…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnterstag, den 14. November 2019

(zum Bild: Was haben Panday Sining und die Vereinigten Nationen gemeinsam? Für die Antwort Presseschau von Heiko Eckard lesen.)

 

Wie man die Welt versteht… – …oder auch nicht.

Es gibt diese Tage, an denen man sich fragt, wofuer man ueberhaupt aufgestanden ist. Und wenn man erstmal in die Richtung losgedacht hat, landet man irgendwann bei Selbstmord-Gedanken, an denen einen nur stoert, dass man hinterher tot ist und nicht mehr sehen kann, ob das auch geholfen hat.

Zu dieser fragwuerdigen Einleitung meines Blogs komme ich nach Lektuere folgender Artikel:

GMANews – Lagusnilad vandalism irks Mayor Isko; cultural group apologizes” – Die Lagusnilad-Unterfuehrung nahe der Manila City Hall hat Buergermeister Isko Moreno von illegalen Haendlern saeubern lassen, nur um nun zu sehen, dass eine Gruppe Panday Sining die Waende dort mit einem Graffiti besprueht hat. Moreno ist sauer und will die Verantwortlichen ermitteln, und sie “ihr Schreiben ablecken lassen.” Nun entschuldigen die sich und geben kund: “Wir entschuldigen uns fuer die Unannehmlickeiten, aber die Sache und die anstehenden Probleme sind dringend. Daher veranstaltete die Jugend-Kultur-Organisation Panday Sining ihre Graffiesta als Reaktion auf den sich verschlechternden wirtschaftlichen und politischen Zustand der Nation.” Sie sind aber durchaus bereit mit Buergermeister Moreno die Sache zu diskutieren, “da er ja dasselbe Gefuehl teilt, gerechten und dauerhaften Frieden zu wollen.

Mir war bei der Begruendung der Zusammenhang nicht ganz klar, wieso man, um mit jemandem ins Gespraech zu kommen, oeffentliche Durchgaenge versauen muss, und mir war auch die Gruppe Panday Sining kein Begriff. Also google ich und finde die Facebbok-Seite der Gruppe mit einem Eintrag “On the recent Graffiesta of Panday Sining”. Dort finde ich die von “GMANews” zitierten Saetze plus den erhellenden Absatz: “Wir verstehen und anerkennen die Gefuehle der Oeffentlichkeit, aber es ist auch hoechste Zeit, ueber die sich verstaerkenden Angriffe auf unsere demokratischen Rechte zu sprechen. Der Zweck unserer Protestkunst besteht nicht darin, die Buerger von Manila zu aergern, sondern die Oeffentlichkeit vor den Ungerechtigkeiten zu warnen. Der klare Feind ist das faschistische US-Duterte-Regime.

Bei Graffitis gibt es ein besonderes Zeichen, das fuer die Visitenkarte des Urhebers steht, das nennt man das “Tag”. Das “Tag” einer politischen Erklaerung ist die Wendung “das faschistische Soundso-Regime”, so formulieren nur Kommunisten. Panday Sining ist einer der wuchernden Wurm-Fortsaetze der CPP (Communist Party of the Philippines), die sich der Oeffentlichkeit gegenueber als Freiheitskaempfer, Menschrechtler, Kulturtraeger oder sonst bescheuert gerieren. Sie geben den humanitaeren Hintergrund zum Beispiel auch fuer das kuerzliche Geschehen auf Samar, wozu ich den Artikel lese:

GMANews – Joma Sison praises NPA’s deadly attack vs. soldiers in Eastern Samar” Bei dem Angriff starben 6 Soldaten und 1 Rebell der NPA (New People’s Army), das ist diese Truppe, die Schueler und Studenten von Unis und Colleges als Nachwuchs in “humanitaeren Gruppen” werben bzw. entfuehren, wogegen derzeit Eltern klagen, die ihre Kinder zurueckhaben wollen und vor der Botschaft der Niederlande demonstrieren, die dem Lob-Redner der Mordbrenner, Joma Sison, Asyl vor dem ihn verfolgenden “faschistischen US-Duterte-Regime” gewaehren. Dieser Sison sagt nun: “Ich begruesze und gratuliere den Roten Kommandeuren und Kaempfern, die die erfolgreiche taktische Offensive in Samar durchgefuehrt haben. … Es ist eine scharfe und durchschlagende Antowrt auf die wiederholte Luege der AFP und der PNP, dass sie die NPA bereits zerstoert haben…” Ja, klar doch, gegen solche Fake News von AFP (Armed Forces of the Philippines) und PNP (Philippine National Police) muss man scharf vorgehen und zeigen, wie falsch und verlogen die sind, und wie tapfer und aufrecht man selbst gegen sie angeht. Und von daher versteht sich auch, dass man das ueberall an die Wand sprueht, weil die Oeffentlichkeit das sonst nicht erfahren wuerde.

Aehnlich ist wohl auch die Denkungsart der UN, die mal fuer den Frieden auf der Welt zustaendig war, oder wenigstens hat Eleanor Roosevelt das im Dezember 1945 so gesehen: “Wir muessen zu der Zeit zurueckkehren, als die UN-Charta urspruenglich geplant war. Zu der Zeit war der Krieg noch nicht vorbei, und dies war ein Traum, und jeder akzeptierte ihn als Traum – eine Idee, eine Organisation zu gruenden, deren Ziel es ist, den Frieden zu wahren.

In seiner Kolumne in der “Times” schreibt Yen Makabenta heute: “Die UN verbringt ihre Zeit jetzt mit Klimatreffen und Angstmacherei”. Da jetten Horden von Klima-Rettern in CO2-Bombern um die Welt, reden in Konferenzen dummes Zeug und jammern haenderingend wie wenig Zeit ihnen bleibt, die Welt zu retten.

Von dem urspruenglichen Gedanken, dass die UN den Frieden wahren soll, ist nicht viel uebrig: “Die UN und ihre Botschafter, Mitarbeiter und Experten sind schrecklich in der Friedens-Sicherung. In Teilen Afrikas vergewaltigen die UN-Friedenstruppen die Fluechtlinge. Die UN war nicht bereit oder zumindest nicht in der Lage, die Praxis zu beenden.

Und die kritiseren die Philippinen, dass die gegen illegale Drogen vorgehen? Na ja, das wird jetzt wohl anders mit der “Anti-Drogen-Zarin” Vize-Praesidentin Leni Robredo – oder doch nicht?

Times – Robredo to keep Tokhang” Nachdem sie lange genug geklagt hat, wie schlimm “Tokhang” ist, will sie diese Praxis nun beibehalten – verkuendet ihr Sprecher. Der “Oplan Tokhang ~ Operationsplan anklopfen und dringlich nachfragen”, kommt von den Visayan-Worten “toktok ~ anklopfen” und “hangyo ~ nachfragen, verhandeln”. Gemeint ist eine Initiative der PNP, zu Drogen-Haendlern oder -abhaengigen zu gehen und sie dringlich zu ermahnen, von ihrem Tun abzulassen, bevor sie die Haerte des Gesetzes zu spueren bekommen. Bei diesen Operationen hat die Opposition bisher Tote gezaehlt und – falls ihnen die nicht genueg waren – die Zahlen “aufgehuebscht”, indem sie ungeklaerte Todesfaelle dazuaddierte.

Das macht die “Anti-Drogen-Zarin” nun anders. Am Mittwoch lobte Leni Robredo eine Aktion, bei der in Makati und in Tondo, Manila, Shabu im Werte von 6,8 bzw. 5,7 Millionen Peso beschlagnahmt wurde: “Dies geschah, ohne unschuldige Leben zu opfern. Wir hoffen, dass wir diesen Kampf gegen illegale Drogen fortsetzen koennen.

Also, man zaehlt nicht mehr die Toten, moegen sie in Frieden ruhen, man zaehlt die Werte des Shabu (die Zahlen sind ja auch viel beeindruckender), so wie die UN nicht mehr vom Frieden spricht, sondern vom Wetter – so rettet man die Welt!

An solchen Tagen frage ich mich mitunter, wofuer ich eigentlich aufgestanden bin. Doch bevor ich in duestere Gedanken verfalle, lese ich, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte sich auch keine Pause goennt, sondern von zu Hause in Davao aus weiterarbeitet.

So mach ich auch weiter von zu Hause in GenSan aus in der Hoffnung, dass ich irgendwann nicht gleich die Welt, aber wenigstens den Praesidenten verstehen werde. Der scheint mir der einzig Vernuenftige zu sein.

 



 

 

Gemaesz “GMANews”, “Facebook”, “Manila Times”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.