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…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Donnerstag, den 20. Juni 2019

(zum Bild: Sen. Panfilo “Ping” Lacson)

 

Das ewige Leiden – Die Schlagzeile der “Times” befasst sich mit dem Vorwurf des Senators Panfilo “Ping” Lacson gegen Gesundheits-Minister Francisco Duque “Duque involved in PhilHealth irregularities”, und auch dem “Standard” ist das eine “Top Story” wert “Senator threatens PhilHealth probe”.

Korruption ist das ewige Leiden der Philippinen, an dem Praesident Rodrigo Roa Duterte verzweifelt. In einer Rede letzten Montag sagte er, um damit fertig zu werden solle man besser “nach einem anderen Marcos schauen”. Wo fast jeder Dreck am Stecken hat, kann leicht jeder jedem was an’s Bein binden, und so sollte man, wenn ein Thema hochkocht, ein Auge auf die Besetzungs-Liste des Dramas werfen – “dramatis personae”:

Mir ist Lacson bekannt, seit er im Zusammenhang des “Todesfalles” von Buergermeister Rolando Espinosa und Mithaeftling Raul Yap im Gefaengnis im Jahre 2016 bei der Senats-Untersuchung dies als “premeditated murder ~ vorsaetzlichen Mord” bezeichnete. Er brachte sich wieder in Erinnerung, als er bei der Untersuchung der Korruption beim Zoll 2017 den damaligen Chef des Zolls, Nicanor Feldon bezichtigte, 100 Mio Peso als “pasalubong ~ Willkommensgeschenk” bei Dienstantritt im Juli 2016 erhalten zu haben. Faeldon bestritt das, doch war er im Amt nicht zu halten, und so ist er nicht mehr Zoll-Chef, sondern nun Chef des Bureau of Corrections.

Lacson fiel mir wieder auf, als er im August 2018 in einem Interview mit “CNNPhil” zur neuen Sprecherin des Hauses, Gloria Macapagal Arroyo, einen Spruch von John F. Kennedy zitierte: “Vergib deinen Feinden, aber vergiss niemals ihre Namen.” Da mich das irgendwie kalt erwischte, schaute ich mir in der “Wikipedia” den Lacson-Artikel an und fand einen Absatz zum “Dacer-Corbito Mordfall”.

Im November 2000 wurden der Publizist Salvador Dacer und sein Fahrer Emmanuel Corbito in Makati entfuehrt. Im April 2001 wurden ihre verbrannten Kadaver in Indang, Cavite, gefunden. Das Justiz-Ministerium erhob Anklage gegen Polizei-Obere der praesidalen Anti-Organized Crime Task Force, deren Chef zu der Zeit Polizei-General Panfilo Lacson war. In einem Affidavit 2001 wurden Praesident Joseph Estrada und Lacson beschuldigt, beide leugneten ihre Verwicklung in den Fall. 2009 beschuldigte der Polizei-Obere Cezar Mancao wiederum Lacson, hinter dem Mord an Dacer und Corbito zu stecken. Lacson bestritt dies und behauptete, dass das Buero der Praesidentin Arroyo hinter der Anschuldigung stecke. Im Januar 2010 verliesz Lacson das Land Richtung Hong Kong, kurz bevor Klage gegen ihn vor Gericht erhoben wurde. Es folgte ein internationaler Haftbefehl. Im Februar 2011 zog das Appellations-Gericht die Klage gegen Lacson zurueck, weil der Zeuge Mancao nicht glaubwuerdig sei. Lacson kehrte im Maerz 2011 in die Philippinen zurueck. In einem Interview 2015 entschuldigte sich Mancao bei Lacson und Estrada, sie in Verbindung mit dem Mord genannt zu haben. Er habe keine persoenliche Kenntnis von der Tat und behauptete, von der Arroyo-Verwaltung gezwungen worden zu sein, ihre Namen ins Spiel zu bringen.

 



 

Seit dieser Zeit hat Panfilo Lacson etwas gegen Arroyo und gegen jene, die mal unter Arroyo etwas waren. So sorgte der Streit Lacson vs Rolando Andaya wegen vermutetem Pork im Haushalt dafuer, dass der Haushalt 2019 erst mit 4 Monaten Verspaetung verabschiedet wurde. Anzumerken ist, dass Andaya von 2006 bis 2010 Budget-Minister unter Gloria Macapagal-Arroyo war, das genuegt Lacson fuer einen “Anfangsverdacht”.

Nun schieszt Panfilo Lacson gegen Francisco Duque, und, ein Blick in die “Wikipedia” zeigt, Duque war von 2005 bis 2009 schon mal Gesundheits-Minister – unter Gloria Macapagal-Arroyo. Es geht nun darum, dass Duque als Gesundheits-Minister auch im Vorstand von PhilHealth ist, die wegen des “Ghost dialysis”-Scam mit WellMed unter Beschuss ist. Die PhilHealth hat ein Haus gemietet, das der Duque-Familie gehoert – woraus Lacson beinhart auf “Beguenstigung im Amt” schlieszt. Duque bestreitet das, da er sich aus dem Familien-Unternehmen ausgeklinkt habe.

Ich will auf die Details gar nicht eingehen. Das wird schmutzige Waesche waschen womoeglich mit einer Untersuchung des Senats, in dem sich die “dramatis personae” dann wieder im TV dem Volk zeigen koennen, das davon gar nicht ueberrascht sein wird. Als wir im TV hoerten, dass nun gegen PhilHealth eine Untersuchung gestartet wird, rief meine Frau – Stimme des Volkes – “Und da koennen sie die SSS gleich mit untersuchen!

Die SSS, das Social Security System, die fuer die Rente der Filipinos zustaendig ist, steht beim Volk auch im Verdacht, mehr fuer die Oberen der SSS als fuer die Versicherten gut zu sein. Ich kann da nichts zu sagen, meine Rente kommt aus Deutschland – Kalooy sa Ginoo!

Saysay sa adlaw – Kalooy sa Ginoo!

looy Mitleid haben + ka… bildet Substantiv kalooy Mitleid, sa von, ginoo Gott

Satz des Tages – Gott sei Dank! (Eigentlich “Mitleid Gottes!”, aber im Deutschen sagt man stattdessen halt “Gott sei Dank!”)

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Standard”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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