…aus der philippinischen Presse

 

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PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Montag, den 03. Juni 2019

(zum Bild: Der chinesische Verteidigungs-Minister General Wei Fenghe spricht Klartext in Singapur.)

 

 

Die Sicht der anderen – Nachdem ich gestern ausfuehrlich Praesident Rodrigo Roa Dutertes Sicht der Welt betrachtete und die Sicht des US-Verteidigungs-Ministers, finde ich heute in der “Times” das Komplement dazu. Die Titelseite bringt eine “AP”-Meldung “China threatens military action”, und der Leitartikel befasst sich mit der Bedeutung, die Japans Premier Shinzo Abe dem Treffen mit Duterte beimisst.

Der chinesische Verteidigungs-Minister General Wei Fenghe sprach am Sonntag beim Shangri La-Dialog in Singapur, wo am Vortag sein US-Gegenstueck Patrick Shanahan “ein Verhalten, welches die Souveraenitaet anderer Nationen untergraebt” an China kritisiert hatte. Ohne die USA zu nennen, stellte General Wei klar, dass das chinesische Militaer “entschieden handeln” werde, um Chinas Ansprueche gegenueber Taiwan oder in der South China Sea zu verteidigen. Die PLA (People’s Liberation Army) wuerde nicht “einen Zoll vom geheiligten Territorium seines Landes preisgeben.” Was zu dem “sacred land ~ geheiligten Territorium” Chinas gehoert, hatte Duterte deutlich gemacht: “Die China Sea ist Teil der Republik von China. Also gestehen wir das zu. Warum? Weil sie da sind.” Und General Wei sprach dazu nicht mit diplomatischer Finesse, sondern mit militaerischer Klarheit: “Die PLA hat nicht die Absicht, irgend jemandem Aerger zu machen, doch sie scheut sich nicht jedem Aerger zu begegnen. Sollte es jemand riskieren, die Grundlinien zu ueberschreiten, wird die PLA entschieden handeln und alle Feinde bekaempfen.” Und in Bezug auf Taiwan, dass sich vom Mutterland vor 70 Jahren geloest hatte: “China muss und wird wiedervereinigt werden. Wir sehen keine Ausrede, dies nicht zu tun. Sollte jemand wagen, Taiwan von China zu trennen, hat das chinesische Militaer keine Wahl, fuer die nationale Einheit um jeden Preis zu kaempfen – um jeden Preis.

Die “AP”-Meldung merkt an, dass China zuletzt im Jahre 2011 einen hochrangigen Militaer zu dem Shangri La-Dialog entsandt hatte. Man spielte das mit dichten Termin-Kalendern herunter, doch es wurde bemerkt, dass ein General und Verteidigungs-Minister sich nun derart entschieden gegen die USA und deren Vorwuerfen stellt: “Es braucht zwei um zu kooperieren, aber es braucht nur einen, um einen Streit anzufangen. Wir hoffen, dass die US-Seite mit uns zusammen arbeiten wird mit Blick auf dasselbe Ziel – folge den Prinzipien des Nicht-Streitens, der Nicht-Gegeneinanderstellung, des wechselseitigen Respekts und des beiderseitigen Vorteils – um die China-US-Beziehungen in die richtige Richtung zu lenken.

 



 

Der Leitartikel erwaehnt auf der einen Seite den wirtschaftlichen Erfolg von Dutertes Japan-Besuch, Abschluesse im Wert von 288 Mrd Peso, die “Build, Build, Build” voranbringen werden. Auf der anderen Seite sieht der Artikel jedoch auch die Bedeutung jenes Vier Augen-Gespraeches Duterte-Abe, zu dem Duterte glatt zu spaet gekommen waere, haette man ihm nicht puenktlich einen Zettel “Beende Rede nun” unter die Nase gehalten.

Die zwei Fuehrer erkundeten “Moeglichkeiten die demographische Komplementaritaet beider Laender anzugehen, um wirtschaftliches Wachstum zu foerdern, einschlieszlich der Moeglichkeit, dass Japan seine Tore fuer ausgebildete auslaendische Arbeiter oeffnet.” Japan hat eine ueberalterte Gesellschaft, die Philippinen haben das Gegenteil: 35% der Filipinos sind juenger als 14 Jahre, das Durchschnittslater liegt bei knapp 23 Jahren.

Abe sagte: “Die japanische Regierung wird ihre starke Unterstuetzung fortsetzen fuer Projekte, die der Praesident foerdert, wie den Friedensprozess in Mindanao und die Entwicklung der Infrastruktur.” Das sei jedoch nicht alles. Man werde auch in der Verteidigungs-Politik zusammenarbeiten, und man  teile als maritime Nationen strategische Interessen. Auf dieser Basis werden Japan und die Philippinen ihre Verteidigungs-Partnerschaft staerken und Herausforderungen angehen, wie die Realisierung eines freien und offenen Indo-Pazifik auf gesetzlicher Grundlage.

Das knuepft an Dutertes Frage in Richtung China an: “Ist es rechtens fuer ein Land, einen ganzen Ozean zu beanspruchen? Lasst die hohe See doch, wie es in den Tagen der internationalen Rechte war.

Abe und Duterte teilen ihre Sicht der Welt. Man will Frieden, doch will man sich in den eigenen Grenzen verteidigen koennen. Duterte weisz “mein Land ist klein”, und “in dem Moment, in dem ich meine Marine weiter als sechs Kilometer hinaus schicke, werden sie in ein, zwei Militaer-Schlaegen ausgeloescht”. Er will sich aber wehren koennen, sollte ihm jemand naeher als sechs Kilometer kommen.

China ist ein harter Brocken, an dem sich ein Groszmaul wie US-Praesident Donald Trump die Zaehne ausbeiszen wird, wenn er meint es mit Handelskrieg und Flotten-Paraden einschuechtern zu koennen – China ist kein kleines Land. Die lassen sich nicht ueber den Tisch ziehen.

Saysay sa adlaw – Bantay, maguba unya na! 

bantay vorsichtig, guba kaputt + ma… Z/M maguba wird, kann kaputt gehen, unya dann, na ~ kana das

Satz des Tages – Vorsicht, das geht kaputt!

 



 

Gemaesz “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.