…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 17. Januar 2020

(zum Bild: Filipinos verlassen als OFW das Land)

 

Der Taal bleibt gefaehrlich… – …auch wenn er grad kaum spuckt, meint Phivolcs. Davon kann sich jeder selbst ueberzeugen, der sich die “earthquake-information” auf deren Web-Seite anschaut. Solange dort im Stundentakt Bewegungen in Batangas mit der Ursache “volcanic” gemeldet werden – wo ich grad schreibe um 5:06 a.m. mit Staerke 1,8 bei Calaca, Batangas – ist der Vulkan nicht wirklich “eingeschlafen”, er “schnarcht” nur nicht. Oder, wie Maria Antonia Bornas von Phivolcs das ausdrueckt: “Eine laengere Ruhe koennte nur eine Pause der vulkanischen Aktivitaet sein. Die Gefahr bleibt.

So ist auch Praesident Rodrigo Roa Duterte mit der Leistung von Phivolcs (Philippine Institute of Volcanology and Seismology) zufrieden, trotz der Vorwuerfe gegen Phivolcs, keine fruehen Warnungen vor dem Ausbruch ausgesprochen zu haben. Ich weisz nicht, von wem die Vorwuerfe kommen, und halte das fuer eine menschliche Schwaeche, was auch geschieht, einen Schuldigen finden zu wollen. Schaut auf die Earthquake-Seite bei Phivolcs: vor dem 12. Januar taucht Batangas sporadisch mit “tectonic”-Bewegungen auf. Ab dem 12. Januar 1:00 p.m. hagelt es “volcanic” – das war dann auch gleich der Ausbruch. Wer wollte da vorher warnen?

Inzwischen ist eine 14 km Gefahren-Zone um den Krater erklaert worden, die nur in Absprache mit den Ordnungs-Kraeften betreten werden darf. In dieser 14 km-Zone leben 459 Tsd Menschen, die direkt durch Auswurf und Tsunami des Lake Taal betroffen waeren. In einer 17 km-Zone, die bei einem groszen Ausbruch indirekt auch durch Aschregen betroffen waeren leben 931 Tsd Menschen.

Die Krater-Insel selbst ist “off limits”. Dennoch waren in Absprache mit den Behoerden Mitglieder von PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) von Mittwoch bis Donnerstag mit Kaehnen auf der Insel, um Pferde, Ochsen, Hunde, Huehner und andere Tiere zu retten.

Zu gefaehrlich… – …scheint Arbeits-Minister Silvestre Bello auch die Lage der OFWs (Oversea Filipino Workers) in Kuwait, nicht wegen natuerlicher, sondern wegen menschlicher Gewalt. Es geht dabei nicht nur um den Tod der Jeanelyn Villavende. Deren Tod durch physische Gewalt hatten auch kuwaitische Behoerden festgestellt, das wird verfolgt. Wie eine Obduktion hier jedoch ergab, wurde sie auch sexuell missbraucht, wovon im kuwatischen Bericht nicht die Rede war.

Dieses Uebersehen kommt zusammen mit dem Umstand, dass seit dem Memorandum von 2018, in dem Kuwait eine bessere Zusammenarbeit mit philippinischen Behoerden zusagte, dennoch ein geplanter Standard-Arbeits-Vertrag fuer Haushalts-Hilfen nicht zustande gekommen ist

Nun hat Bello genug und er sprach eine totalen Bann fuer alle OFWs in Kuwait aus, nicht nur fuer Hilfen. Dieser Bann wird laut Bello erst aufgehoben, wenn Jeanelyn Villavende Gerechtigkeit erfaehrt – was meiner Meinung nach heiszt, dass jemand verurteilt wird – und wenn der Standard-Arbeits-Vertrag beschlossen ist.

Das Justiz-Ministerium… – …hat genuegend Material, um den frueheren Polizei-Chef Oscar Albayalde anzuklagen wegen Nachlaessigkeit im Dienst (graft), weil er einen Befehl “zur Bestrafung der an der fraglichen Drogenoperation beteiligten Polizei-Beamten” nicht ausgefuehrt hatte.

Es ist dieses “Uebersehen des Boesen”, die Duldung krimineller Aktivitaet, die vermutlich in der PNP (Philippine National Police) das groeszere Uebel ist im Vergleich zu den auch vorhandenen “ninja-cops”, die beschlagnahmtes Shabu selbst verkaufen oder als “Beweismaterial” bei jemandem plazieren, den sie auf dem Kieker haben.

Es ist auf der Ebene, auf der auch wegen “Drogen-Vergehen” gegen die Senatorin Leila de Lima vor Gericht geklagt wird, die zu ihrer Verteidigung sagt, man habe kein Gramm Shabu bei ihr gefunden. Richtig, aber sie hat Geld von denen genommen, die damit handelten. So hat Albayalde vermutlich auch nie ein Gramm von den “nicht gefundenen” 160 kg Shabu der damaligen Aktion gesehen, aber er hat es “geschehen” lassen. Als Vorgesetzter darf man nicht wegschauen.

Der “Tribune” vermeldet… – …einen “sucker punch ~ Ueberraschungsschlag”, den Anwalt Jude Sabio mit der Ruecknahme seiner “Kommunikation” gegen den ICC (International Criminal Court) gefuehrt hat.

Ich bin weiter skeptisch, da die Manila-Blaetter – “Times”, “Bulletin”, “Standard” – das Thema nicht aufgreifen. Nur der gelbe “Inquirer” meldet, dass der Rueckzug der Kommunikation keinen Einfluss auf die laufende Untersuchung des ICC hat. Dazu zitiert er den Vorsitzenden der Commission on Human Rights, Chito Gascon – der letzte “Gelbe”, der einen offiziellen Posten haelt, erinnert an den “Letzten Mohikaner” von James Fenimore Cooper – der dazu meint: “Die Kommunikation von Herrn Sabio ist nur eine von [mehr als 50 Kommunikationen], und der ICC behandelt jede Mitteilung gleich: Sie stellt Informationen zur Verfuegung, die vom ICC unabhaengig geprueft, nachgeschaut, verifiziert, validiert und untersucht werden muessen.

Der “Tribune” setzt mit einer Kolumne noch eins drauf mit der Ueberschrift “ICC has hand in hoax”, in der er vermutet, dass “…der ICC Teil des gut geoelten und finanzstarken Vorhabens ist, die derzeitige Regierung zu destabilisieren.

Vermuten kann man, was man will, nur ist das ohne jeden Beweis nicht viel wert.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Manila Standard”, “Daily Tribune”, “Inquirer” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht