aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 14. Februar 2020

(zum Bild:  Noch ist es mit Trump „fine“ – die Kündigung des VFAs)

 

It’s fine”… – …ist die Schlagzeile der “Times” heute und ein Zitat aus einem Interview von Reportern mit US-Praesident Donald Trump, der eine Frage nach Beendigung des VFA (Visiting Forces Agreement) durch die Philipinen so abfertigte: “Wenn sie das so wollen, ist in Ordnung (it’s fine), wir sparen eine Menge Geld.

Ich hab das im TV gesehen. In einer Runde von Reportern, die alle moeglichen Fragen stellten, die sich meist um die Vorwahlen und andere US-Interna drehten, war das so aus dem Aermel geschossen. Daraus zu folgern, wie der “Tribune” das in einem Leitartikel tut, ist kurzsichtig: “Rody und Trump sind auf gleicher Wellenlaenge, dass die Ressourcen eines Landes besser fuer das Wohl ihrer Buerger genutzt werden, und nicht dazu, sich in die Angelegenheiten eines anderen Landes zu mischen.

Warten wir ab, bis seine Militaers Trump aufgeklaert haben, dass das seine Position gegenueber China schwaecht. Wir werden dann einen anderen Trump erleben. So titelt der “Standard” auch: “Trump pooh-poohs PH scrapping of VFA”. Dieses “pooh-pooh” uebersetzt der Pons mit “veraechtlich abtun”, also ohne weiter nachzudenken, und so lautet einer der ersten Saetze des zugehoerigen Artikels denn auch: “Aber Washingtons oberster Militaer-Offizier im asiatisch-pazifischen Raum, Admiral Philip Davidson, warnte, dass die Beendigung des Sicherheitspaktes die Bemuehungen zur Terrorismus-Bekaempfung in Mindanao beeintraechtigt, was ihn in Widerspruch zu seinem Oberbefehlshaber setzt.

Diese Meinung vertritt auch Senator Panfilo Lacson, den das “Bulletin” zitiert: “Sache ist, es ist nicht der geschickteste Zug des Praesidenten [Duterte], sich zuerst nackt auszusetzen, bevor er sich nach anderen Optionen fuer die Deckung umgeschaut hat.

Ein anderer Aspekt… – …der Kuendigung des VFA treibt Senats-Praesident Vicente Sotto um, wie die “Times” ihn zitiert: “Aber gestern haben wir eine Studie durchgefuehrt, weil da ein Gedanke im Senat umgeht, dass jeder Vertrag oder jedes Abkommen, das die Regierung beschlieszt, nicht wirksam wird, wenn es nicht vom Senat ratifiziert wird, und genauso, wenn es gekuendigt oder beendet wird, muss der Senat als ratifizierende Instanz zustimmen.

Da spricht sich eine Angst aus, dass der Senat vom Praesidenten entmachtet werden koennte. Das ist aber keine Frage, die durch Diskussion geloest wird. Irgendwer wird wohl zum Obersten Gericht gehen muessen und sich dazu Bescheid geben lassen.

Das Oberste Gericht… – …hat die Petition des General Staatsanwalts Jose Calida letzten Montag der Richterin Amy Lazaro Javier zugeordnet, wie der in Gerichts-Angelegenheiten meist gut informierte Jomar Canlas in der “Times” schreibt. Javier war 14 Jahre selbst im Buero des General Staatsanwalts, bevor sie ueber den Court of Appeal schlieszlich zum Obersten kam. Sie ist fuer ihre juristische Expertise bekannt. Das Interesse am Obersten fuer die Petition erhellt auch daraus, dass Richter Mario Victor Leonen sich vorab eine Kopie der Petition in Sachen ABS-CBN besorgte und seine Kollegen am Dienstag bei der Sitzung en banc mit Detail-Kenntnis ueberraschte.

Wir werden sehen, was dabei herauskommt, denn auf der anderen Seite regt sich Widerstand im Senat. Senator Sherwin Gatchalian haelt Calidas Petition schlicht fuer ueberfluessig, da die Lizenz ohnehin Ende Marz auslaeuft. Hier spricht wieder die “gefuehlte Entmachtung” des Senats: da das Haus nicht in die Gaenge kommt und die Uebermacht des Obersten wie ein Damoklesschwert ueber der Sache haengt, sieht sich der Senat leer ausgehen, wo er in der Sache doch auch gern mitreden will.

Laut “Bulletin” meint Gatchalian: “Wichtig ist, dass das Repraesentantenhaus seine oeffentlichen Anhoerungen beginnt und seine Ergebnisse schlieszlich an den Senat weiterleitet, und dass der Senat feststellt, ob das Unternehmen Maengel aufweist, die moeglicherweise noch verbessert werden koennen. Das ist der normale Prozess einer Franchise-Lizenz.

Man moechte das letzte Wort haben, und wir werden sehen, ob der Senat es bekommt.

Schlechte Aussichten… – …fuer die Berufs-Schifffahrt, lese ich in der “Times”: “Nach Angaben der Marina (Maritime Industry Authority) wurden 61 der 91 Seefahrts-Schulen des Landes zur Schlieszung empfohlen wegen Nicht-Einhaltung der International Convention on Standards of Training, Certification and Watchkeeping for Seafarers, welche die Ausbildung, Schulung und Zertifizierung auf See reguliert.

Das waere ein herber Schlag fuer die Absolventen dieser Schule, denn ohne die Zertifizierung werden sie nicht geheuert. Besonders achtet darauf die EU, die da strenge Vorschriften hat. Die Aussage, dass ein Viertel aller Seeleute weltweit in der Berufsschiffahrt Filipinos sind, verlor schon laenger gegen andere Nationalitaeten. Sie wird nun weiter absinken.

In dem Zusammenhang… – …sticht mir eine Meldung der “PNA” ins Auge, dass der Abgeordnete fuer Albay, Joey Salceda, das House Bill 6287 eingereicht hat, in dem er vorschlaegt, eine Kette von “Meister Schools” einzurichten, um hohe technische Fertigkeiten zu verbessern. Er verweist auf den Erfolg der “Meister Schools” in Sued Korea, die 2008 das Prinzip der dualen Ausbildung von Deutschland uebernahmen.

Vielleicht kommt so, auf dem Umweg ueber Korea, neben “Kindergarten” und “kaputt”, auch das Wort “Meister” in den philippinischen Sprachgebrauch. In Deutschland geht man andere Wege, wenn dort der “Bachelor Professional” eingefuehrt wird, auch wenn ich in der “Sueddeutschen Zeitung” die Versicherung lese, dass der “Meisterbrief” nicht ausgedient hat.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Manila Standard”, “Daily Tribune”, “PNA”, “Sueddeutsche Zeitung” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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