…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 10. Januar 2020

(zum Bild: Hogwash – die unsinnigen selbstverursachten Leiden der Leila de Lima und die unsägliche Ressa.)

 

Neuer Chef beim Zoll – Die Meldung ist nicht offiziell, sondern die “Times” hat ihren Aufmacher von einer “hoch zuverlaessigen” Quelle, die bei dem Dinner Mittwoch Nacht in Malacañang anwesend war, das Praesident Rodrigo Roa Duterte fuer den chinesischen Botschafter Huang Xilian gab. Die Quelle verriet der “Times”, dass der Praesident den Posten des Zoll-Chefs Rey Leonardo Guerrero dem Geschaeftsmann William de Jesus Lima aus Davao anbot, der auch Gesandter des Praesidenten fuer China ist. Das Angebot wurde angenommen, wusste die Quelle zu berichten, und wies darauf hin, dass der jetzige Zoll-Chef die gesetzten Ziele der Zoll-Einnahmen nicht erreicht habe.

Da das Ganze offiziell nicht bestaetigt ist, will ich nicht weiter darueber nachdenken. Ich erinnere nur, dass Praesident Duterte im Oktober 2018 zum 117ten Jahrestag der PCG (Philippine Coast Guard) sprach, was ich im TV sah, als er einige Anwesende im Publikum laut Transkript des “PCOO” auf kaltem Fusz erwischte: “Also jetzt… General Lapeña kommt nach TESDA [Technical Education and Skills Development Authority]. Ich befoerdere dich zum Kabinetts-Mitglied. Das ist…” Er wurde von Applaus unterbrochen, und man sah einen sichtlich erstaunten Lapeña im Bild – er hoerte da zum ersten Mal von seiner Versetzung, er war Zoll-Chef gewesen. Weiter Duterte in einem Atemzug: “General Jagger Guerrero, du gehst in’s Bureau of Customs.” Wieder Applaus, und man sah das versteinerte Gesicht von General Rey Leonardo “Jagger” Guerrero, erst im April zum Chef der Marina (Maritime Industry Authority) ernannt, und genauso unwissend wie Lapeña. Duterte ein paar Saetze spaeter. “Ist Jagger hier? Ich weisz, dass du zoegerst… Ich weisz, du bist gluecklich und zufrieden da [bei der Marina], hab ich gehoert, doch die Forderungen des oeffentlichen Dienstes und der Bedarf an aufrichtigen Menschen erfordern deine Anwesenheit dort. [Applaus] Viel Glueck!

Vielleicht macht “Jagger” Guerrero heute wieder ein versteinertes Gesicht, wenn er die “Times” liest.

Die Lage im Mittleren Osten… – …scheint nicht zu eskalieren, nachdem US-Praesident Donald Trump sich unerwartet zahm zu dem Gegenschlag Irans gegen US-Basen im Irak aeuszerte, bei denen es keine Verkuste gegeben haben soll. So nimmt auch die Regierung hier den Fusz vom Gas-Pedal und erklaert, dass nur diejenigen aus dem Irak repatriiert werden, die zurueckkehren wollen, wie ein Beamter des Auszen-Ministeriums, Eduardo Meñez, sagte. Die Frage, ob “Alarmstufe 4 nicht obligatorisch sei”, beantwortete Meñez mystisch mit: “Alarmstufe 4 ist obligatorisch, doch die Erfahrung lehrt uns anderes.

Die Lust am eigenen Leid – Am Mittwoch schrieb ich ueber die Unfaehigkeit, ueber sich selbst zu erschrecken, wenn man etwas falsch gemacht hat, und heute lese ich im “Tribune”, dass man diese Unfaehigkeit kultivieren und zur Lust am eigenen Leid steigern kann – falls der Leitartikler Recht hat in der Analyse des Verhaltens der inhaftierten Leila de Lima mit der Ueberschrift “Perverted ambition”.

Ausgeloest wurden diese Ueberlegungen, als Justiz-Minister Menardo Guevarra in einem TV-Interview sich wunderte, warum de Lima keine Kaution beantragt habe, was moeglich waere, selbst bei Drogenvergehen, fuer die Kaution ausgeschlossen ist, wenn sie die Beweise fuer schwach haelt. Als Juristin muesste sie wissen, dass es da bereits Entscheidungen von Richtern gab, Kaution zu gewaehren, wenn die Beweislage zweifelhaft schien: “Wenn du der Meinung bist, dass die Beweise der Anklage schwach sind, und wenn du angeklagt bist, wuerdest du in Betracht ziehen, Kaution zu beantragen, was sie jedoch nicht getan hat.

Also folgert Guevarra, dass de Lima die Beweise gegen sich fuer stark haelt. Daran knuepft nun der Leitartikler seine Ueberlegungen: “Einerseits nutzt de Lima die Inhaftierung definitiv aus, um auslaendische Einzelpersonen und Gruppen zur Unterstuetzung zu gewinnen, was unter anderen Umstaenden gar nicht moeglich gewesen waere. De Lima spielt voll und ganz die Rolle des Maertyrers, was immer wieder von dem Zeugnis jener widerlegt wurde, mit denen sie im Bunde war, den Drogenhandel fuer politische Zwecke zu nutzen, deren Ausmasz bisher nicht offen gelegt wurde.

“Ihr Ehrgeiz geht de Lima voraus, was sich in ihrem hartnaeckigen Streben nach Relevanz zeigt, trotz zahlreicher strafrechtlicher Anklagen.

Mit anderen Worten: de Lima wollte eingesperrt werden, als sie das Gericht nicht anerkannte und sich zu Fragen der Richterin bei Eroeffnung der Anklage nicht aeuszerte, sodass die Richterin an ihrer Statt die Entgegnung “nicht schuldig” ins Protokoll schreiben liesz. Daher auch kein Antrag auf Kaution.

De Lima will leiden, denn nur in dieser Opferrolle hoert man ihr weltweit zu, und je schlimmer sie ihr Leiden darstellt, desto mehr fallen darauf herein. Bis zu drei handschriftliche Notizen gibt sie pro Tag aus ihrem Appartment in Camp Crame heraus, hat Teile davon schon als Buch publiziert – ihre Haft ist eine einzige grosze Public Relations Show des Gelben Kults gegen Praesident Duterte, die unmoeglich gewesen waere, haette sie Kaution beantragt.

Beispiel Maria Ressa: die jammert als Journalistin verfolgt zu werden und schreit “Pressefreiheit”, ist aber auf Kaution raus und ihr “Rappler” publiziert weiter. Kaum jemand hoert noch auf sie.

De Lima ist da wesentlich geschickter: sie leidet fuer den Sturz ihres Erzfeindes. Welche Lust mag sie dabei empfinden?

Natuerlich verwahrt de Lima sich in einer neuen Notiz gegen Guevarras Ueberlegungen, die wie alle anderen Notizen ihren Weg in die Gelbe Presse finden, und meint, das sei “nur bloedes Zeug ~ pure hogwash”.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Standard”, “Daily Tribune” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht