…aus der philippinischen Presse

 

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PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Freitag, den 17. Mai 2019

(zum Bild: Trudeau und der kanadische Müll)

 

Philippinen rufen Botschafter zurueck – Nanu, fragt sich der Leser vereinzelter Nachrichten, was ist da schon wieder los?

Dass die Philippinen Botschafter und Konsuln aus Kanada wegen nicht abgeholtem Muell nach Haus beordert haben,  melden alle Blaetter. Dazu weisz sogar die “FAZ”: “Der Abfall – darunter Hausmuell, Plastikflaschen und Altpapier – stammt aus den Jahren 2013/14. Angeblich war er falsch deklariert. Kanada beharrt darauf, dass es sich um private Gechaefte gehandelt habe.

Nun, ganz so einfach ist das nicht.

Bereits im November 2017 wies Jojo Robles in seiner Kolumne im “Manila Standard” darauf hin, dass der kanadische Muell vor zwei Jahren bereits Gegenstand von Untersuchungen war, die von den Senatoren Ferdinand “Bongbong” Marcos und dem Abgeordneten Neri Colmenares angestrengt wurden. Die Untersuchungen wurden von den damaligen Liberalen Senats-Praesident Franklin Drilon und Sprecher des Hauses Feliciano Belmonte niedergemacht, weil – so die Quellen von Robles – die Anweisung dazu direkt aus Malacañang kam. Die Frage sollte unter den Staatsspitzen ohne den “Laerm von Untersuchungen des Kongresses” geregelt werden. Angeblich kam als Deal dabei raus, dass 500 philippinische Krankenschwestern eine Arbeitserlaubnis fuer Kanada bekamen, das dafuer den Muell nicht zuruecknehmen muss. Der Muell, der laut Deklaration recyclebare Plastik war, nach Angabe von Umwelt-Aktivisten aber medizinische Dinge wie Erwachsenen-Binden und Einweg-Spritzen enthielt, wurde teilweise schon auf einer Halde in Capas, Tarlac, entsorgt.

Robles meinte damals: “Ich glaub es ist an der Zeit fuer die jetzige Regierung, diese stinkende Geschichte zu exhumieren und dem Muellhaufen auf den Grund zu gehen, den Aquino und seine Leute hinterlassen haben.

 



 

Der kanadische Premier Justin Trudeau, damals wegen des ASEAN-Gipfels in Manila spielte vor der Presse sein Ansprechen der Menschenrechte gegenueber Praesident Rodrigo Roa Duterte in den Vordergrund: “Ich habe die Menschenrechte erwaehnt, Recht und Gesetz und besonders die auszergerichtlichen Toetungen, ein Gegenstand mit dem sich Kanada befasst. Und wir haben ihm die Bedeutung gesetzlichen Vorgehens aufgezeigt, unsere Unterstuetzung angeboten als Freunde, wie Kanada dabei helfen kann. … Ich werde das [die Menschenrechte] stets zur Sprache bringen. Der Praesident war empfaenglich fuer meine Kommentare und es war ein sehr herzlicher und positiver Austausch.

Darauf spaeter vor der Presse angesprochen, sagte Duterte: “Wissen Sie, ich wurde vom philippinischen Volk gewaehlt. Ich antworte auch nur dem philippinischen Volk. Und den anderen habe ich gesagt, was ist mit dem Recht angehoert zu werden passiert? Ich hab ihm gesagt,’muessen Sie sich nicht auch darueber wundern?’ Was die vorbringen ist nur ‘auszergerichtliche Toetungen’, aber sie koennen nicht darlegen, was wann und wie geschehen ist. … Ich werde nichts erklaeren. Das ist eine persoenliche und offizielle Beleidigung. Deshalb hoeren Sie mich Schimpfworte und Flueche ausstoszen, und dass ich Ochsenkot sage, und all das. Es aergert mich, wenn du ein Auslaender bist. Du weiszt nicht, was in diesem Land los ist. Du untersuchst nichts.

Trudeau seinerseits vor der Presse auf den gefaehrlichen Muell angesprochen, sagte: “Wir haben legale Barrieren und Einschraenkungen, die uns hindern, das zurueck zu nehmen. Diese Regeln und Einschraenkungen wurden nicht angesprochen. Daher ist es theoretisch unmoeglich, das zurueck zu holen. Da gibt es eine Reihe Fragen, wer zahlt das, wer ist finanziell verantwortlich. Das war ein Handels-Geschaeft. Die Regierung war nicht involviert.

Spaeter wollten die Philippinen Hubschrauber fuer die AFP (Armed Forces of the Philippines) von Kanada kaufen. Der Deal scheiterte, weil Kanada Bedenken zu deren Einsatz hatte, die Duterte im Juni 2018 so zusammenfasste: “Wisst ihr, wir hatten sie schon. Wir haben Bell Hubschrauber in Kanada bestellt. Sie sagten uns, wir liefern die Bell-Hubschrauber, aber ihr duerft sie nicht gegen eure eigenen Buerger einsetzen.” Sie duerften nur als Ambulanz verwendet werden. “Will ich 23 Ambulanz-Hubschrauber kaufen? Wo krieg ich all die Toten her, um sie zu transportieren?

 



 

In die “Muell-Sache” kam Bewegung, als Duterte letzten Monat drohte, den problematischen Muell in ein Schiff zu packen, nach Kanada zu schippern und denen vor die Fuesze zu kippen. Kanadas Botschaft versprach, da was zu tun. In dem Zusammenhang sprach Duterte in einer Rede auch davon, dass er gegen Kanada Krieg fuehren werde. Das ist Duterte-Sprech, der nach dem ehemaligen Sprecher des Praesidenten, Harry Roque, nie woertlich, aber immer ernst zu nehmen sei. Natuerlich kam es nicht zum Krieg, sondern die kanadische Botschaft sagte zu, man werde sich kuemmern. “Kanada fuehlt sich stark verpflichtet mit der Regierung der Philippinen das Problem zu loesen und ist sich des Gerichts-Entscheids bewusst, der dem Importeuer befiehlt, das Material nach Kanada zurueck zu befoerdern.

Nun, allzu stark duerfte das verpflichtende Gefuehl nicht gewesen sein, denn wie Auszen-Minister Teodoro Locsin von einem Mitarbeiter des Finanz-Ministeriums kuerzlich erfuhr, erschienen die kanadischen Vertreter nicht zu einem vereinbarten Gespraech, wie die finanzielle Seite der Angelegenheit zu regeln sei – Muellabfuhr kostet Geld. Da platzte Locsin der Kragen und er beorderte den Botschafter und Konsuln hierher zurueck, denn er hat auch so seinen Verdacht, dass auf Seiten der philippinischen Botschaft in Kanada, man sich mit den Kandadiern gut stellen will: “Ich hab so mein Problem mit Kollegen im Amt, die scharf darauf sind, nach Kanda zu emigrieren und daher freundliche Beziehungen aufrecht erhalten wollen und sich dafuer Duterte zu widersetzen und den kanadischen Muell hier aufzubewahren.

In diesem Sinne, nochmal von vorn:

Philippinen rufen Botschafter zurueck – Richtig so, meint der Langzeit-Beobachter der philippinischen Presse. Hier zeigt sich westliche Scheinheiligkeit, die den Philippinen Menschenrechte predigt und sich in deren Politik einmischt, selbst jedoch meint, ihren Gefahr-Muell ungestraft dort abladen zu koennen. Und demuetige Duldung westlicher Arroganz ist nicht Dutertes Sache, schon gar nicht gegenueber Kanada bei der Vorgeschichte.

Saysay sa adlaw – Ug nganong giusa man ninyo og kuha ang plastik ug uban nga basura? 

ug und, nganong ~ ngano nga warum + Verbinder, usa eins + gi… V/G giusa eins machen, zusammenwerfen, man Betonung, ninyo ~ kaninyoDat./Akk. von kamo ihr, og unbest. Art., kuha holen, ang best. Art., plastik Plastik, uban zusammen, anderes, nga Verbinder, basura Muell

Satz des Tages – Und warum werft ihr die Plastik und den anderen Muell zusammen?

 



 

Gemaesz “FAZ”, “Manila Times” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.