…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 14. Januar 2020

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Noch haelt Taal still… – …doch das will nichts heiszen. In einer Presse-Konferenz aeuszerten sich gestern Experten von Phivolcs (Philippine Institute of Volcanology and Seismology), deren Aussagen sich heute in allen Blaettern finden. Da war der Hinweis, dass der Ausbruch 1911 drei Tage dauerte, der 1754 sieben Monate. Phivolcs fuerchtet, dass es nicht zu einem vertikalen, sondern zu einem horizontalen Ausbruch (base surge) kommen koennte. Diese Art des Ausbruchs, bei der Lava und Felsbrocken nicht blosz in die Hoehe, sondern ringsum in die Gegend geschleudert werden, waren bei den zitierten historischen Ausbruechen fuer eine grosze Zahl von Toten verantwortlich. Das Fatale daran ist, dass man nicht viel tun kann, hoechstens weglaufen. Es wird evakuiert, doch wie weit soll man dabei gehen? Das Leben geht ja weiter, aber wo und wie?

Das Wort “fatal” kommt aus dem Lateinischen von “fatum ~ Schicksal”, und es hat sich im Deutschen in dem Wort “Fatalismus ~ Schicksalsergebenheit” niedergeschlagen, und das Seltsame daran ist, dass es keinen richtigen Gegenbegriff gibt. So spricht man auch vom “Weltgeschehen”, was heiszt, dass das eben nichts “Gemachtes” ist.

Aber stimmt das?

Yen Makabenta… – …ein Kolumnist der “Times”, den ich verfolge, auch wenn ich sein Thema “Klimawandel” mitunter ermuedend finde, befasst sich heute damit, dass das Feuer in Australien nicht wie gern behauptet, Folge des Klimawandels ist. Makabenta zitiert eine Miranda Devina, die das fuer einen Mythos haelt. Die schreibt: “’Australien brennt’, twitterte die jugendliche Klima-Aktivistin Greta Thunberg und beklagte den Mangel an ‘politischen Masznahmen zur Bekaempfung der Klimakrise’. ‘Australien begeht Klima-Selbstmord’ hiesz eine Schlagzeile der New York Times. Es tut mir Leid, aber ich habe in den letzten zwei Jahrzehnten in Australien die eskalierenden Brandkrisen erlebt, Nicht der Klimawandel hat die heutige Katastrophe verursacht, sondern die kriminelle Nachlaessigkeit von Regierungen, die versucht haben gruene Stimmen zu kaufen, indem sie weite Teile des Landes als Nationalparks gesperrt haben, aber kein Geld locker machten, das fuer die Kontrolle des Buschwerks und die Instandhaltung von Feuerschneisen noetig war.

Statt durch kontrolliertes Abbrennen bestimmter Gebiete die groszflachige Ausbreitung moeglicher Braende zu verhindern, foerderte man den aktuellen Flaechenbrand, dem 26 Menschen zum Opfer fielen.

Ich erinnere auch Artikel, die warnten, dass der Lebensraum der Orang Utans in Borneo zerstoert wird, weil deren Urwald abgefackelt wird, um Plantagen fuer Oelpalmen einzurichten, deren Produkt sich an die EU fuer Bio-Diesel verkaufen laesst, dessen Einfuehrung eine gruene Politik gefordert hat.

Es geht hier nicht um “Gruenen-Schelte”, sondern ganz philosophisch um die Frage, ob das, wovon die Blaetter berichten, “geschehen” oder “gemacht” ist.

Die “Toetung von General Soleimani”… – …beschaeftigt die “Sueddeutsche Zeitung” in einem Artikel, der darauf abhebt, dass US-Praesident Donald Trump dessen Tod angeordnet hat, weil unmittelbare Gefahr fuer vier US-Botschaften bestand. Nun hat aber US-Verteidigungs-Minister Mark Esper kein Geheimdienst-Material gesehen, dass diese Aussage bestaetigt.

Trump hat da etwas in Gang gesetzt, was in der Abwehr-Reaktion des Iran dazu fuehrte, dass die faelschlich ein ziviles Flugzeug abgeschossen haben. “Shit happens”, koennte man fatalistisch sagen, doch wenn Kanada und die Ukraine, die die meisten auslaendischen Passagiere an Bord der Maschine hatten, Wiedergutmachung vom Iran fordern, koennte man die nicht an den mutwilligen Donald Trump als ersten Verursacher verweisen?

Antonio Contreras… – …verweist in seiner Kolumne in der “Times” auf den Magnitsky Act, der 2012 vom US-Kongress verabschiedet wurde, und auf dem wiederum fuszt die Forderung von US-Senatoren, jenen philippinischen Beamten Einreise in die USA zu verwehren und deren Guthaben einzufrieren, die an der Verhaftung der Senatorin Leila de Lima beteiligt waren. Hier regt sich jeder auf und bejammert den Eingriff in innere Angelegenheiten, und so weist Contreras die Betroffenen darauf hin: “Die einzige Strafe oder Sanktion ist die Verweigerung der Einreise und die Verweigerung der Nutzung des US-Bankensystems durch Einfrieren ihrer Vermoegenswerte. Als Auslaender werden keine Rechte verletzt. Sie haben kein inhaerentes Recht in die USA einzureisen, dort Eigentum zu haben oder ihr Bankensystem zu nutzen. Wenn ueberhaupt, handelt es sich um Privilegien, die Auslaendern gewaehrt werden und die widerrufen werden koennen.

Wenn sich hier also jeder aufregt, frage ich mich, haben die alle ihr Geld in den USA und muessen die da jetzt hin? Ist das fuer Beamten ueblich, ihre Schaefchen im Ausland zu hueten? Was an die Wahl 2016 erinnert, aus der Praesident Rodrigo Roa Duterte als unumstrittener Sieger hervorging, der Posten des Vize-Praesidenten juristisch noch vor dem Obersten Gericht strittig ist. Verdaechtig ist, dass der damalige Comelec-Chef Andres Bautista, von seiner Frau wegen unerklaerter Reichtuemer verklagt, sich in die USA absetzte, von wo er dank eines Attestes  wegen Reiseunfaehigkeit nicht zurueckkommen kann. So wird das Geheimnis des Wahlausgangs 2016 wohl die Amtszeit der Vize-Praesidentin Leni Robredo ueberleben.

Da hierzulande alle bibelfest sind, koennte man die Bejammerer moeglicher USA-Reisen an Psalm 37,3 verweisen: “Bleibe im Lande und naehre dich redlich”, womit ich nichts gegen die OFWs (Oversea Filipino Workers) habe: Die treibt die Not, die anderen der Ueberfluss.

Was ich eigentlich sagen will… – …ist dies. Es ist oft unklar, was “geschehen” und was “gemacht” ist. Vieles entpuppt sich bei naeherem Hinschauen als Kuddelmuddel, nur beim Taal gibt es keinen Zweifel. Wir werden sehen, was geschieht.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Standard”, “Daily Tribune”, “Sueddeutsche Zeitung” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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