…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 13. Januar 2020

(zum Bild: Präsident Rodrigo Duterte hat lieber Freundinnen zum Knutschen und keine Kumpel)

 

Der Taal Volcano… – …in Batangas ist ausgebrochen, und schon wird, was gestern wichtig war, zur Nebensache. Ueber 6 Tsd Bewohner der naechsten Orte wurden evakuiert, und wegen der einen Kilometer hohen Aschewolke, deren Aschregen das noerdlich gelegenen Manila erreichte, wurde dort der Flughafen geschlossen. Da der Berg weiter grummelt, erwarten Vulkanologen in den naechsten Tagen eine moegliche, groeszere Explosion, die weit verheerender werden koennte.

Es sind diese Dinge, in alphabetischer Folge – Erdbeben, Taifune, Vulkane – die das Leben hier anders gestalten als in Mitteleuropa. Dort sind es Jahrhundert-Stuerme oder der Eyjafjallajökull in Island, dessen Zungenbrecher-Name schlimmer war als seine Aschewolke 2010, die aufmerken lassen. Hier sind solche Dinge keine alltaegliche, aber doch jaehrliche Erfahrung. Vielleicht liegt es daran, dass man Dinge gelassener betrachtet, die im Westen grosze Aufreger sind.

So bleibt, da der Ausbruch kein politisches Thema ist, heute nur Nebensaechliches zu erwaehnen:

Der Senat… – …tagt heute nicht, und Senatorin Grace Poe, Vorsitzende des Ausschusses fuer oeffentliche Dienste, hat die geplante Anhoerung zu den Motorrad-Taxis vorsorglich von Dienstag auf Donnerstag verschoben.

Joma” Sison… – …ringt um Aufmerksamkeit und begruendet, warum er nicht in die Philippinen zu einem Vier-Augen-Gespraech mit Praesident Rodrigo Roa Duterte reist, obwohl der ihm freies Geleit zusichert: “[Das Vier-Augen-Gespraech] ist entweder ein boeswilliges Vorhaben, mich in eine toedliche Falle zu locken, oder ein ebenso boeswilliges Manoever, um Friedensverhandlungen zu verhindern, wenn ich und die NDFP [National Democratic Front of the Philippines] das als unannehmbare Voraussetzung ablehnen muessen. … Erstens moechte er, dass ich den rechtlichen Schutz, den ich gemaesz der Fluechtlings-Konvention und Artikel 3 der Europaeischen Menschenrechts-Konverntion habe, aufgebe und mich bei meiner Ankunft in Manila der Kontrolle und Verfuegung seines Schlaechter-Regimes unterwerfe.

Was er zweitens und womoeglich noch drittens gesagt hat, lass ich aus. Der Mann ist unter anderem fuer den Bombenanschlag 1971 auf der Plaza Miranda verantwortlich, 9 Tote und 95 Verletzte, der kennt seine Rechte, wie alle Moerder, und darauf pochen sie, das ist ihr gutes Recht. Ihn verraet aber die Begruendung seiner Absage: er schlieszt von sich auf andere, was Zusicherungen betrifft.

Rigoberto Tiglao… – …befasst sich heute in seiner Kolumne in der “Times” damit, wie kontra-produktiv die Bemuehungen der Gelben Ex-Auszen-Minister Albert del Rosario, Ex-Richter am Obersten Antonio Carpio und Ex-Ombudsfrau Conchita Carpio-Morales sind in ihren amateurhaften Anwuefen gegen China in Sachen des Haager Schiedspruches bezueglich der South China Sea.

Er hat das Thema oefter, und ich habe es zig-mal gelesen. Wem es neu ist, mag selbst in die “Times” schauen. Ich weisz, dass es nur darum geht, China eins auszuwischen, um gegenueber Duterte als Opposition aufzutreten und sich US-Interessen anzudienen. Und den USA geht es nicht um die oft beschworene “Freiheit der Meere”, sondern, wie Mauro Gia Samonte bereits 2018 in der “Times” schrieb: “Die USA wollen die South China Sea kontrollieren, denn es ist genau dort – speziell im Manila-Graben – wohin sie ihre Nuklear-U-Boote manoevrieren koennen, um Nuklear-Raketen auf die Ost-Kueste von China feuern zu koennen, wo die chinesische Bevoelkerung und die Industrie konzentriert sind. Von weiter entfernten Plaetzen abgefeuert, in Australien oder Guam zum Beispiel, koennten solche Raketen von Chinas High-Tech Abwehrwaffen weit vor den Zielen heruntergeholt werden.

Und der Praesident? – In einer Rede in Pigacawayan, North Cotabato, sagte Duterte am Freitag: “Mehrere lautstarke, interessierte Reiche behaupten, Duterte gibt das seinen Kumpels. Ich habe keine Kumpel. Ich hab Freundinnen. Kumpel hab ich nicht. Sie sind nutzlos. Ich kann die Idioten nicht knutschen. Ich ziehe Freundinnen vor, keine Kumpel.

Er hatte seine Lacher, und wir kuemmern uns morgen wieder um Wichtiges – falls Taal stillhaelt.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Manila Standard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht

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