…aus der philippinischen Presse

 



 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 10. Juni 2019

(zum Bild: “Moechtest du politisches Ueberleben von einem wirklichen Meister lernen? Beobachte Drilon und lerne.”)

 

Duterte-Sprech – In einem Rundumschlag-Interview letzten Freitag in Davao hat Praesident Rodrigo Roa Duterte kein Thema ausgelassen. Die Blaetter suchen sich seither pro Tag ein Thema heraus, um ihre Seiten zu fuellen. Ich will darauf nicht eingehen, das Transcript bei “PCOO” ist 41 Seiten lang. Das ist mir zuviel, und ich rate dringlich, das nicht alles ungekaut zu schlucken. Drei Anmerkungen:

Erstens. Duterte hatte zuletzt den Kauf von Waffen in den USA untersagt, weil einst der US-Senat wegen angeblicher Menschenrechts-Verletzungen einen Kauf verhindert hatte. Nun sieht er die Lage anders, und das DND (Department of National Defense) darf wieder in den USA einkaufen: “Ich sag’s mal so, ich mag Trump und will Amerika versichern, dass wir nichts tun werden wie behindern, verzoegern oder was auch immer. Wir sind an der Seite unserer Alliierten.” Er fuegt aber auch an, dass er in keinen Krieg gegen China ziehen wird. Duterte setzt auf Trump, sei’s drum. Die Frage ist, ob Trump nach 2020 noch Praesident ist, und wie die Mehrheiten im Senat sind: das Haus hat er schon gegen sich, und die Demokraten in den USA sind so aehnlich wie die Liberalen in den Philippinen.

Zweitens. Es gibt einen Skandal bei WellMed, weil die Dialysen gegenueber PhilHealth abgerechnet haben, die gar durchgefuehrt wurden. Groszzuegig ordnete Duterte an, die Besitzer von WellMed alle zu verhaften. Nun meint ein Besitzer, dass er selbst betrogen wurde, naemlich von jenen Angestellten, die Erstattungs-Antraege bei PhilHealth ohne Wissen der Aerzte eingereicht hatten. Da scheinen noch einige Fragen offen zu sein, nicht zuletzt die, wer eigentlich Haftbefehle ausstellt – der Praesident oder ein Richter?

Drittens. Duterte ordnete in dem Interview auch die Schlieszung des religioes verbraemten Kapa-Systems an, das Profite von bis zu 400 Prozent versprach, hinter dem aber nichts als ein Schneeball-System steckt. Untersuchungen laufen, und bemerkenswert ist da Dutertes Rat fuer die Zukunft: “Wenn es zu schoen ist um wahr zu sein, dann ist es Betrug.

 



 

Mutter aller Luegen – Dass Vize-Praesidentin Leni Robredo, wie das im Englischen ausgedrueckt wird, “durch ihre Zaehne luegt ~ lying through her teeth”, ist seit ihrer Video-Botschaft vom Maerz 2017 bekannt. Sie unterstellte der Polizei, wenn die bei einer Fahndung jemand nicht findet, dann eben als Ersatz einen Verwandten einzukassieren – was als “palit ulo ~ Kopf-Tausch” bezeichnet wurde.

Ihre Meisterschaft in dieser Kunst bewies sie erneut, als “Menschenrechts-Experten” eine Untersuchung von Menschenrechts-Verletzungen hier forderten. Ich schrieb dazu am Samstag, wie verlogen das sei, und das DFA (Department of Foreign Affairs) liesz nun auch offiziell wissen: “Wir weisen diesen Aufruf zurueck, der in boeser Absicht gemacht wurde von Parteien, die hiesige Prozesse unterminieren wollen und Fehlinformationen streuen auf der Basis von einseitigen Berichten aus zweifelhaften Quellen.

Dagegen aeuszerte sich Robredo: “…waere ich in der Regierung, und ich haette nichts zu verbergen, so wuerde ich das begrueszen. … Wenn sie das durchfuehren und untersuchen und die Pruefer finden nichts, waere das nicht eine Bestaetigung, das was [die Philippinen] sagen, wahr ist?

Robredo weisz genau, dass diese “Menschenrechts-Experten”, allen voran Agnes Callamard, den Bericht ueber die “Untaten des Tyrannen Duterte” fertig in der Tasche haben. Sie brauchen nur eine offizielle Reise in die Philippinen mit Interviews sorgfaeltig gewaehlter Gespraechs-Partner, um den Anschein einer Untersuchung zu wahren. Danach ziehen sie das bluttriefende Papier heraus und legen es als offizielles Ergebnis ihrer Untersuchung vor.

Die Voreingenommenheit der Callamard fiel mir auf, als sie der damaligen Umwelt-Ministerin Wanda Teo vorschlug, die solle dem Praesidenten sagen, er moege mit den EJKs (Extra Judicial Killings) aufhoeren. In der Sache schrieb ich am 25. Maerz 2017 eine E-Mail an Rigoberto Tiglao bei der “Times”: “Sir, I was horrified reading what UN-rapporteur Agnes Callamard tweeted concerning Tourism secretary Wanda Teo’s appeal to the media to ‘tone down’ their reporting of EJK’s. Suggesting Teo should ask the President to stop it, implicates that he is the one behind and ordered them – how else could he stop, if he’s not in it? That’s a prejudice, especially as Callamard refused to come to the Philippines and investigate about EJK’s. As her opinion is already made up, she should be withdrawn from that investigation by the UN. … Yours sincerely Heiko Eckard” Ich erhielt von Tiglao die Antwort: “Exactly what I felt.” Ich bin es nicht allein, der seinen amateurhaften Verdacht hegt, dass da jemand eine fertige Meinung unter das Volk bringen will. Die Profis hier sehen das auch so.

 



 

Doch will ich bei Robredo bleiben.

Waere ich der letzte Vertreter der dahinsiechenden Liberalen, wuerde ich eine solche “Untersuchung” auch “begrueszen”. Ich gaebe alles, wenn eine UN-Untersuchung das letzte Hindernis, das mich von der Macht trennt, den Praesidenten selbst, aus dem Weg raeumt. Nur – das frech ins Gesicht zu luegen, das braechte ich nicht. Das durchzuhalten, braucht es die Mutter aller Luegen.

Doch – halt – ich will nicht ungerecht sein. Sie ist gar nicht der “letzte Vertreter”, das ist mir im Eifer des Schreibens so rausgeflutscht. Da ist noch Chito Gascon, Chef der CHR (Commission on Human Rights), der Erfinder der 27 Tsd EJKs, die Duterte nun reingerieben werden. Da ist noch Senatorin Leila de Lima, die Duterte in Berlin einst als “geisteskranken Serien-Killer” bezeichnete, und fuer die Senator Franklin Drilon nun fordert, dass sie – obgleich inhaftiert – ihren Vorsitz fuer den Ausschuss fuer Soziale Gerechtigkeit und Laendliche Entwicklung behalten moege. Da ist dieser Drilon selbst, vom dem Jojo Robles schrieb: “Moechtest du politisches Ueberleben von einem wirklichen Meister lernen? Beobachte Drilon und lerne.” Nach Robles war es Drilon, der am eifrigsten in nicht erklaerten Geldern des Obersten Richters herumschnueffelte und sie ans Licht zerrte. Der damalige Senats-Praesident Drilon war es auch, der Gelder aus dem PDAF (Priority Development Assistance Fund) an die Senatoren verteilte, die fuer die Amtsenthebung des Obersten Richters Renato Corona gestimmt hatten. Drilon bestaetigte die verteilten Gelder, wies aber zurueck, dass es dabei um Bestechung ging. Der PDAF (vulgo: pork-barrel) wurde im November 2013 vom Obersten Gericht als verfassungswidrig verboten.

Ich will das nicht fortsetzen, es zeigt nur, dass Robredo nicht die einzige und gleich gar nicht die letzte ist. Sie ist eine ganz normale Liberale – worueber reg ich mich eigentlich auf?

Saysay sa adlaw – Klaro siyang bakakon. 

klaro klar, offensichlich, siyang ~ siya nga er, sie + Verbinder, bakak falsch, luegnerisch + …on bildet Substantiv bakakon Luegner

Satz des Tages – Sie ist offensichtlich eine Luegnerin.

 



 

Gemaesz “Daily Tribune”, “PhilStar” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

 

 

 

 

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