterte als jemanden portraitieren, der Groszmut predigt, selbst aber Kleingeistigkeit praktiziert.

Das reicht Contreras nicht. Das eigentliche Anliegen von Senator “Bong” Go in der Anhoerung des Senats, in der er Dutertes Beschwerden darstellte, war ja die Ausstrahlung des Anti-Duterte-Clips von Antonio Trillanes. Hierzu meint Contreras: “Selbst in den Vereinigten Staaten und anderen Laendern, sind negative Wahl-Spots erlaubt und werden toeriert.

Wie bitte?

Die weitere Ausstrahlung des Clips wurde von einem Gericht per einstweiliger Verfuegung untersagt, und da war Duterte noch nicht Praesident, dass er Druck auf Richter haette ausueben koennen – sollte man ihm das auch noch vorwerfen.

Genau diese Art Kommentar halte ich fuer miesen Stil, denn wenn Hass-Videos zum politischen Umgangs-Ton gehoeren, dann verstehe ich nicht, wie man sich ueber “Bikoy-Videos” aufregen kann, und dann sind die falschen Zahlen des “Rappler” ueber die Toten im Drogenkrieg wohl auch der ganz normale politische Alltag.

Manchmal kann man nur kotzen.

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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