…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 26. Juni 2019

(zum Bild: Leni Robredo, Vizepräsidentin und Dummchen)

 

Praesident Rodrigo Roa Duterte… – …bleibt bei seiner Linie, die ihm die Opposition als “Feigheit” oder “Landesverrat” vorwirft, seine Unterstuetzer dagegen als Politik eines “kuehlen Kopfes” und als “Schutz gegen eine Tragoedie” betrachten. Er wird wegen des Zwischenfalles auf der Recto (Reed) Bank nicht gegen China in den Krieg ziehen, im Gegenteil, er wird tolerieren, wenn chinesische Fischer weiter in der EEZ (Exclusive Economic Zone) der Philippinen fischen. Er koenne China nicht daran hindern, und auszerdem seien sie ja “Freunde”. Der Leitartikel des “Standard” sieht China in seiner Ueberschrift als “Die wirklich heilige Kuh” des Praesidenten – da geht er nicht ran.

Die Frage, die sich mir anschlieszt ist – wie koennte er auch?

Die Situation hat ihm die amerikanische Politik eingebrockt, die mit der “Wendung zu Asien ~ pivot to Asia” unter US-Praesident Barack Obama und Auszen-Ministerin Hillary Clinton der Tatsache Rechnung trug, dass in dieser Gegend die Haelfte der Menschheit lebt. Die Antwort darauf war, dass China als zentrale Groesze klein gehalten werden muss, wollen die USA ihre selbstgewaehlte Rolle als Weltpolizei behalten. Das hatte unter Benigno Aquino nach dem Scarborough Shoal Standoff 2012 zur Folge fuer die Philippinen, die grad die USA als Besatzungsmacht los waren, dem US-Militaer 2014 mit EDCA (Enhanced Defense Cooperation Agreement) die Nutzung von Basen bei Cebu, Puerto Princessa, Cagayan de Oro und in Pampanga und Nueve Ecija zu gestatten. Die Orte waeren Angriffsziele erster Guete, kaeme es zu einem Krieg der USA gegen China, und die Philippinen waeren die “local pawns”, die Bauern, die fuer das grosze Ganze halt geopfert wuerden. Denn auf der anderen Seite sahen die USA sich trotz MDT (Mutual Defense Treaty) von 1951 nicht genoetigt, mal mit einem Kriegsschiff bei Scarborough Shoal nach dem Rechten zu schauen, als sich das einzige philippinische Kriegsschiff einigen chinesischen Kriegsschiffen gegenueber sah.

Die Situation dort hatte den Philippinen deren Auszen-Minister Albert del Rosario eingebrockt, den Rigoberto Tigalao in seiner heutigen Kolumne in der “Times” bezeichnet als “Der schlechteste Auszen-Minister in unserer Geschichte”, ein Lieblings-Thema von Tiglao, das ich nicht breit treten will. Es war del Rosario, der die Situation in der South China Sea fuer Fischer sauer gemacht hat, wo chinesische, vietnamesische und philippinische Fischer frueher gemeinsam gefischt hatten, eine Situation, der Duterte heute nachtrauert.

 



 

Es ist aber eben dieser del Rosario, der, obwohl laengst nicht mehr in diplomatischen Diensten, mit einem Diplomaten-Pass nach Hong Kong reisen will, um mal zu sehen, ob das klappt, wo er doch mit Ex-Ombudsfrau Conchita Carpio-Morals gegen Xi Jinping vor den ICC (International Criminal Court) gezogen ist. Er wurde auch abgewiesen – wie erstaunlich! – und um diesen Unfug zu unterbinden, laesst der jetzige Auszen-Minister Teodoro Locsin alle Diplomaten-Paesse gewesener Groeszen canceln. Das wiederum bringt die Fuehrerin der Rest-Opposition, Vize-Praesidentin Leni Robredo, in Rage, die Locsin dafuer ruegt, dass er so del Rosario vereinzelt und als Missetaeter hinstellt. Dagegen verwahrt sich Locsin und twittert an Robredo: “Hey, Dummchen (boba), genau deshalb habe ich Weisung gegeben, alle Gefaelligkeits-Paesse zu canceln, weil ich del Rosario nicht allein bloszstellen wollte.” Das “Dummchen” brachte ihm einen Shit-Storm der Opposition ein, und er hat sich dafuer entschuldigt. Da die Opposition sonst keine Themen hat, wird das noch eine Weile medial am Koecheln gehalten.

Um auf das Thema zurueckzukommen: Duterte bleibt bei seiner Linie, nicht gegen China zu gehen. Und so urteilt ein Leser neulich zu meinem Blog ueber Praesident Duterte in Bezug zu USA und China, “…ein kluger Taktierer … der derzeit einen Eiertanz zwischen den Muehlsteinen USA und China vollfuehren muss.

Stoerend kommt da das Gejanke der Opposition hinzu, “Amboys” und “Amgirls”, die am liebsten wohl die Initiative des Abgeordneten Rufino Antonio von 1971 aufgreifen wuerden, die Philippinen zu einem Staat der USA zu machen. Der Gedanke wurde 1988 nochmal aufgegriffen, ist heute aber abwegig: die USA haben lieber einen Puffer vor China auf der anderen Seite der Welt, als selbst dort zu sein. So koennen sie waehlen, ob sie sich engagieren oder nicht, andernfalls waeren sie sofort involviert. Die Idiotie scheint sich dennoch hier in Gelben Koepfen zu halten, auch wenn die das nicht zugeben. Waere ja Landesverrat, Aufgabe der Souveraenitaet, all das, was sie Praesident Duterte nun in Sachen South China Sea vorwerfen.

Saysay sa adlaw – Kusog kitang mosundog sa moda sa mga kano. 

kusog rasch, heftig, kitang ~ kita nga wir inkl. + Verbinder, sundog imitieren, nachmachen + mo… Z/M mosundog wird, kann nachmachen, sa von, moda Mode, mga bildet Plural, kano ~ amerkano Amerikaner

Satz des Tages – Wir sind schnell dabei die Mode der Amerikaner nachzumachen.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Standard”, “PhilStar”, “Rappler” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.