…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 07. November 2019

(zum Bild: Vizepräsidentin Leni Robredo nimmt die Herausforderung als Drogenbeauftrage an und fragt in die Runde, ob man auf sie vorbereitet sei.)

 

Ueberraschung! – Da ich zweimal falsch lag – als ich das Angebot von Praesident Rodrigo Roa Duterte an Vize-Praesidenten Maria Leonor “Leni” Robredo, sie als “Drogen-Zarin” einzusetzen, fuer einen Witz hielt, und ebenso, als Malacañang darauf bestand, dies sei Ernst, und ich tippte sie werde das nicht annehmen – halte ich mich besser zurueck.

Fakt ist, Leni Robredo nahm das Angebot gestern an: “Am Ende ist die wichtigste Ueberlegung fuer mich einfach: Wenn dies die einzige Chance ist, die Toetung von Unschuldigen zu stoppen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, werde ich die Buerde tragen. Deshalb nehme ich den Auftrag des Praesidenten an. … Sie fragen mich, ob ich bereit bin? Meine Frage an sie ist, seid ihr bereit fuer mich? Herr Praesident, Ihre Regierung hat noch zweieinhalb Jahre Zeit. Es ist noch nicht zu spaet, wir koennen gemeinsam daran arbeiten.

Daraus spricht eine Menge Selbstvertrauen, und so ist unerheblich, dass ich Probleme habe, mich in die philippinische Seele einzufuehlen – das Leiden teile ich mit vielen Westlern, die Filipinos in deren Heimat ungeschuetzt gegenueberstehen – dafuer lese ich ja die philippinische Presse, um das auszugleichen, und so interessiert mich brennend, wie die “Drogen-Zarin Leni” bei hiesigen Journalisten ankommt.

In der “Times” hat dafuer Yen Makabenta sogar sein Lieblingsthema, die Klimadebatte, heute mal auszen vor gelassen und befasst sich in seiner Kolumne mit der Frage, “wie man den teuersten notleidenden Kredit (non-performing asset ~ NPA) der Regierung zweckdienlich machen kann”. Als solchen “Schuldner im Zahlungs-Rueckstand” sieht er Vize-Praesidentin Leni Robredo – sie kostet Geld und bringt nichts ein. Makabenta meint:

Wir haben die fuer Praesident Duterte typische Spontan-Reaktion behutsam begrueszt, Frau Robredo in den Kampf gegen den Drogenkrieg einzubeziehen, da dies eine Moeglichkeit sein wird, die Vize-Praesidentschaft zu aktivieren. Auf diese Weise wird sie aufhoeren ein ‘NPA ~ notleidender Kredit’ zu sein und zu einer Funktionaerin der Regierung zu mutieren. Dies wird die Vize-Praesidentin zwingen, sich ernsthaft mit dem Drogenproblem der Nation zu befassen und sie abhalten, sich als residierende Kritikerin der Duterte-Regierung auszugeben.

“Es bedarf eines Vertrauens-Sprungs sich vorzustellen, dass Leni Robredo in sechs Monaten zum Fuehrer und zum aktiven Mitglied des Kabinetts werden koenne. In der Vergangenheit wurde das Amt des Vize-Praesidenten, insbesondere von Maennern, die es innehatten, haeufig erachtet als ‘eine Taetigkeit, fuer die nur eine Unperson geeignet ist’.

“Das grosze Problem ist, dass Robredo keine Erfahrung oder einen Hintergrund im oeffentlichen Dienst oder in der Leitung eines Regierungs-Programmes hat.

“Sie ist eindeutig keine Fuehrerin. Sie ist nur eine Marionette der Liberalen Partei, die viel dafuer getan hat, dass sie ihren Posten bekommt.

“Sie scheint genauso zu sein, wie sie zu Beginn war, als sie zustimmte die Wahl-Partnerin fuer Mar Roxas zu geben. Sie bleibt wild dreinblickend und hat keine Ahnung, wie Politik funktioniert. 

“… 

“Robredo hat beschlossen, nur mit auslaendischen Medien ueber ihre Gedanken und Plaene zu sprechen. Sie vermeidet Interviews mit philippinischen Journalisten, insbesondere zu politischen Fragen.

“Die Taktik erinnert an Cory Aquino, die durch Barrikaden vor der Presse geschuetzt war.

Wie auch immer Leni Robredo ihre Aufgabe versteht, sie scheint es langsam angehen zu lassen. Gestern war die erste Kabinetts-Sitzung, an der sie schon haette teilnehmen koennen. Sie war nicht dabei.

 



 

Gemaesz “PNA”, “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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