…aus der philippinischen Presse

 

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PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 15. Mai 2019

(zum Bild: Das kaiserliche Manila)

 

Wie geht’s weiter? – Da die Zahlen der Stimmen nah beieinander lagen gab es am Ende der “Magic 12” noch eine Verschiebung – Bong Revilla kletterte vor Koko Pimentel und Nancy Binay, die nun das Schlusslicht bildet. Es hat aber niemand aus “Otso Diretso” in den Senat geschafft.

An hoechster Stelle von denen rangiert Bam Aquino auf Platz 14, der sich noch Chancen ausrechnet. Denn diese Zahlen sind inoffiziell bei 92% gezaehlter Stimmen. Die offizielle Zaehlung, die erst 34 von 164 offiziellen Meldungen beinhaltet sieht Aquino immer noch auf Platz 12 und Revilla auf Platz 14. Ich gehe davon aus, dass auch hier Revilla mit Auswertung der restlichen 130 Meldungen Aquino verdraengen wird.

Dieses hervorragende Ergebnis – aus Sicht des Praesidenten – ist Anlass fuer Rigoberto Tiglao in seiner Kolumne in der “Times” geradezu in Jubel auszubrechen unter der Ueberschrift: “This nation is on the verge of take-off, finally ~ Diese Nation ist endlich bereit abzuheben”. Ich finde, dass Tiglao hier etwas verfrueht zum Hoehenflug ansetzt, wenn wir einige Punkte naeher betrachten.

Zwar hat Praesident Rodrigo Roa Duterte mit “Bato” dela Rosa neben “Manny” Pacquiao nun einen zweiten Senator, der fuer die Todesstrafe spricht, das aendert aber nichts an der Reserve, die die verbliebenen Senatoren bei dem Thema zeigten, und die neuen sind schwer einzuschaetzen. Der Drogenkrieg wird weitergehen, keine Frage, doch auch mit der Todesstrafe wird der Drogenhandel mit Ende von Dutertes Amtszeit absehbar nicht ausgerottet sein. Warum dann dafuer stimmen?

Wichtiger ist das “Build, Build, Build”-Programm, das Duterte sich ins Programm geschrieben hat, und hier bin ich der Meinung, wenn er Arbeitsplaetze schafft, wird das mehr gegen den Drogenhandel tun, als wenn die Todesstrafe eingefuehrt wird. Doch bei dem Programm gibt es zwei Haken.

 



 

Der eine ist Senator Panfilo Lacson, der weiter dem Senat angehoert, und der es geschafft als “Hunter of the Hidden Pork” sich mit dem Haus so lange herumzustreiten, dass der Haushalt 2019 erst mit vier Monaten Verspaetung kam – vier Monate Verzoegerung fuer “Build, Build, Build” und ein kleiner Knick in der Wachtumsrate der Wirtschaft in diesem Jahr.

Der andere Haken ist US-Praesident Donald Trump, der nun voellig auszer Rand und Band gegen China seinen Wirtschaftskrieg auf die Spitze treibt. In einigen Kommentaren wird sein Vorgehen mit dem des Paten “Don Corleone” in Mario Puzos Romanen und den entsprechenden Filmen verglichen. Mitten in den Verhandlungen neue Zoelle fuer Importe zu erheben sei ein Schlag ins Gesicht der Chinesen, vergleichbar dem abgehackten Pferdekopf, den der Pate zur “Beschleunigung von Verhandlungen” dem Gegenspieler ins Ehebett legen laesst – hab ich irgendwo gelesen. Das laesst China nicht mit sich machen und erhoeht seinerseits Zoelle. Wo soll das enden? Gegenueber Iran positioniert Trump schon die US-Marine. Wird sie bald auch vor China kreuzen? Mit Zoellen kriegt Trump China nicht klein, und es geht nicht um ein Handels-Defizit oder Diebstahl geistigen Eigentums. Wenn Trump die Finanz-Chefin Meng Wanzhou von Huawei in Kanada verhaften laesst und seinen “Alliierten” untersagt, Huawei-Technik zu verwenden, weil das die Sicherheit der USA bedroht, dann will er, dass die Welt US-Produkte kauft und sich von der CIA ausspionieren laesst. Er will China kleinkriegen, und – jetzt komm ich in die Ziel-Gerade – das wird am Ende auf die zurueckschlagen, die sich mit China gutstellen wollen, zum Beispiel Praesident Duterte.

Trump und Duterte werden gern verglichen, ich hab dem Vergleich schon oefter widersprochen. Trump ist ein Gangster, Duterte nicht. Wo Trump sich einen Dreck um Recht und Gesetz schert, haelt Duterte sich peinlich daran. Das begann bei der Bestaetigung seiner Minister durch den Ausschuss des Kongresses. Als der der Umwelt-Ministerin Gina Lopez die Bestaetigung verweigerte, da war das eben so: Gesetz ist Gesetz. Als, wie erst gestern berichtet, es Probleme bei der Wahl gab, da sagt Duterte: “…soll Comelec das doch dem Volk erklaeren, bevor wir ueberhaupt eine Untersuchung anstrengen. Das gehoert zur Teilung der Macht und unseren unabhaengigen Ausschuessen.” Nun sind Trump und Duterte jedoch Freunde, wie sie sagen, was immer das auch heiszen mag. Doch verraeterisch ist, dass Trump auf Drogen-Probleme in den USA angesprochen auf die Philippinen und Duterte verwies und sagte: “…der erschieszt die einfach”. Trump meint wirklich, dass Duterte der Verbrecher ist, als der Duterte in US-Medien dargestellt wird. Waehrend alle Aussagen ueber ihn selbst “fake news” sind, schluckt er dies einfach. Nun ist Duterte aber kein Gangster, und dieser Widerspruch wird klar werden, wenn die USA in ihrem Kampf gegen China sich des “kleinen braunen Bruders” aus ihrer Zeit als Kolonialherren erinnern und Gefolgschaft einfordern. Das kann Duterte dann aber nicht tun – er ist ja auch ein Freund von Xi Jinping.

Ein anderer Punkt, der Duterte am Herzen liegt, ist eine foederale Verfassung. Was die bringen soll, ist mir nicht ganz einsichtig, aber ich muss ja nicht alles verstehen. Auf jeden Fall meint Duterte, dass damit alle Probleme der “Imperial Manila” geloest sind – Vernachlaessigung der Provinz zum Vorteil des Regierungs-Sitzes, und auszerdem hat er das dem aufmuepfigen Nur Misuari versprochen, der sich in Sulu mit seiner MNLF (Moro National Liberation Front) mit dem Bangsamoro-Frieden nicht anfreunden kann, den die Regierung mit dem MILF (Moro Islamic Liberation Front) abgeschlossen hat. Fuer ihn eine Sonderregelung zu schaffen, heiszt einen Unruheherd zu konstituieren. Dafuer kann man nicht dem ganzen Land eine Verdoppelung der Regierungs-Kosten und des Personals aufbuerden, inbesondere, weil das in diesem Land auch eine Verdoppelung der Gefahr moeglicher Korruption bedeutet.

 



 

Das Problem des “Imperial Manila” ist, die Feudal-Herrschaft zu beenden, durch die der Gelbe Kult die Marcos-Diktatur ersetzt hat. Die wird bleiben wie der Stimmenkauf, zu dem Duterte gestern sagte: “Solange die Philippinen ein armes Land bleiben, solange das Feudal-System existiert, verschaerft in laendlichen Gegenden durch die Kommunisten.” Auch hier hilft “Build, Build, Build” – gerecht ueber das Land verteilt, und keine neuen Oeko-Nischen fuer politische Nichtsnutze. Und das wird am Ende auch die Pest beseitigen, mit der die Feudal-Herren sich gegen Reformen wehren: die NPA (New People’s Army). Die hat mit einem Kommunismus, erfunden in Zeiten, als das Wuenschen noch geholfen hat, nichts mehr zu tun. Es sind Privat-Armeen von Warlords, die sich den Feudalherren als Gebiets-Schutz verdingen und sich ansonsten – wie in Landsknechts-Zeiten – “aus dem Land ernaehren.

Das aber, und auch das sollte man im Auge haben, erhoeht eine Gefahr, der Duterte ausgesetzt ist. Nachdem nun alle Plaene der Opposition gescheitert sind, Duterte zu verleumden, des Amtes zu entheben, beim ICC (International Criminal Court) anzuzeigen oder per Wahl die Gefolgschaft zu vermiesen, sich geradezu ins Gegenteil verkehrt haben, koennte den weniger zimperlichen Vertretern der Opposition einfallen, dass dann nur noch eines bleibt – Koenigsmord. Immerhin gibt es ja eine liberale Vize-Praesidentin, die da freudig einspringen wuerde. Ich will das niemandem unterstellen, doch manche Gedanken draengen sich einfach auf.

Und so ist noch ein letzter Punkt zu bedenken, der in einer “Reuters”-Meldung zur Wahl, die heute in der “Bangkok Post” gebracht wird: “Experten sagen, dass die Sieges-Formel der Regierung weniger auf Politik fokussierte, sondern mehr auf die Person Dutertes, einschlieszlich seiner Tochter Sara Duterte als faehiger Ersatz in einem moeglichen Nachfolge-Spiel fuer die Praesidial-Wahlen 2022.

Es ist wahr, wie irgendwo bemerkt wurde, dass bei den Auftritten von Inday Saras Wahlplattform, ihr mitgefuehrtes Bild groeszer war als das ihrer Kandidaten, die zur Wahl in den Senat standen: es ging mehr um sie, die nicht zur Wahl stand, als um die, deren Hand sie hochhielt. Nun, auch das gehoert zum philippinischen Politik-Verstaendnis, es geht um Personen. Inday Sara hat sich dann auch aus dem Wahlkampf zurueckgezogen, und ihr Vater riet ihr, 2022 nicht zu kandidieren. Man werde nur beleidigt, es wuerden Luegen geschrieben, und die das schreiben, wissen dass es Luegen sind. Sara verhielt sich da klug, als sie sagte, sie werde erst 2021 entscheiden, was sie tut. So hat sie bis dahin ihre Ruhe. Man weisz von ihr aber auch, dass sie ihren eigenen Kopf hat und nicht unbedingt einfach das tut, was Papa gesagt hat.

 



 

Saysay sa adlaw – Ayaw og uban namo kay wa kay pananghid ni papa. 

ayaw unterlassen, vermeiden, og unbest. Artikel, uban zusammen mit, namo ~ kanamo Dat./Akk. von kami wir exkl. mit uns, kay weil, wegen, wa ~ wala nicht, kein, kay ~ ka ang kurz fuer ikaw du, sanghid um Erlaubnis fragen, bitten + pa… bildet Substantiv verschliffen zu pananghid Erlaubnis, ni pers. Art. Genitiv des, papa Papa

Satz des Tages – Wag nicht mit uns zu gehen, du hast nicht Papas Erlaubnis.

Gemaesz “Manila Times”, “Bangkok Post” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.