…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 26. Oktober 2019

(zum Bild: Schweinepest in den Philippinen.)

 

The Manila Times”… – …hat eine neues Layout ihrer Internet-Ausgabe, und vermutlich war das der Grund, warum sie gestern spaeter herauskam, so dass ich sie im Blog nicht beruecksichtigen konnte. Das war kein Verlust, denn interessant war nur die Kolumne von Rigoberto Tiglao, die sich mit Leni Robredos Aufforderung an Praesident Rodrigo Roa Duterte befasste, seinen “gescheiterten Drogenkrieg” zu stoppen. Der beste Kommentar zu Robredos “Forderung” ist die heutige Karikatur in der “Times”, in der Leni einem Polizisten in dem Arm faellt, der einen groszen Hund, auf dem “Drug Syndicates” geschrieben steht, davon abhalten will, ein kleines Kind zu fressen, das als “Filipino Youth” bezeichnet wird. Lenis Sprechblase in der Karikatur: “Time to stop this ‘failed’ drugwar!

Sprechblase” ist der Ausdruck, der nicht nur in der Karikatur zur Vize-Praesidentin passt, sondern mehr noch in der wirklichen Welt. Auszer “Sprechblasen” hat man von ihr nichts gehoert, was des Zuhoerens wert gewesen waere. Und so haette ich, selbst wenn ich gestern die “Times” zeitig haette lesen koennen, ueber Tiglaos Kolumne nicht geschrieben. Dass Leni Robredo nicht ernst zu nehmen ist, ist ein alter Hut. Am besten laesst man sie einfach brabbeln. Je mehr sie redet, desto mehr sinken die Chancen der Liberalen in diesem Land je wieder eine Wahl zu gewinnen. So lieferte ja schon Benigno Aquino in all seiner untaetigen Unfaehigkeit den groeszten Beitrag zum Wahlerfolg eines Rodrigo Roa Duterte, irgendein Buergermeister irgendeiner Stadt in der Provinz, den niemand auf der Rechnung hatte.

Widerruf – Am 26. August liesz ich mich durch einen Leser mit Hinweis auf eine Web-Seite zu “Klimafakten” ueberreden, dass es sehr wohl einen wissenschaftlichen Konsens gibt, der Klimawandel sei menschlichem Treiben zu verdanken. Nachdem ich heute die Kolumne von Yen Makabenta in der “Times” gelesen habe, widerrufe ich das – eine Web-Seite macht noch keinen Sommer.

Makabenta benennt namentlich die erste Haelfte von 46 Experten des IPCC (Intergovernmental Panel von Climate Change), die dem widersprechen und bringt ihre Kern-Thesen. Er wird das in seiner naechsten Klima-Kolummne vervollstaendigen. Ich kann das nicht in Gaenze wiedergeben, nur einige Highlights aus der Liste:

Dr. John Christy: “Der Oeffentlichkeit ist wenig bekannt, dass die meisten am IPCC beteiligten Wissenschaftler nicht der Meinung sind, dass es zu einer globalen Erwaermung kommt. Die Ergebnisse wurden bei jedem nachfolgenden Bericht staendig falsch dargestellt und/oder politisiert.

Dr. Rosa Compagnucci: “Der Mensch hat nur ein paar Zehntel Grad zur Erwaermung der Erde beigetragen. Die Sonnenaktivitaet ist ein wesentlicher Treiber des Klimas.

Dr. Vincent Gray: “Die Erklaerung [des IPCC] zum Klimawandel ist eine orchestrierte Litanei von Luegen.

Ich will das nicht fortfuehren, jeder kann weitere Argumente in der “Times” nachlesen in der Kolumne unter der Ueberschrift: “Statements of IPCC experts vs the IPCC”.

Mich interessiert daran, wie ein junger Mensch wie zum Beispiel Greta Thunberg darauf reagiert, wenn sie herausfindet, dass sie in ihrem guten Glauben an die “Wissenschaft” systematisch belogen wurde.

Ihr steht es nicht frei wie mir, mit den Schultern zu zucken, einen Widerruf zu schreiben und auf die Position des Klima-Skeptikers zurueck zu fallen. Greta Thunberg hat eine Bewegung hinter sich, in der welche Interessen auch immer verwurstet sind, und sie weisz das. Der Wandel ihrer Einstellung zu Atomkraftwerken zeigt, dass sie politisch denkt. Sie war dafuer, bis sie von Protesten ihrer Anhaenger zurueck gepfiffen wurde. Sie meinte dann laut “Welt” vom 21. Maerz: “Persoenlich bin ich gegen Atomkraft. Aber laut dem IPCC kann sie ein kleiner Teil einer sehr groszen neuen kohlenstoff-freien Energieloesung sein.

Wird sie diese Gegendarstellung der ICC-Experten, wie man das von Politikern so kennt, als Fakenews abtun oder das Thema wechseln? Damit waere ihre Glaubwuerdigkeit dahin. Ist sie aber so verletzlich, wie sie sich darstellt, dann habe ich Angst um sie.

 



 

Der Leitartikel… – …der “Times” befasst sich mit ASF (African Svine Fever), das in Luzon ausbrach und sich nun ausbreitet. Man beklagt, dass nur halbherzige Masznahmen ergriffen werden. Die Verantwortlichen fuerchten offenbar die finanziellen Verluste, wenn man rigoros ist. So greift die Seuche weiter um sich.

Der ASF-Virus gefaehrdet den Menschen nicht, kann aber durch ihn uebertragen werden. So kommt es also nicht nur darauf an, Viehtransporte von Insel zu Insel zu verhindern, sondern wirklich gruendlich zu sein. Praesident Duterte hat alle Regierungs-Behoerden angewiesen, ihre Anstrengungen zu vedoppeln, um eine Ausbreitung zu verhindern.

Da die “Times” schon frueh vor der Gefahr der Ausbreitung warnte, schlieszt sie nun: “Hoffentlich ist es nicht zu spaet fuer verstaerkte Bemuehungen, die Ausbreitung von ASF zu stoppen. Die juengste Angst sollte die Strafe fuer Selbstzufriedenheit angesichts klarer Warnungen vor dem Risiko aufzeigen.

Viel Aufregung… – …gibt es um eine Entscheidung des Sandiganbayan (Appellationsgericht), ein Zivil-Verfahren gegen den frueheren Praesidenten Ferdinand Marcos, dessen Gattin Imelda und deren “Cronies” zu verwerfen. Es geht um unrechtmaeszig erworbenes Eigentum im Wert von 267 Mio Peso.

Dass die Marcoses sich in ihrer Zeit an der Macht bereichert haben, ist ein offenes Geheimnis. Etwas anderes ist es, dies vor Gericht auch zu beweisen. So begruendet das Gericht seine Abweisung: “Im vorliegenden Fall ist unbestritten, dass es sich bei den meisten vom Staat eingereichten Dokumenten um nicht beglaubigte Fotokopien handelt. Man lieferte auch keine Erklaerung dafuer, warum die Originale dieser Exponate nicht vorgelegt wurden. … Fehlt ein klarer Hinweis, dass die Originale dieser Exponate verloren gegangen sind, zerstoert wurden oder dem Gericht nicht vorgelegt werden koennen, muessen die fotokopierten Exponate des Staates unberuecksichtigt bleiben, da sie keine Beweiskraft haben.

Wieder ein Beispiel fuer die grosze Kluft zwischen Wissen und Beweisen, und da nuetzt auch der Ruf nach dem Praesidenten nichts. Der steht fuer “law and order”, und so erlaeutert Sprecher Salvador Panelo: “Die Regierung greift nicht in die Justiz ein. Rechtsstaatlichkeit muss stets vor Gericht herrschen, unabhaengig davon, wer die Parteien sind. Dessen Entscheidung muss mit Respekt und Gehorsam entsprochen werden.

Wenn es dem Esel zu wohl ist… – …geht er auf’s Eis tanzen”, weisz der Volksmund, und das koennte man auf Praesident Duterte anwenden – nicht den “Esel”, selbstverstaendlich nicht, aber das “tanzen”. Kaum hergestellt nach dem Sturz vom stehenden Motorrad, der ihm “Ruecken” bescherte, so dass er die Japan-Reise abbrechen musste, sah man ihm wieder auf einem Motorrad, dass ihn sein staendiger Begleiter Senator “Bong” Go ausprobieren liesz. Er fuhr 10 Minuten im Bereich der Presidential Security Group. Zu seiner Entschuldigung kann nur gesagt werden, dass es ein “Can Am Ryder” war, ein Motorrad mit zwei Vorderraedern.

Tss, tss – und das trotz aller Besorgnis der Groszen der Welt, wie ich im “PhilStar” lese: “Der japanische Kaiser Naruhito und Kaiserin Masako, der japanische Premier Shinzo Abe, der Staatsrat von Myanmar, Aung San Suu Kyi und der thailaendische Premier Prayut Chan-o-cha drueckten ihre Besorgnis aus gegenueber der Tochter des Praesidenten, Buergermeisterin von Davao, Sara Duterte, die ihren Vater bei den Banketten vertrat, die der Inthronisierung Naruhitos folgten.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Daily Tribune”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.