aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 30. Januar 2020

(zum Bild: Endgültig – Kündigung des VFA und kein Besuch zum US-Asean Gipfel)

 

Die Wuerfel sind gefallen – Klang es bisher so, als werde noch geprueft, ob und wie man aus dem VFA (Visting Forces Agreement) aussteigt, so stellte Praesident Rodrigo Roa Duterte gestern in einem Interview am Rande eines Jubilaeums des DSWD (Department of Social Welfare and Development) in Quezon City klar: “Ich kuendige (das VFA). Ich mach da auch keine Spasz. Der Tag, an dem ich es sagte, war auch der Tag als ich beschlossen habe, es zu beenden. … Wenn du sagst, dass du dies beenden willst, diese Vereinbarung, was auch immer, dann sind Regeln zu befolgen, wie das abgewickelt wird, die Rueckgabe von Eigentum, das waehrend der Laufzeit des Vertrages verwendet wurde, bis er widerrufen wurde. So geht das nun mal. … Es begann, als die ueber die US-Resolution sprachen. Sie versuchten herauszufinden, wer die Personen sein wuerden, die an der Einreise gehindert werden. Ich hab schon eine Weile darueber nachgedacht. Das ist mein Stil. … Ich warte auf nichts mehr. Ich habe es zwar erst kuerzlich gesagt, [aber] ich hatte darueber bereits nachgedacht und zu dem Zeitpunkt habe ich beschlossen, sie machen das. Ich mach das nicht nur fuer [‘Bato’] dela Rosa, sondern fuer jeden Filipino, besonders fuer Beamte, die da hingehen unter der Annahme, offiziell Geschaefts-Interessen zu verfolgen. … Ich werde zu diesem Zeitpunkt keinem Kabinetts-Mitglied erlauben, dort hinzugehen. Keinem Mitgleid des Kabinetts soll gestattet sein in die Vereinigten Staaten zu reisen. (Das gilt) auf unbestimmte Zeit. So schraenken wir unseren Kontakt in jedem Aspekt internationaler Beziehungen ein, die eroertert werden oder Gegenstand von Gesetzen sind.

Er werde im Maerz auch nicht zum US-ASEAN-Gipfel in Las Vegas reisen. Er muesse das auslassen, wegen “strategischer geopolitischer Erwaegungen.” Welches das sind, sagte er nicht, und er werde auch keinen Stellvertreter schicken: “Ich will dort keinen Stellvertreter. Das hab ich bemerkt. Wenn ein Staatsoberhaupt fehlt, dann bleibt sein Stuhl leer. Niemand sitzt dort. Bestimmt niemand. So werde ich wohl keinen Repraesentanten haben. Ich werde keinen Stellvertreter benennen oder jemanden, der stellvertretend auftritt.

Zwei Meinungen – In seiner Kolumne in der “Times” verweist Antonio Contreras darauf, dass unsere Souveraenitaet mehr von China als von den USA verletzt wird, wenn China sich in der South China Sea einrichtet, und wiederholt seine Meinung vom Dienstag, dass eine Frage der Souveraenitaet, nicht an Einzel-Interessen ausgerichtet werden sollte – womit er weiterhin meint, dass die Kuendigung des “Bato-Visums” alleiniger Grund zur Aufhebung des VFA sei. Dem widersprach Duterte gestern deutlich: “Ich mach das nicht nur fuer [‘Bato’] dela Rosa.

Aus anderer Perspektive sieht das Ricardo Saludo in seiner Kolumne in der “Times”, die er ueberschreibt: “Warum das VFA unsere nationale Sicherheit bedroht”. Er verweist darauf, dass 1999, als das VFA ratifiziert wurde, die USA kein Rivale Chinas waren, und es gab keine Gefahr, die US-Streitkraefte hier in einen Krieg verwickeln wuerden. Die Rotation von Truppen zur Ausbildung und gegen Terrorismus gefaehrdete unsere Sicherheit nicht, aber:

Die Lage ist zwei Jahrzehnte spaeter voellig anders. China ist jetzt eine aufstrebende Supermacht, die sich oft mit den USA anlegt. In den letzten Jahren eskalierte das wegen der South China Sea, der Unabhaengigkeit Taiwans, der Proteste in Hong Kong, der von Japan und China beanspruchten Senkaku und Diaoyutai-Inseln, der 5G-Telekom-Technologie, und des Handels der USA mit China.

“Dieser Test des Willens der Supermaechte fuehrte zu zunehmend haerteren Aeuszerungen zwischen Peking und Washington, zur Verschaerfung des Bewerbs, um die ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) fuer sich zu gewinnen und zu immer mehr Konfrontationen auf hoher See, wo die US-Navy mit ihren ‘freedom of navigation’-Operationen (fonops) die territorialen Ansprueche Chinas herausfordert, insbesondere ueber beanspruchte Inseln in den strittigen Spratly Islands.

”In diesem schwierigen, angespannten Klima ist es offensichtlich selbstmoerderisch, amerikanische Streitkraefte mit nuklearen Langstrecken-Raketen zu beherbergen, die den groeszten Teil Chinas und alle seine Schiffe in den umliegenden Gewaessern treffen koennen. Die 3 Millionen Mann starke Volkesbefreiunsgarmee (PLA ~ People’s Liberation Army), das groeszte Militaer der Welt, wird nicht zoegern, feindliche Streitkraefte auf den Philippinen anzugreifen und auszuschalten, insbesondere Schiffe und Flugzeuge, die in der Lage sind, China von hier aus zu vernichten.

“Und genau das ist es, was das VFA dem US-Militaer gestattet.

Und so schlieszt Saludo: “Trotz all seiner Proteste ist Praesident Duterte klug genug, um MDT (Mutual Defense Treaty), VFA und EDCA (Enhanced Defense Cooperation Agreement) in naher Zukunft nicht aus dem Weg zu raeumen. Das hilft Peking, sich weiterhin zurueck zu halten, und gibt den Streitkraeften Zeit, externe Verteidigungs-Faehigkeit aufzubauen. Er [Duterte] hat sicherlich mehr als nur Batos Visum im Sinn, wenn er die US-Allianz abwickelt.

Wie es aussieht, wirft Duterte nicht alle Vertraege zugleich ueber Bord. Er beginnt erstmal mit dem unwichtigsten der drei, dem VFA, der praktisch nur den “Militaer-Tourismus” regelt, und schaut, wie die USA reagieren. Dann kann man weitersehen.

Auf jeden Fall werden die USA diesen Schritt wahrnehmen, denn da muessen Orders an die Militaers rausgehen. Sie koennen das nicht einfach ignorieren wie irgendeine von Dutertes zahllosen Tiraden nach dem Motto: “Hunde, die bellen, beiszen nicht.” Nun, ein richtiger Biss ist die Kuendigung des VFA sicherlich nicht, mehr ein Insekten-Stich. Doch Allergiker koennen da vehement reagieren, ganz besonders, wenn sie durch einen leeren Stuhl in Las Vegas daran erinnert werden.

Tut mir Leid… – …dass ich gestern behauptet habe, Commodore Luzviminda Camacho sei weltweit die erste Frau, die diesen Rang bekleidet. Ein Leser macht darauf aufmerksam, dass es in den USA und anderswo schon laenger Frauen im Admirals- oder Generals-Rang gibt. Bei genauer Betrachtung der Meldung im “Bulletin” bezog sich die Erstmaligkeit nur auf die Philippinen, das “weltweit” war dann eine Zutat von mir – und die war falsch.

 



 

Gemaesz “PNA”, “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

Ein Gedanke zu „aus der philippinischen Presse

  • Januar 30, 2020 um 09:58
    Permalink

    Man kann aus dem geschriebenen heute klar herauslesen, dass China die grosse Gefahr ist.
    Ich persönlich glaube aber, dass weder China noch die USA an einem Krieg interessiert sind oder einen anfangen würden.
    Ein handelskrieg haben wir leider durch den nicht gerade intelligenten Trump schon und der trifft alle Länder schwerer als Waffen.

Kommentare sind geschlossen.