…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 25. Oktober 2019

(zum Bild: Präsident Rodrigo Duterte nimmt dem Obersten Richter Diosdado Peralta den Amtseid ab.)

 

Business as usual – Praesident Rodrigo Roa Duterte versah seine Amtspflichten gestern ungeachtet des Rueckens, der ihn plagt, und der Ruhe, die ihm daher verordnet wurde.

In einer Zeremonie nahm er dem Obersten Richter Diosdado Peralta den Amtseid ab und bat ihn, der SC (Supreme Court) moege unter ihm charakterisiert sein von “Fairness und Wahrheit”. Duterte moechte, dass jeder Buerger vor dem Gezetz gleich behandelt wird, unabhaengig von seinem Lebensstatus. Wie immer man Duterte auch einordnen mag – “law and order” geht allem voran.

Duterte empfing auch den chinesischen Vize-Premier Hu Chunhua, der ihm einen Hoeflichkeits-Besuch abstattete. Man sprach ueber den Fortschrittt der freundschaftlichen Beziehungen beider Laender, und auch ueber sechs Abkommen, zu deren Abschluss Hu nach Manila gekommen war.

Die Abkommen betreffen…

…eine Machbarkeits-Studie fuer den Davao City Expressway.

…eine Machbarkeits-Studie fuer die Panay-Guimares-Negros Bruecke. Beide Projekte werden von China finanziert.

…ein Kredit fuer Marawi City fuer eine Sport-Anlage im Nordosten und einen Zentral-Markt im Osten der Stadt.

…ein Protokoll zu pflanzen-gesundheitlichen Anforderungen fuer den Export von Avocado nach China.

…eine Schenkung von Rundfunk-Ausruestung fuer den staatlichen Philippine Broadcasting Service.

…eine Schenkung eines mobilen Untersuchungs- und zweier Roentgen-Systeme fuer den Zoll.

Der Handel mit China belief sich 2018 nach chinesischen Angaben auf 55 Mrd Dollar, und liegt in diesem Jahr bisher bei 44 Mrd Dollar.

Was einem Ernst ist – Ganz abgesehen davon, dass dies keine Zeitung ist, schreib ich nicht ueber alles, was ich lese. So ist mir egal, wenn die inhaftierte Senatorin Leila de Lima meint, sich als Ikone des Menschrechts selbst abfeiern zu muessen und die Regierung auffordert, international staerker zu kooperieren. Am United Nations Day – der war gestern, nicht mitgekriegt? Macht nichts, ich hab’s auch erst im “Bulletin” gelesen – fordert sie die philippinische Oeffentlichkeit auf an “unseren universellen Traeumen und Hoffnungen” festzuhalten. Woran denkt de Lima dabei? An die Standhaftigkeit der USA als Verbuendeter in Syrien bei Verteidigung der “universellen Traeume” der Kurden, oder an ihre Befreiung aus der Haft ohne Gerichtsverhandlung, wie das “vertraeumte” US-Senatoren fordern?

Mir ist auch egal, dass das Posting eines gewissen Ding Velasco im Netz viral ist, Praesident Duterte sei vorzeitig aus Japan abgereist, weil er sich bei der Sitzordnung benachteiligt fuehlte. Er sasz nicht neben anderen Staatsoberhaeuptern, sondern neben Botschaftern. Sprecher Salvador Panelo fuehlte sich genoetigt, dem zu widersprechen. Es war nicht Missachtung, sondern Duterte hatte zuerst abgesagt wegen zuviel Arbeit, es sich dann anders ueberlegt und nachgemeldet, und da wollte man die Planung nicht mehr umwerfen. Haette ihm das nicht gepasst, waere er nicht hingefahren. Soll das Velasco-Posting im Netz doch grassieren! Selbst Schuld, wer jeden Scheisz glaubt, der in’s Netz gestellt wird.

Das Netz ist der moderne Gartenzaun, ueber den man mit dem Nachbarn schwatzt. Ob nun das, was dabei rueberkommt, geglaubt, vertraulich behandelt oder schon beim Zuhoeren vergessen wird, liegt nicht am Nachbarn, nicht am Zaun und auch nicht am Inhalt, sondern einzig und allein am Zuhoerer. Und so wie am Gartenzaun nicht allein der Nachbar der Boese ist, sondern viel mehr der, der dessen Mist weitererzaehlt, so richten im Netz nicht die Urheber, sondern die Kopierer und Verlinker von Fakenews, Propaganda und Geruechten den groeszten Schaden an. Erst sie bringen zu voller Bluete, was sonst schadlos verkuemmert waere.

Man muss Dinge an sich vorbeigehen lassen, oder, um im technischen Bild des Informations-Flusses zu bleiben: in der IT-Branche wird ein Computer, der Daten nur speichert, ohne sie weiter zu verarbeiten, flapsig als “Datengrab” bezeichnet. Man muss ab und an auch ein Datengrab sein koennen.

Ich hatte mein Damaskus, als ich einmal eine ernste Frage zu Tod und Trauer in Netz stellte und erfahren musste, dass das nicht von allen ernst genommen wurde. Mich hatte das damals verletzt, so reagierte ich auch, und – das war falsch. Ich wurde als Ruehr-mich-nicht-an abgetan, was mich wurmte. So sage ich diesmal vorab, da es wieder um Tod und Trauer geht, dass ich nur auf hoefliche Anfragen oder Hinweise zur Sache reagiere. Alles andere ist sozialer Schrott – schluckt ihn runter oder erstickt daran!

Bei “GMANews” lese ich, dass die Witwen von drei Soldaten, die im Kampf um Marawi fielen, belobigt und als “Marawi Heroes” gefeiert wurden, sich selbst zur Armee gemeldet und nun ihre vier-monatige Grundausbildung abgeschlossen haben. Sie sind 3 von 749 Soldaten und Soldatinnen, die sich neu zur Armee gemeldet hatten. Der Artikel schlieszt: “Die Frauen waren von Gefuehlen ueberwaeltigt nach Teilnahme an der Zeremonie, als sie mitteilten, dass sie noch nicht in der Lage seien, sich vom Verlust ihrer Gatten zu loesen, die in dem bewaffneten Kampf zwischen Regierungs-Truppen und Terroristen der Maute-Gruppe in Marawi 2017 [geblieben waren].

“Sie schlossen sich dem Militaer an, um die Arbeit ihrer Gatten fortzusetzen, das heiszt, dem Land zu dienen.

Dienst fuer das Vaterland als Trauerbewaeltigung.

Die Nachrichten sind voll von Abscheulichkeiten in Reihen von Armee und Polizei, und man sucht nach Vorbildern fuer die Jugend. Etwaige Gedanken an Kameradschaft oder Korpsgeist wurden vom Hazing ausgetrieben. Es sind Private Grace Allaga, Private Merzie Rogador und Private Christine Mary Montero, die verdienen, dass man zu ihnen aufblickt, das ist mein voller Ernst. Da reicht etwas ueber den Tod hinaus, und weil man das nicht nachahmen kann, ruehrt man daran nicht. Man muss Menschen ihre Trauer lassen, und wer damit nichts anfangen kann, fuer den gilt der Rat von Ludwig Wittgenstein: “Wovon man nicht sprechen kann, darueber muss man schweigen…” – wie ein Grab.

 



 

Gemaesz “Manila Bulletin”, “PNA”, “GMANews” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.