aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 15. Februar 2020

(zum Bild:  Korruption und Kriminaltät in lokalen Verwaltungen)

 

Neu ist eigentlich nur… – …dass Phivolcs die Alarmstufe fuer den Taal Vulkan auf 2 gesenkt hat. Das bedeutet, “…dass die Unruhe abnimmt, aber nicht dahingehend interpretiert werden sollte, dass die Unruhe aufgehoert hat oder dass die Gefahr eines Ausbruchs verschwunden ist.

…und dass der “Travel ban” nach Taiwan aufgehoben wurde. Man streitet nun, ob die “Ein-China-Politik” Pekings der Grund fuer die zeitweilige Sperre war, oder die Sorge um Sicherheit und Schutz der Filipinos.

Alles andere ist Schnee von gestern… – …tiefgefroren, dass er nicht taut:

Standard – Chinas Fuehrer unter Beobachtung bei Krisenbewaeltigung – USA enttaeuscht ueber Pekings mangelnde Transparenz”. Dazu passt die Kolumne von Yen Makabenta in der “Times – Covid-19 ein Stress-Test fuer Xi Jinping”, in der er einen Artikel von Elizabeth Economy in “Foreign Affairs” zitiert. Die meint, das uebliche “blame game” habe begonnen, wenn lokale Groeszen in Wuhan entlassen werden, um die Figur Xi Jinping unangetastet zu lassen. Sie schlieszt: “Was die meisten Chinesen stattdessen wollen, ist das, was Buerger ueberall wollen: eine ehrliche Bilanz dessen, was geschehen ist, Aenderungen, die sicherstellen, dass es nie wieder geschieht, und ein Fuehrer mit der Integritaet zu sagen: ‘The buck stops here’”, was im Englischen ausdrueckt, die Verantwortung fuer etwas zu uebernehmen und sich zu Entscheidungen zu bekennen, seit Harry Truman mit diesen Worten befahl, die Atombombe gegen Japan einzusetzen.

Times – Haus wartet auf rechten Moment fuer die ABS-CBN Lizenz”, und die Zeit sieht Sprecher Alan Pater Cayetano erst im Mai, vielleicht spaeter, auf jeden Fall nicht vor Ablauf der Lizenz Ende Maerz. Damit hat er sich zum ersten Mal dazu geaeuszert und begruendet, man habe zu viel zu tun. Zum Beispiel die Schaffung eines Ministeriums fuer OFWs (Oversea Filipino Workers), was auf der Wunschliste von Praesident Rodrigo Roa Duterte steht. Cayetano meint: “Dies ist kein Rennen gegen die Zeit, sondern ein Rennen um Gerechtigkeit und Demokratie”, nur um etwas spaeter dann zu sagen: “Dies ist kein Rennen. Hier geht es nicht um Eile. Dies braucht einen kuehlen Kopf.

Bulletin – Quezon City Gericht ordnet Verhaftung von Trillanes und 9 anderen an”. Das wird aber erst naechste Woche stattfinden, denn Antonio Trillanes befindet sich derzeit im Ausland, und dann wird es ausgehen wie das Hornberger Schieszen, denn bei der Anklage kann man Kaution hinterlegen, was Trillanes tun wird, wie es auch “Bikoy”, Peter Joemel Advincula, schon vor ihm getan hat. Bei dem ist unklar, ob die Staatswaltschaft ihn zum Kronzeugen macht; die Chance hat Trillanes nicht.

Weitaus interessanter… – …fand ich die Kolumne von Mauro Gia Samonte in der “Times” mit dem Titel “Erpressung an der Hafenkante (waterfront)”.

Letzten Dienstag gab es eine Explosion auf der Faehre MV Virgen de Penefrancia im Hafen von San Pascual, Masbate, wobei zum Glueck keine Personen zu Schaden kamen. Die Besitzerin der Star Horse-Linie, Merian Reyes, sieht den Buergermeister von San Pascual, Maxim Lazaro, in der Verantwortung, der die Star Horse-Linie als Milchkuh betrachtet. Jemand, die sich als “Mann von Mayor Lazaro” vorstellte, besuchte das Buero der Linie und verlangte Schutzgeld fuer die sichere Passage der Faehre in den Hafen von San Pascual. Er schlug dazu vor, die Gebuehr fuer Passagiere von 220 Peso auf 270 Peso zu erhoehen. Wuetend schickte Frau Reyes jemand los, die Identitaet dieses “Mannes von Mayor Lazaro” zu erkunden, der mit dem Mayor sprach und tatsaechlich zu hoeren bekam: “Ja, das ist mein Mann, gehoert zu meinem juristischen Team. Tja, und weil es schwierig ist, mit Ihrem Chef zu sprechen, habe ich eben mein juristisches Team geschickt.” Dazu Frau Reyes: “Wie koennte ich dieser Erpressung zustimmen? Ich verdiene nicht mal Geld mit meinem Unternehmen in San Pascual. Genau deshalb nennt man es eine Missionsroute.

In der Kolumne heiszt es weiter: “Frau Reyes zufolge war es Liebe zu San Pascual, die Gemeinde in ihre Missionsroute aufzunehmen. San Pascual liegt auf der wunderschoenen Insel Burias in Masbate. Frau Reyes glaubt, dass der Ort mit nur wenig Aufwand der oertlichen Verwaltung zu einer Touristen-Attraktion ausgebaut werden kann. ‘Aber wie kann man die Insel fuer den Tourismus entwickeln, wenn lokale Fuehrungskraefte nur darum besorgt sind, ihre Taschen zu fuellen?’ ‘Nein!’ Frau Reyes lehnte die Forderung von Schutzgeldern glatt ab. Die Explosion auf der MV Virgen de Penefrancia an diesem Dienstag Morgen war das offenbare Ergebnis ihrer Ablehnung.

Ich frage mich nun, ob es Praesident Duterte jemals gelingen wird, mit der Korruption in diesem Lande fertig zu werden.

 



 

Gemaesz “Manila Standard”, “Manila Times”, “CNNPhil”, “Manila Bulletin”, “GMANews” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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