…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 10. November 2019

(zum Bild: China zeigt wirtschaftliche Stärke)

 

Warum muss ich mir eine Coca-Cola kaufen? – Eigentlich koennte ich mir mein Blog heute sparen. Die Blaetter sind voller Meinungen und Aussagen zu “Drogen-Zarin Leni”, alles vertreten von gutmuetig bis gehaessig. Da ich mir jedoch vorgenommen habe, sie erstmal machen zu lassen, bevor ich von ihren Taten berichte, lass ich das dann auch,  denn getan hat sie noch nichts. So haette ich einen freien Sonntag, den ich genieszen koennte, denn wir wollen heute mit den Kids zum Baden und Essen ins GenSan-View. Da kann man eine Huette mieten, sein Essen bestellen, ab und zu in den Pool huepfen, und San Mig Pilsen gibt’s da auch.

Doch da ist wieder so ein Satz, auf den ich reagiere wie – ja, jetzt fehlt mir der Vergleich, oder, halt, ich hab’s – wie meine Frau auf ein Schnaeppchen im Department Store: sie kann daran einfach nicht vorbeigehen, so wie ich den Satz nicht ohne meinen Kommentar einfach so stehen lassen.

Also, Mauro Gia Samonte beginnt seine Kolumne in der “Times” zu den Grundlagen des Handels mit der Frage: “Warum muss ich mir eine Coca-Cola kaufen?” Da ich von Handel und Wirtschaft keine Ahnung habe, jedoch unbegrenzt lernfaehig und -willig bin, wenn ein Text dazu mit einer einleuchtenden Frage beginnt, schnappt die Falle zu, und ich lese weiter.

Die Antwort auf die einleitende Frage ist denkbar einfach: weil ich mir die Cola nicht selbst so machen koennte, wie ich sie haben will (das Beispiel klappt auch mit San Mig Pilsen statt Cola). Auf diese Weise ist jedem einsichtig, dass der Mensch zum Handel verurteilt ist. Man muss mit anderen handeln, oder man geht unter. Von hier aus lenkt Samonte den Blick auf die CIIE (China International Import Exposition), die ein groszer Erfolg war: “China wird in den naechsten 15 Jahren fuer bis zu 30 Trillionen US-Dollar Waren und 10 Milliarden US-Dollar an Dienstleistungen aus der ganzen Welt einkaufen und damit Industrie, Landwirtschaft und Dienstleistungs-Betriebe in groszen und kleinen Laendern am Leben und unter Dampf halten.” Die Philippinen waren in einem Pavillon mit 100 Staenden vertreten und boten dort landwirtschaftliche Produkte oder Dienstleistungen an. Es wird geschaetzt, dass die Philippinen die Auftraege des Vorjahres von 125 Millionen US-Dollar diesmal verdoppelt haben.

Das ist “business as usual”. Interessanter ist, dass der franzoesische Praesident Emmanuel Macron die Messe besuchte, und damit Peking mit dessen Belt & Road-Initiative, dem freien Handel und Multi-Lateralismus Auftrieb gab. Nachdem UK mit dem Brexit und Italien mit seinen Alleingaengen sich von der EU abloesen sieht Samonte die Sache nun so:

Angesichts der Entschlossenheit Frankreichs, sich mit China bei seiner Handelskonfrontation mit den USA durchzusetzen, scheint keine weitere Verkleinerung der EU noetig zu sein, um letztendlich mit China auf einer Seite zu stehen. Frankreich uebt zusammen mit Deutschland einen enormen Einfluss auf die europaeische Gruppe aus, so dass eine gemeinsame Entscheidung der beiden fuer die chinesische Seite mit einer Haltung der gesamten EU gleichgesetzt werden kann. 

“Also ist alles gut, was gut endet: Die USA sind global ausgegrenzt, allein in ihrem isolierten, protektionistischen, selbstsuechtigen ‘Amerika fuer die Amerikaner’-Aufruf. Wird Amerika unter diesen Umstaenden lange halten?

Und da erinnert Samonte nun Bilder Depression der 30er-Jahre in den USA, als die unkontrollierte Produktion in einem Ueberschuss landete, fuer den es keine Kaeufer gab, weshalb Leute entlassen wurden, wodurch noch weniger gekauft wurde. Und er kommt zu der Einsicht:

Unter dem Strich kann Amerika keine Insel sein, ‘ganz fuer sich selbst’. Sie kann nicht ueber den Rest der Welt auf ewig zur Abnahme der Produkte seiner Unternehmen verfuegen. Darueber habe ich einleitend nachgedacht. Es liegt in der Natur des Handels, dass einige Hersteller von Waren sind, andere Verbraucher derselben. Frueher oder spaeter wird Amerika sein haessliches Haupt wieder erheben muessen, ein Produzent zu sein, der den Rest der Welt als Markt fuer seine Produkte braucht.

Aber dann ist China schon da. Nun zeigte China auf der CIIE seine Wirtschaftskraft, ganz wie es im Oktober auf dem Tiananmen Platz mit groszer Show zum 70sten Jahrestag der Nation seine militaerische Kraft demonstrierte. “Beide uebermittelten eine gemeinsame Botschaft an die USA:’Versuch’s doch!’”

Die USA haben es einmal getan, als sie die Japaner dazu verleiteten, die Philippinen waehrend des Zweiten Weltkriegs anzugreifen, um die Aufmerksamkeit Japans von der dringlicheren Aufgabe des Schutzes der britischen Kolonien im asiatisch-pazifischen Raum abzulenken. Sie koennten es noch einmal tun, indem sie einen ersten Schlag vortaeuschen, der aus den tiefen Gewaessern des Manila-Grabens kommt – Grund fuer Chinas Aufbau von vorgeschobenen Garnisonen auf beanspruchten Gebieten in der South China Sea.

“Wirklich Pech, dass die USA, wenn sie die Unverschaemtheit besitzen, das nun noch einmal zu versuchen, dies in der Umgebung unserer geliebten Philippinen wird sein muessen.

In der Hoffnung, dass nicht alles so heisz gegessen wird, wie es gekocht wird, fruehstuecke ich jetzt erst und spaeter geht’s in’s GenSan-View – der Krieg kann warten!

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

 

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN MAGAZIN mit NACHRICHTEN veröffentlicht.

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