…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 24. April 2019

(zum Bild: Präsident Duterte wird Präsiden Xi wiedertreffen)

 

Nach Diktat verreist”… – …ist die Situation in Malacañang, wenn Praesident Rodrigo Roa Duterte heute zum Belt&Road Forum nach Peking fliegt. Er hinterliesz “letters of dismissal ~ Entlassungs-Schreiben” fuer korrupte Beamte. Es wurden keine Namen genannt, aber die Offiziellen der MWSS (Metropolitan Waterworks and Sewerage System) sollten ihren Schreibtisch aufraeumen. Dass sie auf El Niño nicht vorbereitet waren und die Wasser-Versorgung kritisch wurde, stank Duterte. In einer frueheren Rede sagte er: “Wisst ihr, es gibt eine Menge Filipinos hier, Ingenieure da drauszen, aber unbekannt. Da drauszen warten Millionen Filipinos, heller als ihr, smarter. Doch sie sind nicht gut bekannt, weil es keine Politiker sind. Ich zoegere nicht, euch alle zu ersetzen.

Fuer morgen ist ein Gespraech mit dem chinesischen Praesidenten Xi Jinping geplant, in dem es generell um die Verstaerkung der bilateralen Beziehungen geht. Zur Sprache kommen sollen auch Konflikte in der South China Sea – Behinderungen durch Pag-asa umkreisende Schiffe, Belaestigungen philippinischer Fischer durch chinesische Coast Guard. Der Sprecher des Praesidenten, Salvador Panelo, meinte, die Regierung suche eine “mutually satisfactory solution ~ beiderseitig zufriedenstellende Loesung”.

Ich schrieb gestern, wenn man philippinische Fischer nicht belaestigt und ueber die Landebahn in Pag-asa schweigt, haben beide Seiten ihr Gesicht gewahrt. Die Landebahn waere interessant, wenn man kriegerische Hintergedanken hat, und die hat Duterte nicht, also kann er sie verschmerzen. Fuer die Chinesen ist sie dagegen aeuszerst stoerend, weil die im Gerangel mit den USA sie strategisch in Nachteil setzen koennte. Fuer Duterte sind dagegen die Fischer wichtig, deren Lebens-Unterhalt bei den Riffen und Untiefen liegt, wo auch vor dem Standoff von Scarborough Shoal neben Filipinos Chinesen und Vietnamesen gemeinsam friedlich gefischt haben – warum sollte das nicht wieder gehen?

Duterte wird auch mit dem chinesischen Premier Li Keqiang sprechen und an anderen Veranstaltungen zur Belt&Road Initiative teilnehmen. Er wird am Samstag Abend in Davao zurueck erwartet.

 



 

Wes Brot ich ess… – …des Lied ich sing, heiszt es in einem Spruch ueber Landsknechte, die sich dem Kriegsherrn anschlossen, der am besten zahlte. Dass dieser Spruch auch auf Journalisten anwendbar ist, der Meinung ist Rigoberto Tiglao, der in seiner heutigen Kolumne in der “Times” schreibt, dass von den USA gesponsorte Medien geschlossen werden sollten. Ich wiederhole nicht die von ihm mehrfach vorgestellten finanziellen Verbindungen von PCIJ (Philippine Center for Investigative Journalism), CMFP (Center for Media Freedom and Responsibility), Vera Files und Rappler. Die erhalten Gelder von den US-Einrichtungen Asia and Ford Foundation, National Endowment for Democracy, Omidyar Network und North Base Media, damit sie Propaganda machen fuer amerikanische Interessen.

Im amerikanischen Interesse liegt seit Barack Obamas “Pivot to Asia ~ Wendung zu Asien”, dass China keine fuehrende Groszmacht der Gegend werden darf. Praesident Duterte warf mit der Wendung zu China einen “monkey wrench ~ verstellbarer Schraubenschluessel” in diese politische Zielsetzung – also muss Duterte weg, und das laesst man sich etwas kosten.

Ein ganz anderes Lied singt da die Opposition, worueber ein Artikel berichtet, der heute ebenfalls in der “Times” erscheint. Darin beklagt die fruehere Ombudsfrau Conchita Carpio-Morales in einer Konferenz zu “demokratischer Zerfall und Desinformation im digitalen Zeitalter”, dass die Philippinen sich in einer “Desinformations-Krise” befinden. Sie meint, der demokratische Quotient – was immer das auch sein mag – habe sich von schlecht nach schlechter veraendert, weil Filipinos ihre Rechte nicht wahrnehmen, zu Tode veraengstigt sind und sich dem Machiavellismus verschrieben haben.

Nun ist Carpio-Morales bekannt, die als Ombudsfrau alle Angriff gegen Benigno Aquiono oder Mar Roxas abwendete, und die kuerzlich mit Ex-Auszenminister Albert del Rosarion Klage gegen China einreichte beim ICC (International Criminal Court) wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, begangen an philippinischen Fischern. China gehoert dem ICC nicht an, die Klage ist also fuer den Papierkorb.

Neben Carpio-Morales sprach Ellen Tordesillas, Praesidentin von “Vera Files”, die auch “fact-checker” von Facebook ist. Sie ist bekannt als treueste Verteidigerin von Senator Antonio Trillanes, und in der Matrix zu den “Bikoy-Videos” taucht sie als Verteilerin auf. Sie meint, dass Praesident Duterte das Produkt von Desinformationen sei und der lebende Beweis, dass diese Desinformationen den “crisis level” erreicht hat.

Mich freut, dass die “Times” beide Seiten bringt, das ist gelebte Presse-Freiheit. Da kann sich jeder selbst das Lied aussuchen, das ihm gefaellt.

Saysay sa adlaw – Kantaha og usab para sa akoa. 

kanta Lied, singen + …ha Imperativ kantaha singe, og usab  noch einmal, para sa akoa fuer mich – ako + …Betonung akoa 

Satz des Tages – Sing es noch einmal fuer mich.

 



Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.