…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 10. August 2019

(zum Bild: Gedanken zum Eid’l Adha Fest)

 

Eid’l Adha… – …das “Opferfest”, ist das Fest zum Hoehepunkt des “Haddsch”, der Wallfahrt nach Mekka, und so ist Montag, der 12. August 2019, ein offizieller Feiertag. Ich weisz, ueber 80% der Filipinos sind Christen, meist Katholiken, es sind aber eben auch je nach Quelle 5 – 10% Moslems, Sunniten, die zumeist in Mindanao und dem Sulu-Archipel leben. GenSan ist gemischt, 80% Christen, 20% Moslems, zum Beispiel mein Nachbar schraeg gegenueber. Um des lieben Friedens willen werden die hohen Feste beider Religionen als Feiertage beruecksichtigt.

Eid’l Adha ist nicht mit Eid’l Fitr zu verwechseln, dem Fastenbrechen nach dem Fastenmonat. Das war heuer vom Abend des 23. Mai bis zum Abend des 24. Mai. Da muslimische Feste sich nach dem Mond-Kalender richten, verschiebt sich das gegen den gregorianischen Kalender. Die jeweiligen Daten werden vom National-Ausschuss der philippinischen Muslime bestimmt und dann per praesidialem Erlass angeordnet.

Das Opferfest erinnert an Ibrahim/Abraham, der auf Allahs/Gottes Weisung seinen Sohn Ishmael/Isaak opfern sollte. Um Theologie zu vermeiden, will ich die Geschichte mal weltlich erzaehlen. In der Zeit, als Gott noch mit den Menschen gesprochen hat, befahl er Abraham seinen Sohn Isaak zu opfern. Als Abraham das wirklich tun wollte, fiel Gott ihm in Gestalt eines Engels in den Arm mit den Worten: “War nur Spasz! Natuerlich darfst du deinen Sohn nicht toeten – nimm lieber den Hammel da hinten fuer das Opfer.

Wir leben in einer Zeit, in der Gott nicht mehr mit uns spricht, und so koennen wir nicht blind jeder Weisung trauen, sondern muessen uns fuer unser Tun verantworten, weil kein Gott uns in den Arm faellt, um das Schlimmste zu verhindern.

In dieser Verantwortung versteht sich Praesident Rodrigo Roa Duterte. Ich weisz, dass die Gedanken einigen Menschen im Netz komisch vorkommen, aber die lesen mich nicht mehr, und so kann ich getrost darueber schreiben. Wer sich nach seinem Tod ins Meer verklappen lassen will, beweist nur, dass die Gefuehle der Menschen, die ihn ueberleben, fuer ihn nichts sind. Der Mensch unterscheidet sich vom Tier dadurch, dass er verstorbene Artgenossen bestattet. Er laesst sie nicht liegen oder wirft sie weg, auch wenn das dem Charakter einer Wegwerf-Gesellschaft entsprechen wuerde. Wie ein Volk mit seinen Toten umgeht, beschreibt den Charakter dieses Volkes, und umgekehrt bestimmt das Volk das Verhalten der Lebenden.

 



Das Volk ist der Gott unserer Zeit, den Regierenden in den Arm zu fallen, das Schlimmste zu verhindern. So versteht sich Rodrigo Duterte, wenn er sinniert, vor wem er sich verantworten muss. Er hat mal zum ICC (International Criminal Court) gesagt, sie sollen ihn einsperren, waer’ ihm egal. Nachdem alle Welt weiter auf ihn einpruegelt, sagt er das nicht mehr. Was geht ihn alle Welt an? Er habe sich nur vor dem philippinischen Volk zu verantworten, laesst er nun wissen. Von niemand sonst liesze er sich richten.

Duterte ist Nationalist. Er versteht sich als Vater des Vaterlandes, und deshalb ist er bei jeder Totenwache dabei, wenn Soldaten oder Polizisten im Dienst fuer das Vaterland ihr Leben verlieren. Deshalb will er das ROTC (Reserve Officers’ Training Corps) wieder verpflichtend machen, um Disziplin und Liebe zum Vaterland in der Jugend zu wecken. Und in dieser Verantwortung reist er nach China, um sein Land zu vertreten. Das wird nicht leicht werden, und es faellt ihm auch nicht leicht, weshalb er sich selbst unter Zugzwang setzt, wie ich gestern beschrieben habe.

Diese oeffentliche Ankuendigung seines Vorhabens hat auch den Vorteil, dass sein Gegenueber weisz, was auf ihn zukommt. Und der baut schon mal vor. Im “Standard” lese ich heute, was der Botschafter Chinas, Zhao Jianhua, zum Haager Schiedsspruch zu sagen hat: “Unsere Position wurde bereits zu Beginn der Einreichung des Schiedsverfahrens klar zum Ausdruck gebracht. Und als das Ergebnis des Schiedsverfahrens [herauskam], haben wir auch zum Ausdruck gebracht, dass wir es nicht akzeptieren und nicht anerkennen werden. Unsere Position hat sich nicht geaendert und wird sich auch nicht aendern.

Doch es geht nicht nur darum, was Duterte in China droht, sondern auch, was ihm von den USA blueht. Die sehen die Philippinen als Vorhut gegen China. Duterte steht zum Verteidigungs-Pakt, “wenn wir angegriffen werden”, aber er will keine Raketen-Basen oder US-Militaer auf Pag-asa und keine Atom-Sprengkoepfe in den Philippinen. Die USA sehen das etwas anders, das gehoert zur “Anarchie souveraener Staaten”, sie haben andere Goetter. Und weil Duterte ihnen nicht gefaellt, helfen sie der Opposition. In seiner Kolumne in der “Times” brachte Rigoberto Tiglao gestern eine Uebersicht des US Auszen-Ministeriums, welche hiesigen Medien via NED (National Endowment for Democracy) aktuell Gelder von dort erhalten. NED unterstuetzt die Opposition in Laendern, deren Kurs den USA missfaellt. Im Jahre 2018 gingen US-Dollars an “MindaNews” 35 Tsd, an “VERA Files” 47 Tsd, an “Rappler” 142 Tsd. Ich erinnere den Spruch der Landsknechte – wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing. Landsknechte sind Soeldner, die sich gegenueber dem verantworten, der sie bezahlt.

Eid’l Adha ist ein Fest darueber nachzudenken, wem gegenueber man sich verantworten muss – ist ja Feiertag: Behoerden und Schulen sind geschlossen, und das Leben geht weiter.

Saysay sa adlaw – Ang ilaga nagkitkit og tinapay. 

ang best. Art., ilaga Maus, Ratte (Visayan unterscheidet da nicht), kitkit knabbern + nag… V/G nagkitkit knabbert, og unbest. Art., tinapay Brot

Satz des Tages – Die Maus knabbert am Brot.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “Manila Standard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht