…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 28. Juli 2019

(zum Bild: Alle Tippstellen in den Philippinen bis auf weiteres geschlossen)

 

Zuerst was klar ist – Die Nachricht ist bedeutend fuer den Kampf gegen den Terror von CPP-NPA-NDF (Communist Party of the Philippines-New People’s Army-National Democratic Front), hat es jedoch leider nicht in die Schlagzeilen geschafft: Belgien finanziert ab sofort keine Front-Organisationen der Kommunisten in den Philippinen mehr.

Belgien gab Gelder an humanitaere Vereine, die tatsaechlich jedoch mit der CPP zusammenarbeiten und Gelder an die und an die NPA weiterleiteten. In einer Aufklaerungs-Aktion hatten Ermittler von Militaer und Polizei Behoerden in Belgien und in der EU informiert, wie die Gelder hier laufen. Zu den Organisationen, die nur eine Front fuer CPP bilden, zaehlt man die Rural Missionaries in the Philippines, Karapatan, Gabriela, Alliance of Concerned Teachers, Kilusang Mayo Uno, Anakbayan, League of Filipino Students und Bayan.

Der Kampf gegen die NPA ist kaum zu gewinnen, wenn Geld fuer Nachschub und Nachwuchs da ist. Versiegt die Geldquelle, trocknet der Terror aus.

Nun was unklar ist – Die Schlagzeilen werden beherrscht von der Entscheidung, dass Praesident Rodrigo Roa Duterte alle Tipp-Aktivitaeten des PCSO (Philppines Charity Sweepstakes Office) wie Lotto, Small Town Lottery und Keno, wegen “massiver Korruption” verboten hat. Die Polizei ist nun landesweit dabei, Bueros zu schlieszen, in denen man entsprechende Tipps abgeben kann.

Unklar ist, wer da nun wen wie schmiert. Und total verstaendnislos sind die Spieler, die sich um ihre Hoffnung auf den Hauptgewinn betrogen sehen. Ein Polsterer in Zamboanga aeuszert sich zu Dutertes Masznahme: “Der ist bescheuert! Er stoppt die Lotterie, und was wird aus uns? Lotto ist unsere einzige Fahrkarte aus der Armut. Duterte ist reich, der hat keine Probleme.

Da ich kein “Spieler” bin, weisz ich nicht, wie das laeuft. Werden die Tips kontrollierbar registriert, oder geht das nur ueber den Ladentisch? Ist alles registriert, liesze sich Betrug durch Buchpruefung aufdecken. Offenbar laeuft aber alles blosz ueber – bzw. “unter” – dem Ladentisch, und dann hat man ein Problem. Man weisz nicht, wie hoch tatsaechlich die Einnahmen sind, wodurch man nicht weisz, wieviel an den Staat oder soziale Institutionen abgefuehrt werden muesste, und man weisz gleich gar nicht, wohin die Differenz verschwunden ist.

Duterte mag Jueteng nicht, ging aber nicht dagegen vor: “Es ist illegal. Es kann nicht gestattet werden. Wenn ich es verbiete, muss ich bereit sein, den Leuten eine Alternative zu geben, denn wenn die keine Alternative haben, werden Drogen das ersetzen. Und das waere noch toedlicher.

Mit der Einstellung des Betriebs insgesamt, ohne dass Verdaechtige verhaftet werden, und ohne eine Alternative zu bieten, hat er nun aber lediglich ein groszes Fragezeichen in die Landschaft gestellt.

Was soll daraus werden?

 



 

Dieselbe Frage stellt sich auch dem Senat, der von Dutertes Veto gegen das vom Kongress verabschiedete SoT-Gesetz – “Security of Tenure ~ Sicherheit der Anstellung” – duepiert wurde (siehe gestern).

Was stoert ihn an dem SoT-Gesetz?

Die Ablehnung verweist nur auf eine gestoerte Balance von Management und Mitarbeiterschaft. Daran stoeszt sich Senator Ralph Recto, der meint, die Regierung solle ihren eigenen Entwurf dem Senat zukommen lassen: “Das ist erforderlich, da in der Veto-Meldung nicht die spezifischen Bestimmungen genannt wurden, die das Veto ausgeloest haben. Sollen sie diesmal die Buerde des Vorschlags tragen. Das kann aber nur ein Vorschlag zur Information des Kongresses sein und sollte nicht heiszen, dass es so dann auch verabschiedet wird.

Man kann jetzt philosophieren, worin wohl Gruende liegen koennten. Mir fielen dazu auch Dinge ein, da ich das Problem aus meiner Berufstaetigkeit kannte. Am Ende musste man Unter-Auftraege so spezifisch definieren, bevor man sie als Gewerke nach auszen vergeben durfte, dass man es in der Zeit auch selbst haette programmieren koennen. Konsequenz: Der Laden wurde ineffektiv und am Schlusz dann auch folgerichtig abgestoszen. Schraenkt man Arbeits-Vergabe zu sehr ein, wird sie am Ende geschaeftlich uninteressant und man schadet der Wirtschaft des Landes insgesamt.

Ich will aber keine Kaffesatz-Leserei betreiben. Mich interessiert die Frage, wieso Duterte ploetzlich zu so diffusen Entscheidungen kommt. Nur als Beispiel: Dass es beim Zoll Korruption immer schon gab und noch gibt, weisz jeder. Daher ja auch der alte Rat: willst du reich werden, geh zum Zoll! Man koennte das leicht beenden, indem man – Vorbild PCSO – die Haefen des Landes schlieszt.

Bei PCSO und SoT-Gesetz tut er das. Das ist ein Wandel der Fuehrung. Wo er bisher gerufen hat “Da geht’s lang!” und seine Mannen rannten in die gewiesene Richtung, da ruft er nun “Nix wie weg!” und alles rennt durcheinander.

Ich versteh das nicht.

Saysay sa adlaw – Ambot lang!

Satz des Tages – Keine Ahnung!

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.