…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 25. August 2019

(zum Bild: Klimawandel)

 

Der Amazonas brennt – Das ist eigentlich nicht mein Thema und ich kenn mich da auch nicht aus, was heiszt, ich hab mich nicht extra eingelesen. Ich habe nicht gegooglet, wer was zum Klimawandel sagt, was einschlaegige NGOs (Non Government Organizations) meinen oder was auch immer. Ich weisz nur aus dem Fernsehen, was jeder aus dem Fernsehen weisz, und aus der “Times” weisz ich, was Yen Makabenta meint, der das Thema Klimawandel mit bissiger Skepsis verfolgt.

Im Maerz 2019 weist Makabenta darauf hin, dass es Proteste von 58 Anhaengern des New Green Deal gibt, weil US-Praesident Donald Trump ein Gremium von Wissenschaftlern einsetzen will, das untersucht, ob der Klima-Wandel tatsaechlich von Menschen verursacht wird. Warum haben diese Leute Angst vor einer Untersuchung dessen, was nach ihren Aussagen “gesichertes Wissen” ist? Da kann doch gar nichts passieren, meint Makabenta und erinnert an Albert Einstein. Dessen Relativitaets-Theorie hatte anfangs mehr Gegner als Anhaenger, und  1931 informierten ihn Freunde, ein Buch sei herausgekommen mit dem Titel “100 Autoren gegen Einstein”. Einstein darauf: “Wofuer 100 Autoren? Wenn ich falsch liege, waere einer genug.

Im Juli 2019 weist Makabenta darauf hin, dass 90 italienische Wissenschaftler die Globale Erwaermung ableugnen. Es gebe periodische Schwankungen der Sonnen-Aktivitaet, die nicht in den Klima-Modellen beruecksichtigt sind, die aber Klima-Schwankungen schon erzeugten, bevor die Verbrennung von fossilen Stoffen seit der Industrialisierung ins Spiel kam.

Ich mache mir Makabentas Meinung nicht zu eigen. Ich lerne daraus nur, dass es einen “Konsens der Wissenschaften” nicht gibt, was den Klimawandel angeht, und dass die Minimierung des CO2-Fuszabdrucks zwar das Wohlgefuehl steigert, etwas Gutes getan zu haben, aber moeglicherweise voellig unzureichend ist, die Welt zu retten.

So las ich gestern im “Spiegel” einen Kommentar von Lisa Duhm, die sich damit befasst, dass die junge schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg Kritik souveraen ignoriert. Die segelt grad zur UN-Klima-Konferenz nach New York, und in dem Kommentar heiszt es: “Ein Treffen mit US-Praesident Donald Trump bezeichnete sie als Zeitverschwendung, ‘Wenn er nicht bereit ist, der Wissenschaft und Experten zuzuhoeren, wie soll ich ihn dann ueberzeugen?’” Ob das eine “souveraene Haltung” ist, halte ich fuer zweifelhaft. Thunberg sieht als Wissenschaft oder Experten wohl nur an, wer den Klimawandel als “menschengemacht” sieht. Da wird die Folgerung zur Bedingung, logisch: wenn A, dann A, volkstuemlich: da beiszt sich die Katze in den Schwanz.

Ueber das Alles haette ich nicht geschrieben, wenn es heute in den Blaettern meiner Leseliste Neues zu Duterte und zur hiesigen Politik gegeben haette, doch da ist irgendwie “langes Wochenende”. Man bereitet sich mental fuer den morgigen “National Heroes Day” vor. So finde ich heute morgen in der “Times” drei Meldungen der “Agence France-Press” als Top-Artikel mit den Ueberschriften “G7 leaders tackle Amazon fires, trade”, “Geoengineering: ‘Plan B’ for Earth moves center stage” und “Amazon wildfires worsen”. Im “Standard” ist auch eine Meldung der “Agence France-Press” mit der Frage “Why is part of Amazon burning?” und ein Leitartikel zu “Environmental cancer”.

Dieser letzte Titel sieht den Amazonas-Regenwald als “gruene Lunge” und konstatiert bei dem Ausmasz der Braende ein “environmental lung cancer”.

Die Frage, warum der Regenwald ueberhaupt brennt, ist durchaus berechtigt. Der Wissenschaftler Jeffrey Chambers: “Ein tropischer Regenwald ist normalerweise nicht entzuendbar”, dafuer ist er einfach zu feucht. Was brennt dann da? Es sind die abgeholzten Flaechen, die landwirtschaftlich genutzt werden. Sind die abgeerntet, zuendet man, was an Stielen, Stengeln und Blaettern liegen bleibt, einfach an, und ueblicherweise brennt auch nur das ab, weil der Regenwald ja zu feucht ist. Und warum betreibt man diesen Raubbau? Man kann dann Oel-Fruechte anbauen, aus denen man Sprit macht, damit Europaeer mit gutem Gewissen Bio-Sprit tanken koennen. Ein boeses Geschaeft: der Wald ist das, was Kohlenstoffe bindet, deshalb wird er als “Lunge” angesehen. Den verbrennt man und jagt ihn als Treibhausgas in die Luft, damit die Erde weiter aufheizt – irgendwie widersinnig.

Was werden die G7 tun? Im Fernsehen werden wir wohl nur Bilder von den Protesten sehen, die dort anlaufen und erklaeren: “Es ist wichtig zu zeigen, dass die Leute mobilisiert sind und die Welt nicht akzeptieren, die sie uns anbieten.

Das ist ein interessanter Gedanke, die Welt als “Angebot” zu betrachten, das man schluckt oder das man ablehnt. Von einem Angebot spricht man doch nur, wenn es eine Alternative gibt. Wo ist die Zweit-Welt? Ist die nicht im Angebot?

Und die Fuehrer der G7? Frankreichs Praesident Emmanuel Macron: “Der Amazonas brennt und das ist etwas, was jeden betrifft.” Er droht Brasilien, das nicht zu den G7 gehoert – Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, UK und USA – wichtige Handelsvertraege der EU mit Latein-Amerika zu blockieren, wenn nicht Entscheidendes geschieht. Brasiliens Praesident Jair Bolsonaro haelt das fuer Neo-Kolonialismus. Keine guten Voraussetzungen, dass etwas Wegweisendes geschieht, und das mal ganz abgesehen davon, dass man ja auch noch den Unsicherheits-Faktor derzeitiger Welt-Politik – US-Praesident Donald Trump – mit im Boot hat. Ob der es richten wird, so wie mit Nord-Korea, mit China oder dem Iran? Er sei ein guter Unterhaendler, sagt er von sich selbst. Dieses Urteil wird weltweit nicht geteilt.

Die Frage nach dem “Plan B”, dem Geo-Engineering, ist wohl eher akademisch. Alles, was in dem Artikel erwaehnt wird, ist erst in der Entwicklung, hoechst kostspielig und dauert, selbst wenn man morgen damit beginnt, viel laenger als “gesichertes Wissen” uns noch Zeit laesst.

Anderen Untaetigkeit vorzuwerfen – zum Beispiel den G7 – ist billig. Politiker beherrschen nicht das Weltgeschehen, das ergibt sich. Wenn sie eingreifen, zum Beispiel Bio-Sprit gesetzlich vorschreiben oder einen Handelskrieg eroeffnen, ruinieren sie, was bis dahin halbwegs funktioniert hat.

Dass der Mensch der groeszte Feind des Menschen ist, ist schon anderen aufgefallen. Wir werden uns an den Gedanken gewoehnen muessen, denn – abschaffen kann man die nicht. Das muessen sie schon selber tun.

Saysay sa adlaw – Kada tawo lahi sa usa. 

kada jeder, tawo Mensch, lahi unterschiedlich, anders, sa fuer, usa eins – sa usa fuer sich einzeln

Satz des Tages – Alle Menschen sind unterschiedlich.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Spiegel”, “Manila Standard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.