…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Dienstag, den 11. Juni 2019

(zum Bild: Am morgigen Unabhängigkeitstag wird auch der Cagayan de Oro Chapter des Ordens der Knights of Rizal dabei sein und die riesige Flagge in einer kurzen Parade durch die Stadt tragen und ich, Sir Dieter Sokoll KOR werde dabei sein.)

 

Datensalat – Wenn man schon einen Leitartikel ueber das korrekte Datum der philippinischen Unabhaengigkeit schreibt, sollte man wenigstens die Datuemer nicht durcheinanderwerfen. In der “Times” steht heute, dass einige Leute nicht den 12. Juni 1898 als diesen Tag sehen, als General Emilio Aguinaldo die Unabhaengigkeit von Spanien erklaeren liesz. Diese Leute saehen dagegen den – und jetzt woertliches Zitat – “July 14, 1946” als Tag der Unabhaengigkeit von den Vereinigten Staaten.

Das ist falsch.

Die Vereinigten Staaten entlieszen die Philippinen am 4. Juli 1946 in die Unabhaengikeit, dem Jahrestag ihrer eigenen Unabhaengigkeit – “Declaration of Independence of the United States on July 4, 1776” – und so wurde der 4. Juli als Tag der Unabhaengigkeit der Philippinen gefeiert, bis 1962 Praesident Diosdado Macapagal den 12. Juni als solchen Tag festlegte. Irgendwie scheint sich aber eine Tradition zu halten, den 4. Juli als “Filipino-American Friendship Day” weiter zu behandeln. Er ist aber weder “regular” noch “special holiday”.

Regular holiday” ist morgen, 12. Juni, Tag der Unabhaengigkeit, an dem die Nation “begann, ein eigenes Leben zu fuehren”.

Wie der Leitartikler auf den 14. Juli kommt, ist mir unerfindlich, es sei denn er hatte den 14. Juli 1789 im Kopf, Sturm auf die Bastille, welchen Tag die Franzosen als National-Feiertag gewaehlt haben. Ob er ein Franzose ist?

 



 

Bye-bye, federalism? – Wie der frisch gewaehlte Senator Christopher “Bong” Go erzaehlt, hatte er ein Gespraech mit Praesident Rodrigo Roa Duterte: “Der Praesident und ich sprachen ueber den Foederalismus. Er sagte, es wuerde schwierig fuer uns werden. … Fuer den Foederalismus brauchen wir vielleicht eine Aufklaerungs-Kampagne, sodass die Leute verstuenden [worum es da geht]. Doch bis jetzt ist es wirklich fern und schwierig fuer uns. … Meine Prioritaet ist, die Menschen das erst verstehen zu lassen.

Duterte ist da sehr hinterher, findet allerdings keine Zustimmung beim Volk. Die wird er auch nicht finden, wenn irgendein Ausschuss eine Verfassung zusammenzimmert und sagt: “Das iss’es!” Im Ernst: Nehmt euch die Verfassung von 1987 und lest sie von vorn bis hinten  durch – wisst ihr dann wie die Philippinen funktionieren? Euch raucht der Kopf und ihr bekommt Schwierigkeiten, die Wirklichkeit darin zu entdecken, aber – “Das iss’es!

Von der Philosophie muss man nur wissen, dass wir nur Geschichten verstehen. Den Rest kann man ruhig vergessen. Nun erzaehlen Gesetzeswerke aber keine Geschichten, sie sagen etwas. Eine Geschichte sagt nichts, sie zeigt etwas, was man dann begreifen kann. Ich habe das Anfang Maerz schon mal zitiert, bringe es hier aber nochmal, weil es passt:

Ein hübsches Beispiel ist die Dramaturgie des Spielfilmes „Billy Elliot – I will dance“. Der Film zeigt den Weg eines Jungen aus einem armen Bergarbeiterstädtchen gegen den Widerstand von Vater und älterem Bruder zum Tanz, zur Royal Ballet School und dann zum ganz großen Auftritt, womit der Film endet. Der Film zeigt aber keine lange Szene am Schluss, in der das Können des Tänzers entfaltet wird, sondern nach ungefähr 105 von 106 Minuten, die der Film dauert, und in denen gezeigt wird, wie der Junge sich durchbeißt und übt und verzweifelt und rackert und nicht weiß, ob er es schaffen wird, nach all diesen Plagen und Mühen und Hoffen und Bangen zeigt der Tänzer dann mit einem einzigen schwerelosen Sprung, wofür das gut war.

Man muss kein Tänzer oder Choreograph sein, um am Ende dieses Filmes zu „sehen“, dass man ohne diesen Weg so nicht springen kann, und auch, dass man ohne den Film diesen Sprung so nicht gesehen hätte. Der Regisseur Stephen Daldry führt den Zuschauer über einen langen Aufstieg an den besten Aussichtspunkt und dort sagt er nur: „Schau hin!“

So eine Geschichte zum Foederalismus fehlt Duterte, die dem Filipino nicht sagt, sondern ihm zeigt: “Das iss’es!

Saysay sa adlaw – Naggilok ang akong tiil. Kaayong ibayli. 

gilok kitzeln, kribbeln + nag… V/G naggilok kribbelt, ang best. Art., akong ~ ako nga ich + Verbinder, tiil Fusz, kaayong ~ kaayo nga sehr + Verbinder, bayli tanzen + i… Z/M ibayli wird, koennte tanzen

Satz des Tages – Meine Fuesze kribbeln. Waere schoen jetzt zu tanzen.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Wikipedia” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

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