…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 09. Dezember 2019

(zum Bild: Der ehemalige Präsident Benigno Aquino Jr. wollte mal in 2010 die Korruption und Armut beenden. Wie es ausschaut ist er ein Grund der Korruption.)

 

Pastilan!”… – …kann man mit “Herrje!” oder mit “Meine Guete!” uebersetzen, und etwas in der Art entfuhr mir, als ich die E-Mail eines Schulfreundes las, den es nach Thailand verschlagen hat. Wir waren Sitznachbarn in der Oberstufe, haben 1967 zusammen das Abitur gemacht, uns eine Zeit aus den Augen verloren und per E-Mail wieder gefunden. Er regt sich ueber eine deutsche TV-Dokumentation “Achtung Abzocke!” auf, die sich mit Touristenfallen befasst und ist – was Thailand angeht – “…von der Machart und Zielsetzung entsetzt. Es gibt diese Touristenfallen, darueber muessen wir nicht diskutieren. Aber der Eindruck, der hier mit bewusster Ueberzeichnung erweckt wird, laesst das ganze Land als Touristenfalle erscheinen. So unserioes die Machart auch ist – wie immer zucken Thailands offizielle Stellen verlaesslich dann zusammen, wenn Kritik aus dem Ausland kommt. Nicht, dass sie sich fuer irgendetwas verantwortlich fuehlten – sie haben schlicht Angst, dass Thailands Image beschaedigt wird und in der Folge noch weniger Touristen aus dem westlichen Ausland kommen koennten. Also bricht Hektik aus. Arbeitskreise werden gegruendet, Untersuchungs-Kommissionen, auch, hochrangige Staatsbedienstete zeigen, dass sie die Vorwuerfe zur Kenntnis genommen haben. Damit hat es sich dann auch, und alles bleibt beim Alten, wenn sich der Pulverdampf verzogen hat.

Mein lieber Freund, sei froh, dass es Dich nach Thailand verschlagen hat! Hier, auf den Philippinen, haettest Du laengst einen Herzkasper bekommen.

So lese ich heute in der “Times”, dass die PACC (Presidential Anti-Corruption Commission) nun das DPWH (Department of Public Works and Highways) aufs Korn nimmt. Oeffentliche Auftraege wurden schon immer als Pfuhl betrachtet, in dem sich die Korruption suhlt. Minister Mark Villar, Chef des PDWH, hat sich zum Ziel gesetzt da aufzuraeumen, nachdem letztes Jahr das DPWH als das korrupteste aller Ministerien bezeichnet wurde. Nun muss er erfahren, dass Firmen, die wegen solcher Praktiken von Ausschreibungen ausgeschlossen wurden, an Auftraege kommen, indem sie “in Lizenz von Unternehmen mit gutem Ansehen handeln gegen eine Gebuehr oder einen prozentualen Anteil am Vertrag.

In seiner Kolumne in der “Times” findet Rigoberto Tiglao heraus, dass jene sittenwidrigen Vertraege mit Wasser-Versorgern, denen nach Entscheid des Schiedshofes in Singapur die Regierung Verluste von 7,39 Mrd Peso ersetzen muesste, von der Vorgaenger-Regierung unter Benigno Aquino vertraulich behandelt wurden, als die Firmen gegen sie nach Singapur gingen. Davon sollte niemand was wissen. Bloed, dass ausgerechnet unter Praesident Rodrigo Roa Duterte der Schiedsspruch herauskam, der mit der Korruption aufraeumen will und prompt auf die Barrikaden ging.

Der Leitartikel der “Times” befasst sich damit, ob Praesident Duterte vom ICC (International Criminal Court) verhaftet werden kann, weil gegen ihn Anzeigen wegen angeblicher Verbrechen gegen die Menschheit vorliegen, die ihm von Opposition und westlichen Medien seit Beginn seiner Amtszeit systematisch vorgeworfen werden. Besonders in Erinnerung ist mir ein Artikel, der mit den Worten begann “Auf den Straßen der Philippinen sammeln sich jede Nacht die Leichen.” Die damalige Hospitantin und inzwischen fest angestellte Vanessa Vu befand am 3. August 2016 in der “Zeit” unter dem Titel “Im Rausch der Selbstjustiz” weiter: “Der Inselstaat gilt eigentlich als funktionierende und lebhafte Demokratie.” Sie wird in ihren Ansichten hierzulande unterstuetzt von Chito Gascon, Vorsitzender des PCHR (Philippine Commission on Human Rights). Der wurde von Dutertes Vorgaenger Benigno Aquino 2015 fuer 7 Jahre eingesetzt, und kann nicht gefeuert werden. Gascon verbreitete die Zahl von 27 Tsd Toten im Drogenkrieg, die Oppositions-Politiker Antonio Trillanes in die Welt gesetzt hatte, wie Rigoberto Tiglao in seiner Kolumne am 22. Mai in der “Times” darlegte. Nach Angaben der Polizei gab es 5.526 Tote bei Drogen-Einsaetzen in der Zeit vom 1. Juli 2016 bis zum 30. Juni 2019. Desungeachtet sicherte die PCHR nun dem ICC Unterstuetzung zu, der ueberlegt, ob er gegen Duterte offiziell vorgehen wird, womit sich der Leitartikel der “Times” heute befasst. Die PCHR gibt sich als Staat im Staate, die sich um die gewaehlte Regierung einen feuchten Schmutz schert. Das wundert den Leitartikler, der abschlieszend fragt: “Warum sollte sich die PCHR von den drei Verfassungs-Kommissionen unterscheiden – der Kommision fuer den Oeffentlichen Dienst, der Wahl-Kommission und der Pruefungs-Kommission – die alle eindeutig staatliche Instrumente der Exekutive sind?

“Dieses Problem muss geklaert werden. Die Philippinen koennten mit einer schwierigen Situation konfrontiert sein, in der die PCHR international froehlich gegen unsere ordnungsgemaesz gewaehlte Regierung aussagen wird, von welcher sie unabhaengig zu sein behauptet.

Mein lieber Freund, sei froh, dass Thailand eine Militaer-Diktatur hat. In der “funktionierenden und lebhaften Demokratie” geht es drunter und drueber, und die westliche Presse schuert das Feuer seit Jahren und verleiht Preise an alle, die gegen den gewaehlten Praesidenten sind, der im Land zu 80% Zustimmung bei der Bevoelkerung findet.

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.

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