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…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 15. Juli 2019

(zum Bild: Senatoren aus der Opposition sind gegen den Stand der Philippinen gegenüber China)

 

Welten – Nicht nur Klima-Paniker, auch andere Leute beschwoeren aus verschiedensten Gruenden immer wieder, dass wir doch in einer Welt leben. “Pastilan! ~ Meine Guete!” wie man sich so irren kann – jeder lebt in seiner eigenen Welt.

So fordert zum Beispiel der Leitartikel der “Times”: “Nennt der Nation die Tatsachen (facts) ueber die West Philippine Sea”. Das ist laecherlich. Die “West Philippine Sea” gibt es nur in den Philippinen, bzw. links daneben auf der Landkarte. Der Rest der Welt kennt das Gewaesser als “South China Sea”. Doch in 2012 kam Benigno Aquino auf die Idee mit einer Administrative Order No. 29 weite Gebiete dort in “West Philippine Sea” umzubenennen und dabei auf die souveraenen Rechte der Philippinen zu pochen – wie pocht man eigentlich auf Wasser?

Ganz einfach, wie Rigoberto Tiglao in seiner Kolumen in der “Times” heute erlaeutert: man schuettet Sand auf, baut lange Landebahnen und Abschussbasen fuer Raketen dort – wie China das gemacht hat, als ihnen Benigno Aquino und Albert del Rosario auf den Keks gingen mit ihrem Gang nach Den Haag, wohin sie sich von den USA schubsen lieszen. Haette Xi Jinping sich die Anwuerfe gefallen lassen, meint Tiglao, waere er sicherlich gestuerzt worden. “Xi muss insgeheim Aquino und del Rosario dankbar sein, sich so von den USA ausspielen zu lassen. So weitreichend waren und sind tatsaechlich die Konsequenzen dieses unfaehigen Gelben Regimes.

Die Regierung und die Oppositionen leben da in zwei Welten, die nichts mit einander zu tun haben. Bei einem Alibi ist es so, wenn man nachweisen kann, dass man an einem Ort war, der vom Tatort weit entfernt war, dann sagt richterliche Logik, dass man nicht der Taeter sein kann. Was aber ist, wenn an ein und demselben Ort zwei Welten sein sollen? Geht das ueberhaupt? Es geht, und die Welten sind ueberschneidungsfrei, da Welt nur in Koepfen existiert, und Koepfe ueberschneiden sich nicht.

Wie es dazu kommt, erlaeutert Dan Steinbock in seiner Kolumne in der “Times” mit der Ueberschrift “The triple nexus”, womit er das Gefuege der Meinungs-Macher (Macro-Influencer) George Soros, Madeleine Albright und Pierre Omidyar meint. Soros finanziert ueber “Soros Fund Management” und die “Open Society Foundations” diverse Menschenrechts-Organisationen, die nun ueber die Island-Initiative Front gegen die Philippinen machen. Soros unterstuetzt auch den ICC (International Criminal Court), der sich Praesident Rodrigo Roa Duterte auf’s Korn genommen hat. Albright sponsort mit der “Albright Stonebridge Group” und dem “Albright Capital Management” das NED (National Endowment for Democracy), ein CIA-Ableger, und das NDI (National Democratic Institute), die beide nicht-amerika-konforme Regierungen als “undemokratisch” verunglimpfen. In ihrem Tross ist George Clooney, der 2010 zum lebenslangen Mitglied der “Council on Foreign Relations” ernannt wurde, ein Instititut, das die wahre Demokratie hochhaelt, und dessen Gattin Amal Clooney, die sich als Anwaeltin fuer Maria Ressa in Sachen “Pressefreiheit” engagiert. Hierbei hilft Omidyar, der “Rappler” mit seinen eBay-Geldern finanziert hat. Ueber sein “Omidyar Network” finanziert er auch das CPJ (Committee to Protect Journalists), das den “Press Freedom Award 2018” unter anderen an Maria Ressa verlieh, welcher Preis wiederum verantwortlich war, dass sie in der “Time”-Liste als “Waechterin der Wahrheit” gefeiert wurde, und prompt wurde „Rappler“ von Facebook als „fact checker“ engagiert.

Von diesem “triple nexus” wird – getrennt marschieren, vereint schlagen – zu den Philippinen, vertreten durch Praesident Duterte, eine Gegen-Welt geschaffen, gegen die die Duterte-Welt, 80 Prozent der Filipinos, medial nicht ankommt. Und wenn der Leitartikel der “Times” fordert, man moege bitte der Nation die Tatsachen nennen, so stellt sich gleich die Frage: “Welche haetten Sie denn gerne?

Von daher versteht sich, dass Auszen-Minister Teodoro Locsin sich aus der “Menschrechts-Welt” ausklinken moechte. Zu der Island-Resolution und dem Vorschlag, die diplomatischen Beziehungen zu Island deshalb abzubrechen, twittert er: “Keine Botschaft in Island. Island hat auch keine Botschaft hier. … Island hat den Platz der USA eingenommen, als die aus dem Menschenrechtsrat ausgetreten sind. Ich glaube, wir sollten mehr Amerika folgen.

Da aber nun mal verschiedene Welten an gleichen Orten moeglich sind, weil Welten nur in Koepfen existieren, so stellt sich mir die Frage, warum die Bericht-Erstatter ueberhaupt in die Philippinen kommen wollen. Die sattsam bekannte Agnes Callamard hat auch den Tod des Journalisten Jamal Khashoggi untersucht und die Schuld bei saudi-arabischen Prinzen festgemacht, ohne in Saudi-Arabien gewesen zu sein. Wenn also in Fragen des Menschenrechts Fern-Diagnose moeglich ist, warum nicht auch in diesem Fall? Am besten nimmt man auch gleich die Callamard. Die hat ihren Bericht seit Maerz 2017 zu den Philippinen schon fertig, als sie  sich zu Wort meldete auf die Bitte von Tourismus-Ministerin Wanda Teo an die Medien, bei dem Thema der auszergerichtlichen Toetungen den Ton herunter zu regeln. Callamard twitterte, Teo solle sich nicht an die Medien, sondern an Regierung und Polizei wenden, dass die die auszergerichtlichen Toetungen stoppen. Sie wuszte schon damals, wer fuer die EJKs verantwortlich ist, und so koennte man Reisekosten sparen und Frau Callamard die Muehe, sich Neues aus den Fingern zu saugen. Es ist doch alles schon fertig, man muss es nur aufgreifen.

 



 

Und es geht nicht nur um die Philippinen und den Westen. Ich habe mehrfach berichtet, dass die Lumad (~ Indigenous People) derzeit durch die USA touren um darauf aufmerksam zu machen, dass CPP-NPA-NDF (Communist Party of the Philippines-New People’s Army-National Democratic Front) sie nach und nach umbringen. Dem gegenueber fordert ACT (Alliance of Concerned Teachers) von DepEd (Department of Education), dass die Schulen fuer die indigenen Voelker wieder geoeffnet werden. Der Witz dabei ist, dass ACT eine Front-Organisation der CPP ist, die an diesen Schulen Nachwuchs fuer die NPA rekrutiert. Eben deshalb waren die Schulen auf Initiative der Lumad geschlossen worden, deshalb touren sie durch Amerika. Und dort werden sie von Studenten angemacht, dass sie Luegen erzaehlen. Denn natuerlich haben die Studenten sich vorab bei Menschenrechtlern informiert, um ihr Weltbild zu formen, und die haben ihnen erzaehlt, dass ACT die Menschenrechte foerdert, wie zum Beispiel auch die “Rural Missionaries of the Philippines”. Wer die News-Seite der “Rural Missionaries” im Netz mal aufruft, wird dort ‘zig Artikel gegen Duterte, aber kaum etwas Religioeses finden. Nun, vielleicht gehoert das, wie bei dieser australischen Polit-Nonne Patricia Fox, die es als Teil ihrer seelsorgerischen Taetigkeit sah, die Freilassung aller politischen Gefangenen zu fordern, auch zum seelsorgerischen Treiben der “Rural Missionaries”, wie es zum paedagogischen Treiben der ACT gehoert, Lumad-Kinder fuer ihre Rallies in Manila ohne Erlaubnis der Eltern zu rekrutieren – als Voruebung fuer eine Karriere in der NPA.

Welche von all diesen Welten wird am Ende uebrig bleiben? Ich weisz es nicht, und je mehr ich lese, desto unwohler wird mir.

In eigener Sache – Auf Anfragen oder Zuschriften zu meiner Umfrage gehe ich nicht mehr ein. Bitte das nicht als unhoeflich auffassen, so funktioniert Redaktions-Schluss nun mal. Ich habe mich direkt bei jedem bedankt, der gleich antwortete. Nach Auswertung kamen nun noch Meldungen, und ich weisz auch um die “likes” in Facebook. Doch auch Facebook ist nur eine von vielen Welten im Netz, und nicht mal das ist die wirklich wahre Welt, in der wir angeblich alle leben. Doch, das ist das Schoene, jede Welt hat ihren Tellerrand. Schaut drueber hinaus, dafuer sind Tellerraender da! Ich bleib am Ball, sprich: Duterte, und hoffe, meine Leser bleiben auch dabei.

Saysay sa adlaw – Lingin ang bola. 

lingin rund, ang best. Art., bola Ball

Satz des Tages – Der Ball ist rund. (~ Es ist noch alles offen.)

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Daily Tribune”, “Manila Standard” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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