…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 24. August 2019

(zum Bild:  Präsident Rodrigo Duterte verkürzt seine Chinareise um einen Tag)

 

Vom Umgang mit Nachrichten – Die “Times” macht heute damit auf, dass auch Praesident Rodrigo Roa Duterte sich gegen eine vorzeitige Entlassung des Antonio Sanchez ausgesprochen hat. Ich schrieb gestern dazu und will das nicht wiederholen.

Dutertes Reaktion war von einem Law-and-order-Mann zu erwarten. Dutertes Vertrauter Senator Christopher “Bong” Go berichtet, wie Duterte im Gespraech darueber reagierte: “Er sagte, er sei nicht einverstanden und zitierte ein Gesetz, kurzum: ihm gefaellt das nicht, er ist entsetzt.” Da nun auch andere festgestellt haben, dass die Masznahme auf Sanchez nicht anwendbar ist, ist das Thema eigentlich abgehakt. So bleibt mir nur festzustellen, dass sich niemand fuer meine Frage interessiert, wem die “Nachricht” zu verdanken ist, dass Sanchez freikommen koenne, und wer damit diese unnoetige Aufregung verursacht hat.

Selbst die sonst bei jeder Gelegenheit sich oeffentlich aufregende Leila de Lima, die ihre handschriftlichen Kassiber aus der Haft heraus in die ihr treue Gelbe Presse bringt, greift den Fall nicht auf. Stattdessen fordert sie von Google, die moegen Fake-Videos aus YouTube entfernen. Sie sei mit der Sache vertraut, da sie ein festes Ziel von Fake News sei wegen ihrer Opposition zur Regierung.

Da tut sie mir kaum Leid, wenn ich dagegen in dem Artikel zu Gos Bericht ueber Dutertes Wut lese, dass die Mutter der ermordeten Eileen berichtet, dass ihr Gatte Muehe hatte, seine Tochter zu identifizieren und sie nur an einem Mal in ihrem Gesicht erkannte und weiter erzaehlt: “Sogar die Leichenhalle hatte es schwer, das Gesicht meiner Tochter wieder herzustellen. Sie baten um ein Bild von ihr, um ihr Gesicht rekonstruieren zu koennen. Aber sie sagten, es wuerde meiner Tochter nicht gerecht.

Wie koennte man den Toten gerecht werden?

Das fragte ich mich gestern schon und brachte dazu ein Zitat des franzoesischen Philosophen Jean-Paul Sartre, was eine Leserin dazu veranlasste, dessen Gedanken ein Zitat des Dalai Lama gegenueber zu stellen: “Tod bedeutet unsere Kleider zu wechseln. Kleider werden alt, dann ist es Zeit sie zu wechseln. Wird dieser Leib alt und die Zeit kommt, waehle einen jungen Leib.

Der Tod ist die Grenze, ueber die der Atheist Sartre nicht hinausdenkt. Traditionell geht die Religion – welche auch immer – ueber diese Grenze hinweg, als sei sie gar nicht da. Der westliche Weg waehlt da ein Ewiges Leben, der oestliche Weg richtet sich mit der Wiedergeburt ein. Religion wird ueblicherweise von den Eltern an die Kinder weitergegeben. Es ist halt der Glaube, in dem schon sie grosz geworden sind. Manche verlieren diesen uebernommenen Glauben. Sie finden einen besseren, sie werden ein trotziger Atheist – wie Sartre – oder, weil sich am Ende alles in Geschichten aufloest, wenn man nur darueber nachdenkt, sie halten sich an die Philosophie der Geschichten – wie ich. Die ist nichts Besseres, sie ist auch nur eine Geschichte, wie alle anderen, sie ist aber auch nicht schlechter.

 



 

Die Reise nach China… – …von Praesident Duterte faellt kuerzer aus als angekuendigt. Er wird am 28. August abreisen, doch schon am 1. statt am 2. September zurueckkehren. Ein Grund wurde nicht genannt, doch entfaellt der Besuch eines Schul-Gebaeudes in der Provinz Fujian, das nach seiner Mutter – Soledad Roa Duterte – benannt werden soll. Das soll zu einem “geeigneteren Termin” stattfinden. Im Programm bleibt das Zwie-Gespraech mit Chinas Praesident Xi Jinping und das Basketball-Spiel Philippinen vs Italien beim FIBA World Cup in Guangzhou am 31. August, das Duterte gemeinsam mit Vize-Praesident Wang Qishan besuchen wird.

Seit der Ankuendigung der Reise betont Duterte, dass er den Haager Schiedspruch thematisieren will. Er scheint fest entschlossen, und die Erwartungen fuer das Treffen sind entsprechend hoch. Ich weisz nicht, was ich davon halten soll, denn derart hat er ein Thema vorher noch nie eingelaeutet.

So macht sich auch Yen Makabenta heute in seiner Kolumne in der “Times” Gedanken darueber. Er war mal – ich weisz nicht, in welcher Regierung – dafuer zustaendig, fuer die zu einem Treffen Reisenden vorbereitende Lektuere zusammenzustellen, und er ueberlegt, was er Duterte empfehlen koennte. Dazu gehoert der Kommentar der “Agence France-Press”, der Wolken den 70. Jahrestag von Xis China verdunkeln sieht, den ich neulich zitierte: Xi hat schon etliche Probleme am Bein. Ich will aber nicht auf die Gesetze und Entscheidungen zur South China Sea eingehen, die Makabenta anfuehrt, der belesene Kolumnist bringt nur ein paar Zitate, die ich dem Leser nicht vorenthalten will.

Zur Situation des kommenden Gespraeches von Duterte und Xi stellt Makabenta ganz allgemein ein Zitat des aus der Schweiz staemmigen Soziologen und Verteidigungs-Experten Fred Iklé voran: “Zwei Elemente muessen normalerweise gegeben sein, damit Verhandlungen stattfinden: Beide muessen ein allgemeines Interesse an der Sache haben, und es muss einen Konflikt der Fragen geben. Ohne gemeinsame Interessen gibt es nichts, wofuer man verhandeln sollte, und ohne Konflikt gibt es nichts, worueber man verhandeln sollte.” Das leuchtet mir spontan ein, und faellt unter das Zitat meines Philosophie-Lehrers Hans Blumenberg aus “Zu den Sachen und zurueck”: “Philosophie ist, worauf man beinahe von selbst gekommen waere.

Duterte sollte sich darueber klar sein, was er und Xi wollen, und was eigentlich strittig ist. Da koennten andere Zitate helfen. So soll Napoleon Bonaparte schon hundert Jahre bevor die Maginot Linie gebaut wurde, die sich als unnuetz zur Verteidigung erwies, gefragt haben, als ihm ein aehnlicher Vorschlag gemacht wurde: “Wogegen versucht ihr mich zu verteidigen, gegen Schmuggler?” Ein anderer Spruch stammt vom US-General George S. Patton: “Feste Verteidigungs-Anlagen sind Monumente menschlicher Dummheit.” Ein Hindernis, von dem man weisz, wo es ist – zum Beispiel auf Inseln in der South China Sea – ist heute kein Hindernis mehr: man weisz, wo die Marschflugkoerper hin muessen. Nun ist China bekannt fuer fest installierte Verteidigungsanlagen. Die chinesische Mauer – das einzige menschliche Bauwerk, das man angeblich vom Mond mit bloszem Auge erkennen kann, hat sich als aehnlich zwecklos erwiesen wie Jahrhunderte spaeter die Maginot Linie zwischen Frankreich und Deutschland. Sollten die Chinesen diesen historischen Fehler laengs der Nine Dash-Line wiederholen?

Die Hague Service Convention… – …wurde 1965 vereinbart, um Parteien ein zuverlaessiges und effizientes Mittel zur Zustellung von Dokumenten in Zivil- und Handelsangelegenheiten an Partner zu geben, die in einem anderen Land leben, arbeiten oder ansaessig sind – lese ich in der “Wikipedia”. Die Philippinen hatten dieser Konvention bisher nicht zugestimmt, werden das aber bald tun, gab Eduardo Malaya vom Auszen-Ministerium laut “PNA” am Donnerstag bekannt.

Mich geht das nicht mehr viel an, weil ich meinen Deutsch-Philippinischen Papierkrieg 1988 bei Heirat und 2011 bei Immigration hinter mich gebracht habe. Fuer Expats, die das eine oder andere vor sich haben, duerfte dies Erleichterungen bringen, was Beglaubigungen angeht. Genaueres wurde nicht gesagt, auch nicht, wann das zu erwarten ist.

Saysay sa adlaw – Dili unta ko moadto sa Pilipinas. Igo ra ko nisunod sa akong asawa. 

dili nein, nicht, unta wollen, muessen, ko ~ ako ich, adto gehen + mo… Z/M moadto wird, kann gehen, sa nach

igo genau, richtig, ra nur, sunod folgen + ni… V/G nisunod folgte, sa von, akong ~ ako nga ich + Verbinder, asawa Ehefrau

Satz des Tages – Ich wollte nicht auf die Philippinen gehen. Ich folgte nur meiner Frau.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

2 Gedanken zu „…aus der philippinischen Presse

  • August 24, 2019 um 08:46
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    Das mit der Beglaubigung wird nicht einfacher da Deutschland dies von den philippinen abgelehnt hat.

  • August 24, 2019 um 14:31
    Permalink

    Soweit ich das verstanden habe, soll genau dieser Zustand durch die Hague Service Convention beendet werden.

Kommentare sind geschlossen.