…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Sonntag, den 22. Juni 2019

(zum Bild: Der Wachhund Trump, der seine Zähne vergaß)

 

US vs Iran… – …and the winner is China.

In Diskussionen bei “CNN” wurde US-Praesident Donald Trump als “krimineller Idiot” bezeichnet. Warum in den USA solche Menschen ins Weisze Haus statt in Sicherungsverwahrung kommen, geht mich nichts an, doch interessiere ich mich fuer die Folgen dieser Fehl-Unterbringung.

Mit seiner “Ich gegen alle”-Politik, die er mit dem Slogan “America First” verbraemt, ist der Bully nun an einen geraten, der nicht kuscht, sondern beiszt. Der Iran hat eine Drohne abgeschossen, mit der die USA das Land ausspionieren. Bully Trump befahl den Gegenschlag, nur um ihn – Flugzeuge sollen bereits in der Luft gewesen sein – kurz darauf zu widerrufen und die Aktion abzublasen. Jetzt steht er so ein biszchen da wie ein Wachhund, der laut bellend in den Hof stuermt und dann merkt, dass er sein Gebiss in der Huette hat liegen lassen.

Da war guter Rat teuer, heiszt es im Maerchen an dieser Stelle, oder – ich kann nichts dafuer, wenn mir an solchen Stellen immer Sprueche aus meinem Berufsleben in einer groszen Firma einfallen – wie man auch sagen kann: “Wenn ich nicht mehr weisz, gruend ich einen Arbeitskreis.” In der wirklich wahren Welt ist das der UN-Sicherheitsrat, und die USA haben sich nicht entbloedet, dort eine Sitzung hinter geschlossenen Tueren einzuberufen, die laut “Tribune” am Montag stattfinden soll. Das Bloede daran ist, dass in diesem Rat neben den USA noch vier andere Mitglieder sind, die ein Veto-Recht auf alles haben, und neben Frankreich und England sind das Russland und China. Mit keinem davon stehen sich die USA besonders gut, ganz schlecht aber stehen sie sich mit China, gegen das sie einen Handelskrieg fuehren, den Trump zu verschaerfen droht, falls China beim G20-Gipfel naechste Woche in Osaka nicht klein bei gibt. Und China steht sich gut mit dem Iran. Was also erwartet Trump vom Sicherheitsrat? Der Iran wird nicht mal einen Klaps auf die Finger bekommen.

Waehrend Trump sich mit seiner Politik die halbe Welt zum Feind machte, verlegte China sich darauf die Laender zu gewinnen, denen Trumps Politik quer runtergeht. Neben Iran und Russland ist das Nord Korea. Dort hat Chinas Praesident Xi Jinping gerade einen Staatsbesuch absolviert und dem Fuehrer Kim Jong-un den Ruecken gestaerkt. Der ist wegen der US-Sanktionen besonders sauer, sodass auch ein Treffen in Hanoi im Februar des Jahres an Trumps Selbstherrlichkeit scheiterte. Trifft man sich nun am 28. Juni in Osaka, wird China allein im Mittelpunkt stehen, und alle erwarten von Trump eine Antwort auf die unausgesprochene Frage, ob er nun mitspielt oder weiter in seiner Trotzphase verharren will.

Gao Feng vom chinesischen Handels-Ministerium drueckte das so aus. China hoffe, dass die USA die “erforderlichen Bedingungen und eine entsprechende Atmosphaere” fuer einen unparteiischen Dialog schaffen werden. Die US-Regierung moege ihre “verkehrten Handlungsweisen einstellen” und Probleme durch Konsultation und Kooperation loesen, wie ich bei “German.China.Org” lese. Das klingt mir nicht danach, dass China klein beigeben wird. Das klingt eher so, als ob China weisz, dass bellende Hunde nicht beiszen.

Und damit kriege ich die Kurve zu den Philippinen. Trumps Einknicken gegenueber dem Iran ist ein herber Schlag fuer all die “Amboys” und “Amgirls”, Filipinos halt, die meinen, dass alles Gute von Amerika kommt und sie sich daran halten muessen. Das betrifft derzeit die SCS (South China Sea) und den Zwischenfall auf der Recto (Reed) Bank.

 



 

Wenn US-Botschafters Sung Kim kuerzlich Mike Pompeo zitierte mit der Aussage, “jeder bewaffnete Angriff auf philippinische Schiffe, philippinische Flugzeuge setzt unsere Verpflichtungen aus dem Mutual Defense Treaty [MDT] in Kraft”, dann war das vor einer Woche fuer die Amboys eine Versicherung, dass die USA den Philippinen gegen China zur Seite stehen werden. Heute ist die Aussage keinen Pfifferling mehr wert. Wenn Trump, auf Anraten von Sicherheits-Berater John Bolton und Auszen-Minister Mike Pompeo, einen Angriff gegen den Iran befiehlt und dann davor zurueckschreckt – wie wird er sich China gegenueber verhalten? Zusagen unter Trump kann man sich auf’s Klo haengen.

Vize-Praesidentin Leni Robredo will die chinesischen Ungluecks-Seeleute vor ein philippinisches Gericht stellen – klar, die US-Marines holen die aus China raus und liefern sie in Manila ab. Auf den anderen Bloedsinn will ich gar nicht eingehen, der da von Senatoren Risa Hontiveros, Antonio Trillanes und Richter Antonio Carpio und gewesene Groeszen wie Conchita Carpio-Morales und Albert del Rosario verzapft wird.

Sie sehen die Zeitenwende nicht, die sich in dem Nicht-Angriff der USA auf den Iran manifestiert.

Anders Praesident Rodrigo Roa Duterte. Ja, er sagt, Trump sei sein Freund, besucht hat er ihn trotzdem nicht. Xi ist auch sein Freund, der wohnt hier gleich um die Ecke, und ich weisz grad nicht, wie oft er den schon besucht hat. Und was die Recto-Bank angeht, so hat Duterte einer gemeinsamen Untersuchung zugestimmt, in Opposition zu seinem Auzen-Minister Teodoro Locsin, aber so ist das nun mal: Ober sticht Unter. Und Stoerenfriede dieser Beziehung werden kaltgestellt. Das DFA (Department of Foreign Affairs) laesst Diplomaten-Paesse ehemaliger Diplomaten, wie del Rosario, einziehen und canceln, damit nicht weiter mit den Papieren Unfug getrieben wird. Wer aus dem diplomatischen Dienst ausscheidet, ist halt Tourist wie jeder andere auch.

Ich bewundere Dutertes Weitblick, denn dessen Wendung zu China kam nicht erst, als ihm Barack Obama mit seinen Menschenrechten auf den Keks ging. Sass Roganda Sasot schrieb neulich in ihrer Kolumne in der “Times”: “Als Duterte 2015 beim Asia CEO-Forum sprach, war ich ueberrascht von seinem Standpunkt in der SCS-Krise. Er verstand die gefaehrliche geo-politische Lage der Philippinen. Waehrend seiner [Wahl-]Kampagne erwaehnte Duterte weiterhin seine vorgesehene versoehnliche Annaeherung an China. Ich war aufgewuehlt (thrilled) denn, fuer mich wuerde er ernsthaft den Lauf der Geschichte aendern.

Vielleicht sieht ja auch die EU nach dem G20-Gipfel in Osaka klarer, dass ihre Zukuft eher aus dem Osten als aus dem Westen zu erwarten ist.

Saysay sa adlaw – Upat ka suok sa kalibotan: sidlakan, kasadpan, amihanan, habagatan. 

upat ka vier + Zahlverbinder, suok Gegend, sa von, libot umgeben + ka…an bildet Sustantiv kalibotan Welt, sidlak Schein, Strahlen + …an bildet Substantiv sidlakan wo die Sonne aufgeht, Osten, salop untergehen + ka…an bildet Substantiv verschliffen zu kasadpan wo die Sonne untergeht, Westen, amihan Nordwind, Nordost-Monsun + …an bildet Substantiv amihanan  wo der Nordwind herkommt, Norden, habagat Suedwind, Suedwest-Monsun + …an bildet Substantiv habagatan wo der Suedwind herkommt, Sueden

Satz des Tages – Die vier Gegenden der Welt: Osten, Westen, Norden, Sueden.

 



 

Gemaesz “Daily Tribune”, “German.China.Org”, “Manila Times”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.