…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 01. Oktober 2019

(zum Bild: US Senator Richard „Dick“ Durbin wird in den Philippinen als Idiot verschrien.)

 

Ein Thema… – …beschaeftigt die Blaetter, und das ist nicht neu. Doch da es Wirbel macht, kann ich es nicht ignorieren. Die US-Senatoren Richard “Dick” Durbin, Democrat, Illinois, und Patrick Leahy, Democrat, Vermont, haben ein Gesetz eingebracht, dass all denen die Einreise in die USA verwehrt, die mit der Verhaftung von Senatorin Leila de Lima zu tun haben.

Dazu meint der Leitartikel des “Tribune”, da Leahy auf die vielen Hilfen verweist, die die Philippinen von den USA erhalten: “Leahy kann seine kostbaren amerikanischen Hilfen nehmen und sie sich, er weisz schon wohin schieben.” Zu dem Thema schreibt Ninez Cacho-Olivares im “Tribune” mit dem Titel: “How dare they! ~ Wie koennen sie es wagen!”, was alles ueber ihren Standpunkt sagt. Der Leitartikel des “Standard” spricht von “A little knowledge ~ Geringes Wissen” der beiden Senatoren, was eine gefaehrliche Sache sei.

Die allgemeine Meinung hier im Land hat wohl der ehemalige Sprecher des Hauses, Pantaleon Alvarez am besten ausgedrueckt: “Senator Durbins dreister Versuch, sich in die inneren Angelegenheiten unserer unabhaengigen und souveraenen Nation einzumischen, laesst ihn mindestens als Idioten erscheinen, bestenfalls als Dummkopf.

Diesen Punkt einer souveraenen Nation nahm auch Auszen-Minister Teodor Locsin als Thema, als er am Samstag vor der UN-Vollversammlung sprach und den Krieg gegen illegale Drogen von Praesident Rodrigo Roa Duterte verteidigte: “Die Zivil-Bevoelkerung kann sich beschweren. Besser waere, sie kandidieren fuer ein oeffentliches Amt, um die Legitimitaet zu erlangen, etwas dagegen zu tun. Es steht der UN jedoch nicht frei, in die definierende Funktion des Staates einzugreifen, seine Buerger zu schuetzen und Bedrohungen auszumerzen. … Die Nationen hier in den Vereinten Nationen sollten nicht zulassen, dass diese Plattform dazu benutzt wird, anderen zu drohen, sie zur Rechenschaft zu ziehen, wenn die einen harten Ansatz im Umgang mit Straftaten verfolgen. … Die UN ist eine Sammlung souveraener Staaten, nicht selbst ein souveraenes Kollektiv. Es ist nur so effektiv, wie seine Mitglieder es machen. Es nutzt Souveraene nicht fuer einige gegen andere, sondern fuer gemeinsame Zwecke des Friedens und der produktive Zusammenarbeit.

Aus genau diesen Gruenden hat die Philippinische Regierung angekuendigt, dass sie an einer Untersuchung zu Menschenrechts-Verletzungen im Land nicht teilnehmen, und dass sie auch keine UN-Beobachter dazu ins Land lassen wird.

Zu diesem Bild von der Welt gegen die Philippinen passt der Artikel, den Maria Ressa fuer die “Los Angeles Times” geschrieben hat mit dem Titel ”The Philippines, a social media dystopia ~ Die Philippinen, eine Gegen-Utopie der Social Media”. Eine “Utopie ~ Nirgendsland” geht zurueck auf Thomas Mores “Von der besten Staatsverfassung und von der neuen Insel Utopia”, das im Jahre 1516 in Loewen erschien. Eine “Dystopie ~ Schlechtes Land” beschreibt das Gegenteil, und das sieht Ressa in den Philippinen: “Was auf den Philippinen geschieht, ist eine Warnung fuer Demokratien auf der ganzen Welt. Vor mehr als drei Jahren begannen wuetende Luegen und Hass, unsere Demokratie auf den Philippinen systematisch auseinander zu reiszen.” Sie sieht amerikanische Technologie-Giganten dahinter, die die Wahlen beeinflusst haben, wie ihr ein Mitarbeiter von Cambridge Analytica erzaehlt hat, dass die die Philippinen als eine Art Petri-Schale benutzen, um dies und das auszuprobieren. Die Folge war, dass 2016 Duterte gewaehlt wurde, dann folgte der Brexit in UK und zum Schluss wurde Donald Trump in den USA gewaehlt. In dem Stil geht es weiter.

Interessant ist dazu die Kolumne von Dan Steinbock in der “Times” mit dem Titel “Die Kraefte hinter dem Gesetz des US-Senats, das auf die Philippinen zielt”. Er verweist darauf: “Die finanziellen Schwergewichte der US-Politik – Soros und seine Open Society, die Koch Brueder, Adelsons, Mercers, Steyer, Singer und andere – haben ihre eigene wirtschaftliche Agenda, die haeufig auf der Geo-Politik basiert.” Hierzu meint er: “Im Geier-Kapital-Geschaeft werden Krisen als grosze Gelegenheiten betrachtet, trotz der groszen wirtschaftlichen Verluste und menschlichen Tragoedien in den Ziellaendern.” So haben sie Sued-Amerika ruiniert, und da dort wohl nicht mehr viel zu holen ist, richten die Geier nun ihren Blick auf Suedost-Asien. Unter dem Aspekt fallen Beweise gegen de Lima oder die Steuer-Tricksereien von Ressa unter den Tisch.

Ich weisz, das ist keine durchgehende Geschichte heute. Man muss sich das mehr wie ein Mosaik mit einigem Abstand vor Augen halten, dann zeichnet sich das Bild ab.

 

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Leserinnen waren besorgt… – …weil ich gestern erwaehnte, dass ich Vertigo-Attacken habe. Dazu ist kein Anlass: es tut nicht weh, nur – haelt die Attacke laenger an, muss ich mich uebergeben. Die Form, die bei mir zwei-, dreimal im Jahr zuschlaegt nennt sich im Deutschen “gutartiger anfallsweiser Lagerungsschwindel”. Ich mach mir deswegen keinen Kopf, ist nur doof.

Beunruhigender waren gestern die Erdbeben bei Jose Abad Santos, Davao Occidental. Das erste um 10:02 a.m. mit Staerke 6,4 spuerten wir, dann auch das um 3:40 p.m. mit Staerke 5,3. Wie ich bei PhiVolcs sah, gab es dazwischen dort aber ueber 30 Beben zwischen 2,0 und 3,5, die wir hier in GenSan nicht gespuert haben. Auch danach gab es weitere Beben, die wir nicht mehr spuerten, und wie ich heute frueh sehe, ging es die Nacht durch mit fast 50 Beben weiter und es kamen dazu Beben bei Governor Generoso, Davao Oriental. Die letzten: Staerke 2,0 um 3:52 a.m. bei Governor Generoso und Staerke 2,4 um 3:57 a.m. bei Jose Abad Santos. Ich hoffe, das beruhigt sich und es kommt nicht noch ein “dickes Ende” nach.

Danke auch… – …fuer den Hinweis eines Lesers. Nein, ich kannte Braitenbergs Gedanken-Experimente nicht, und habe kurz in die “Wikipedia” geschaut. Was von Braitenberg zu Synthese und Analyse zu folgern ist, beschrieb Wilhelm Schapp 1959 in “Philosophie der Geschichten” mit einem Satz: “Man kann Geschichten weder aus Saetzen zusammenstellen noch in Saetze aufteilen.” Ich habe das 2006 in “50 Jahre nach Dartmouth” dargestellt, und 2010 brachte ich in “Das kleine Philosophicum” den Rat eines Bibliothekars, den ich vor Jahren kannte. „Schreibe nicht, dass der Mann alt ist“, riet er mir, „lass ihn aechzen, wenn er aufsteht, und zur Tuer schlurfen. Dann sieht der Leser, dass er alt ist.“ Die Geschichte des Alt-Seins – Synthese – muss im Kopf des Lesers schon vorhanden sein, will man sie mit Saetzen anstoszen. Die Worte “aechzen” und “schlurfen” – Analyse – sagen ueber das Alter nichts aus. Von der Analyse zur Synthese kommt man nur durch einen Sprung, oder, gemaesz Blumenberg, “schau ganz woanders hin!

Saysay sa adlaw – Gahapon naay linog. 

gahapon gestern, naay ~ anaa ang es gibt, da war + best. Art., linog Erdebeben

Satz des Tages – Gestern gab es ein Erdbeben.

 



 

Gemasz “Manila Times”, “Los Angeles Times”, “Daily Tribune”, “Manila Standard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.