…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 19. November 2019

(zum Bild: Die ernannte quasselnde Drogenbeauftragte könnte auch ganz schnell wieder vom Fenster weg sein, wenn sie mit den falschen Leuten spricht.)

 

Das Erdbeben… – …mit Staerke 5,9 gestern abend um 9:22 p.m. bei Kadingilan, Bukidnon, spuerte ich auch in GenSan, als das Sofa zu schaukeln begann, auf dem ich sasz und “State of the Nation” bei “GMANews” schaute. Dort ruckelte es die Nacht ueber, zuletzt noch mit Staerke 3 um 3:59 a.m. und um 4:04 a.m., als ich heute morgen mit meiner Lektuere der Blaetter begann.

Ene mene muh… – …und raus bist du” koennten die Blaetter titeln, die heute ueber die Aussage von Praesident Rodrigo Roa Duterte berichten, die der in einem Interview mit Marisol Abdurahman von “GMANews” machte: “Sie (Robredo) ist kein Mitglied des Kabinetts. Ich habe sie nicht zum Mitglied des Kabinetts ernannt. Und wissen Sie, warum? Schon frueh redete sie rechts und links, dass sie mit diesem und jenem reden wuerde. In der Kabinettssitzung reden wir darueber, was passiert – was, wenn sie das hoert und ausplaudert? Also habe ich sie nicht zum Kabinetts-Mitglied ernannt.

Wer die Feinheiten des Gesetzes delektiert, sollte die Kolumne von Yen Makabenta in der “Times” lesen, die sich mit dem Unterschied von “designation” und “appointment” befasst, den das Oberste Gericht in einer Entscheidung von 1992 geklaert hat. Ich muss gestehen, mir war das in dem Medien-Hype um die “Anti-Drogen Zarin” nicht klar – “lost in translation” – wie ihr, ihren Sprechern und Anwaelten offenbar auch nicht. Fuer Robredo gilt, dass sie zwar fuer den Posten ernannt ist, dass dies aber keinen neuen Posten schafft. Man hat ihr nur Arbeit zugeordnet, die Aufgabe ist temporaer, sie kann sie nicht selbst definieren oder erweitern, und die Politik des ICAD (Inter-Agency Committee on Anti-Illegal Drugs) bestimmt sie gleich gar nicht.

Sie ist da in gewissem Sinne “zur Probe”, benimmt sich aber wie der “Chef von’s Ganze”. Das kann nicht gutgehen.

 



 

Das Gentlemen’s Agreement… – …welches den Posten des Sprechers des Hauses fuer 15 Monate dem Alan Peter Cayetano und fuer 21 Monate Lord Allan Velasco zusprach, wurde auch in diesem Interview mit Marisol Abdurahman angesprochen, wozu sich Velasco in dem Sinne ausgesprochen hatte: “ein Gentlemen’s Agreement ist ein Gentlemen’s Agreement.” Dieser Meinung ist auch Praesident Duterte, der die Vereinbarung moderiert hatte. Er sagte nun zu den ausweichenden Aussagen des Cayetano: “Ich war dabei, als wir uns einigten – wir drei – und ich gab es danach bekannt. Er (Cayetano) will das nicht wuerdigen? Das ist sein Problem.” Und er kuendigt an: “Es wird ein Problem sein, also werden wir das Problem loesen, wenn wir dort sind. Noch ist nichts passiert. Es bleibt erstmal hypothetisch.

Als Hackepeter… – …oder Hackfleisch oder Gehacktes koennte man die Meldungen bezeichnen, die alle aus dem Interview mit Marisol Abdurahman von “GMANews” letzten Freitag im Flieger mit dem Praesidenten stammen und nun einzeln verteilt werden. Fetzen habe ich – ueber die Werbebloecke verteilt – gestern im “State of the Nation” gesehen. Haengen blieb bei mir, dass die Shampoo-Industrie hier Geld ohne Ende verdient, wenn sie soviel Werbe-Spots in der “prime time” fuer das beste Waschen schulterlanger schwarzer Haare finanzieren kann, zwischen die die Nachrichten als Frikadellen oder Fleischkloeschen plaziert werden.

Ein Kloeschen war Dutertes Reaktion auf die Aussage des Senators Franklin Drilon, “dass das ‘Build, Build, Build’-Programm der Regierung ein klaeglicher Fehlschlag (dismal failure) ist.

Duterte: “Er kann echt nicht zaehlen. … Natuerlich nicht! Sie koennen es selbst sehen. Dieser Flughafen. Ihr reist herum. Schaut euch die Strecken an.

Die US-Politik… – …ist hier eigentlich kein Thema, doch faellt mir auf, dass die Blaetter sie hier immer oefter zum Thema machen. So befasst sich der Leitartikel des “Standard” heute mit der anlaufenden Amtsenthebung des US-Praesidenten und beginnt so: “Die Enthuellungen waehrend des laufenden Amtsenthebungs-Verfahrens gegen US-Praesident Donald Trump zeigen, wie unzuverlaessig und unvorhersehbar die amerikanische Auszenpolitik in einer Zeit geworden ist, in der der Rechts-Populismus Logik und Fakten verwirft zugunsten von ausgefransten Verschwoerungs-Theorien und bedeutungslosen Parolen.

Die USA sind der einzige Alliierte der Philippinen – MDT (Mutual Defense Treaty) von 1951 – und da kann eine Haltung verunsichern, die in Sachen Ukraine die Bedenken verbeamteter Diplomaten vom Tisch wischt zugunsten innenpolitischen Vorteils.

Man kann das so sehen, wie die Leute Zeitung lesen: sind sie jung, lesen sie den Sport, werden sie erwachsen, lesen sie die Politik, sind sie etabliert lesen sie die Finanzen, und wenn sie alt sind, lesen sie die Todesnachrichten, und – auch wenn sie den Verstorbenen gar nicht kennen – da interessiert das Geburtsdatum, das dem eigenen immer naeher kommt.

So aehnlich geht es den Leitartiklern hier mit der um sich schlagenden Auszen-Politik des Donald Trump – die Einschlaege kommen naeher.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Phivolcs”, “PhilStar”, “Manila Standard”, “GMANews” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.