aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 16. Februar 2020

(zum Bild:  Kuhhandel und Foot Dragging in der philippinischen Politik)

 

Foot-dragging”… – …erlaeutert Merriam-Webster als “failure to act with the necessary promptness or vigor ~ Versaeumnis, mit der noetigen Schnelligkeit oder Kraft zu handeln”. Mich interessieren oft die Worte, mit denen etwas beschrieben wird, weitaus mehr als die Sache, die so beschrieben wird.

In diesem Fall ist es das “Foot-dragging on ABS-CBN franchise bolsters suspicions of horse trading”, was Tita C. Valderama als Ueberschrift ueber ihre Kolumne in der “Times” setzt. Keiner handelt so richtig, redet sich mit Wichtigerem heraus, ohne dies aber zu benennen, und so schlieszt Valderama: “Inoffizielle Gespraeche (back-channel talks) oder Diskussionen hinter verschlossenen Tueren schueren nur den Verdacht von Korruption und Kuhhandel (horse trading), und dies wuerde nur die Glaubwuerdigkeit des Gesetzgebers schaedigen.

Da sind wieder zwei Ausdruecke, die sich nicht einfach uebertragen lassen – was sind “Hinter-Kanal-Gespraeche”? Na, bestimmt nichts Offizielles, sonst haette man doch im “Front-channel” reden koennen. Und fuer “horse trading” als Metapher hat sich Deutschen halt der “Kuhhandel” durchgesetzt, den Google als “kleinliches Aushandeln von Vorteilen, uebles Tauschgeschaeft” versteht.

Ich merke immer wieder, dass ich in Englisch nur ausreichend war, und das hindert mich mitunter zu verstehen, dass es hier nur um eins geht: Praesident Rodrigo Roa Duterte hat ABS-CBN auf dem Kieker, hat er oft genug gesagt, und deshalb will er ihre Lizenz nicht verlaengern. ABS-CBN ist aber ein sehr populaerer Sender, und deshalb traut sich kein Abgeordneter, der wiedergewaehlt werden moechte, so recht das Thema anzufassen. Streicht er ABS-CBN, hat er die Waehler gegen sich, verlaengert er deren Lizenz, hat er Duterte gegen sich, und die Auswahl-Moeglichkeiten fuehren nun mal zum “Foot-dragging”.

Aehnlich daemlich… – …ist die Nachrichtenlage zur Kuendigung des VFA (Visiting Forces Agreement). Die “Times” titelt “Showdown looms” und erkennt eine Absicht bei Senats-Praesident Vicente Sotto und Senator Franklin Drilon, mit der Frage vor das Oberste Gericht zu gehen, ob die Kuendigung durch den Praesidenten im Alleingang ueberhaupt rechtens ist. Die Frage bringt auch den “Standard” zu der Vermutung “VFA termination issue may reach SC”.

Vermutungen und Ahnungen sind nun mal keine Nachrichten, und so ist die Beschaeftigung damit so etwas wie Kaffeesatz- statt Zeitungs-Leserei. Mir ist das zuwider. Ich verstehe aber, dass Zeitungen in der Not sind, ihre Seiten zu fuellen, damit die Werbeanzeigen nicht ohne was drumrum auf leeren Seiten stehen. Das wuerde kein Mensch kaufen, und die Zeitungen waeren binnen kurzem pleite. Es handelt sich da um Pleite-Vermeidungs-Nachrichten, im Volksmund “tsismis”, also etwas “to make the mouth busy”, sagt man im Englischen, wie heiszt das nun wieder auf Deutsch?

Ich geb’s auf fuer heute… – …denn zum Covid-19 gibt es nun wirklich nur Widerspruechliches von jeder Seite, ob sie etwas zu sagen hat oder nicht. Mal sehen, ob es morgen wieder Erzaehlenswertes gibt.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Manila Standard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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