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…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 19. Juni 2019

(zum Bild: Der 34. ASEAN-Gipfel findet vom 20.-23. Juni 2019 in Bangkok statt.)

 

Keep cool – Wenn mal wieder ein Jeepney oder Truck ohne Bremsen in einen Abgrund rast und ein oder zwei Dutzend Filipinos ihr Leben lassen, ist nicht solche Aufregung wie bei dem Zwischenfall auf der Recto (Reed) Bank, bei dem niemand um’s Leben kam. Wenn eine Groesze des Gelben Kults wegen Machenschaften in ihrer Amtszeit unter Aquino vor Gericht kommt, dann findet niemand etwas dabei, wenn der Beginn des Prozesses in der Sache wie im Falle Leila de Lima nun schon zwei Jahre verzoegert wird, weil man sich immer noch mit juristischen Finessen herumschlaegt, ob der Prozess ueberhaupt stattfinden darf, wie genau er auszusehen hat und wer ein zulaessiger Zeuge ist. Beschaedigt jedoch ein chinesisches Schiff ein philippinisches Fischerboot, dann darf eine Untersuchung keinen Tag dauern, sondern da will der Gelbe Kult in der Opposition, dass sofort und entschieden gehandelt wird.

Sofort und entschieden” muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Im Grunde heiszt das, dass die Entscheidung der Untersuchung vorhergeht, und das erinnert doch sehr an den Spruch der Koenigin in Lewis Carroll’s “Alice in Wonderland”: “Sentence first – verdict afterward ~ Strafe zuerst – Urteil hinterher”.

Ein Mann wie Praesident Rodrigo Roa Duterte, gelernter Staatsanwalt, ist viel zu sehr dem Recht verhaftet, als dass er solches Unrecht auf sein Haupt laden wuerde. Ob es sehr geschickt war, den Vorfall als “kleinen maritimen Zwischenfall” zu bezeichnen, ist diskutabel. Nicht diskutabel ist seine Aussage: “Das Einzige, was wir jetzt tun koennen, ist warten und der anderen Seite das Recht geben, gehoert zu werden. Das ist wichtig.

Das “Recht gehoert zu werden” ist eine Grundfeste der Justiz, und China hat im Hinblick darauf eine Untersuchung zugesagt. Der Sprecher des Auszen-Ministeriums Lu Kang: “Auf verantwortliche Weise wird China weiterhin die Angelegenheit untersuchen. Wir sind bereit die Kommunikation mit der philippinischen Seite zu verbessern, das Verstaendnis zu foerdern, Misstrauen zu zerstreuen und herauszufinden, was tatsaechlich geschehen ist. Im Geiste von Kooperation und Freundschaft, glauben wir, dass dieser Vorfall sauber auf Fakten basiert gehandhabt wird.

Anders geht es auch gar nicht, und darauf zielt die Kolumne von Rigoberto Tiglao heute in der “Times”, die er ueberschreibt: “Nun, das ist ein Fuehrer und kein Populist”. Ich will nicht auf die Vorurteile und Verlogenheiten eingehen, die er aufzaehlt, auch nicht auf die missverstaendliche Berichterstattung. Auch Tiglao weisz nicht, ob das Boot – “Gem-Ver”, wie ich nun sehe, und ich bin mir unsicher, welche Aufnahmen von welchen Booten da gemischt wurden – ueberhaupt gesunken ist, und gar nicht versteht er, wie die Mannschaft von “absichtlichem Rammen” sprechen kann, wo sie doch angeblich alle geschlafen haben. Bei Ermittlungen zu Unfaellen spricht die Polizei in Deutschland von “Knallzeugen”, wenn ein “Augenzeuge” es knallen hoert, sich nach der Ursache umdreht und dann wissen will, wie es dazu kam – das ist sekundaeres Rationalisieren, aber kein gerichtsverwertbares Zeugnis. Und so findet Tiglao, dass Dutertes Besonnenheit das einzig Richtige ist: “Nun, das ist Fuehrerschaft. Ein Fuehrer hoert nicht auf den Mob oder beugt sich Umfragen. Er tut, was ihm die nackten Fakten und seine Erfahrung zu tun raten.

Von daher ist es uninteressant, wie wohl der philippinische Kapitaen zu verstehen ist, der sich unverstanden fuehlt und nicht mit Duterte sprechen will, weil der das fuer einen “kleinen Unfall” haelt. Und ebenso uninteressant ist, dass US-Botschafter Sung Kim meint, dass China die “volle Verantwortung” traegt. Ist ja gut, wir kennen die US-Geo-Politik, die China ducken und kleinhalten will, wobei die Philippinen nur als lokaler Stoerfaktor auftauchen. Die USA muessen mal einsehen, dass Souveraenitaet ”eine Versicherung uneingeschraenkter Handlungsfreiheit ist”, wie Auszen-Minister Teodoro Locsin das gesagt hat – gilt auch fuer die Philippinen.

 



 

ASEAN-Gipfel – Praesident Rodrigo Roa Duterte wird mit 7 Ministern am 34. Gipfel der ASEAN (Association of Southeast Asian Nations) teilnehmen, der am 22./23. Juni in Bangkok, Thailand, stattfindet. Junever Mahilum-West vom Auszen-Ministerium gab dies bekannt, und prompt wurde sie von Reportern gefragt, ob der Zwischenfall an der Recto (Reed) Bank dort ein Thema sein wird. Mahilum-West haelt es fuer verfrueht, darueber zu spekulieren. Die Presse scheint im Moment nur noch das Thema zu kennen.

Viel wichtiger ist, ob man in der Frage der RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) weiter kommt, ein Freihandels-Abkommen, das 48 Prozent des Weltmarktes umfasst und 30 Prozent von Welt-Produktion und -Handel. Auszer den 10 ASEAN-Staaten gehoeren zur RCEP noch Australien, China, Japan, Neuseeland und Sued Korea. Man will bis Ende des Jahres zu einem Abschluss kommen. Ob das bereits in Bangkok gelingt, ist eher unwahrscheinlich, doch ein positiver Ausblick darauf koennte Chinas Position beim G20-Gipfel eine Woche spaeter in Osaka, Japan, staerken.

Neben ASEAN-Fragen sind fuer Duterte auch Einzel-Gespraeche mit anderen Fuehrern geplant. Es ist wegen des engen Zeitplans offen, ob er dort zur philippinischen Gemeinde sprechen wird.

Saysay sa adlaw – Nanghupaw lang siya ug naghilom. 

hupaw seufzen + nang… V/G nanghupaw seufzte, lang nur, siya er, sie, ug und, hilom still, ruhig + nag… V/G naghilom war still

Satz des Tages – Er seufzte nur und war still.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Daily Tribune”, “Manila Standard”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

 

 

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