…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 11. Juli 2019

(zum Bild: Erster philippinischer Selbstmord-Attentäter bestätigt)

 

Gefaehrliche Zeiten – Praesident Rodrigo Roa Duterte wies in letzter Zeit oefter auf drohende Gefahren hin, so auch wieder in einer Rede am Dienstag im Manila-Hotel bei einem Dinner zur Verabschiedung von Gloria Macapagal-Arroyo: “Ich sehe sehr gefaehrliche Zeiten voraus. Und ich hoffe, dass wir in den Griff bekommen, was immer uns auch blueht… Ich kriege feuchte Haende, wenn ich nur daran denke, wenn da etwas auszerhalb der Inseln Sulu und Basilan aus dem Ruder laeuft.

Er will dazu Militaer und Polizei verstaerken, was sicher nicht falsch ist, aber auch nicht die Loesung der Probleme sein kann. Ich will dazu im naechsten Abschnitt gesondert etwas anmerken.

Schlagzeile der “Times” ist die Feststellung, dass mindestens einer der Selbstmord-Attentaeter auf den Fuehrungs-Posten des First Army Brigade Combat Team in Jolo, Sulu, ein Filipino ist. Es ist ein misshandelter Sohn, der von seiner Familie fortgelaufen ist. Ohne auf dessen Geschick eingehen zu wollen, stand dahinter die Wohlfuehl-Annahme “Ein Filipino tut so etwas nicht.” Tut er doch – und vermutlich war sein Mittaeter auch ein Filipino.

Mir gefiel diese unausgesprochene Betonung des “sowas tun nur Auslaender” von Anfang an nicht. Menschen sind zu allem faehig, egal, ob sie von anderswo herkommen oder immer schon da waren.

So ist zwar richtig, was der Sprecher der Armee, Brigadegeneral Edgard Arevalo, dazu sagt: “Es ist wirklich noetig, dass wir unsere Familie und unsere Verwandten beobachten, um zu versichern, dass sie sich nicht n solche Taten verstricken.

Daneben muss aber auch von staatlicher Seite etwas geschehen, und das sind unausgegorene Gedanken des Praesidenten, der die Idee einer neuen Verfassung nicht so recht aufgeben mag, auf der anderen Seite aber auch sieht, dass da etwas geschehen muss. Dazu hab ich mir auch Gedanken gemacht:

 



 

Die Verfassung… – …der Philippinen ist nach dem Muster der amerikanischen Verfassung gestrickt, sodass man, was es dort gibt, fast als Muster neben das legen kann, was es hier gibt. Wichtig dabei ist das Wort “fast”. Es gibt einen Unterschied, der meiner Meinung nach die Unzufriedenheit Dutertes erklaert und der bisher unentdeckte Grund ist, diese aendern zu wollen.

In den USA vertreten die Senatoren, und damit insgesamt der Senat, die einzelnen Staaten. In den Philippinen werden die Senatoren landesweit gewaehlt und stehen damit in Konkurrenz zum Praesidenten, der das Land vertritt.

Im Streit Dutertes mit Nur Misuari, den er Dienstag Abend in Malacañang getroffen hat, geht es darum, einer Region eine Stimme zu geben. Dazu muss man nicht das Regierungs-System der Philippinen in die Regionen kopieren. Zwar verspricht sich Duterte davon auch, die Korruption besser in den Griff zu bekommen. Ich erwarte, dass sich so die Gefahr der Korruption auf dieser Ebene vervielfacht.

Die Philippinen haben 17 Regionen. Wenn jede Region einen Senator waehlt, der ihre Interessen vertritt, schlagt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens entfaellt die Konkurrenz des Senates zum Praesidenten, gegenueber dem er sich gern als Gegengewicht versteht und aufspielt. Und zweitens haben Regionen ihre Stimme, Gesetze einzubringen oder zu verhindern, die ihren Regionen nutzen oder schaden. Man verhindert so das Minderwertigkeits-Gefuehl, das Regionen heute oft in Opposition zur Regierung bringt, zum verhassten “Imperial Manila”.

Tut mit Leid… – …dass ich gestern schrieb, Mina Chang sei als naechste Botschafterin der USA fuer die Philippinen vorgesehen. Genau das bestreitet die US-Botschaft in Manila und sagt, das Geruecht sei ihnen bekannt, doch es sei nicht wahr. Damit ziehe zurueck, was ich gestern gemaesz “PhilStar” hier verbreitet habe.

Saysay sa adlaw – Abi nakog tinuod. 

abi meinen, glauben, nakog ~ kanako og Dat/Akk von ako ich + og als Verbinder, tinuod wahr, wirklich

Satz des Tages – Ich dachte, es sei wahr.

 



 

Gemaesz “PCOO”, “PNA”, “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

2 Gedanken zu „…aus der philippinischen Presse

  • Juli 11, 2019 um 17:35
    Permalink

    Hallo Herr Eckard,

    bedauerlicher Weise konnt ich Ihre Presseschau vom 10.7.19 in den Philippinen.Nachrichten nicht finden.
    Da Sie jedoch heute darauf Bezug nehmen, so haben Sie sich sicherlich gestern auch die Mühe gemacht. Aber anscheinend hat das Internet Ihern Beitrag verschluckt.

    Viele Grüße
    D. Westenfelder

    • Juli 12, 2019 um 07:43
      Permalink

      Guten Morgen Herr Westenfelder,

      die Schuld daran habe ich, ich war am Morgen des 10. Juli nur noch dazu gekommen, das Wetter zu posten und dann hielten mich private Angelegenheit von weiteren Postings ab.

      Ich werde gleich, nach dem heutigen Wetter, diesen Beitrag von Herrn Eckard nachtragen.

      Sir Dieter Sokoll

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