…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 20. April 2019

(zum Bild: Was Filipinos Brot nennen)

 

Tut mir Leid… – …dass ich gestern behauptet habe, es gebe keine Zeitungen. Es gab die “Manila Times”, sie kam allerdings erst ins Netz als ich nach meinem Blog schon beim Fruehstueck war – zu spaet fuer mich. Heute ein aehnliches Bild: nur die “Times” ist neu, und die Nachrichten sind duenn.

So befasst sich die Schlagzeile “Duterte to China: Let’s meet halfway” mit einer Rede von Praesident Rodrigo Roa Duterte in Batangas bei einer Wahlveranstaltung. Vor zwei Wochen sagte er in Puerto Princesa: “Ich will nicht ersuchen oder bitten, sondern ich sag ganz einfach: Haende weg von Pag-asa, weil ich Soldaten dort habe.

Da klang nun das “lasst uns in der Mitte treffen” am Mittwoch in Batangas schon oesterlich-friedlich. Er sagte jedoch nicht, wo die Mitte sein soll, und da ist ein Hinweis von Senator Panfilo Lacson interessant, der an einen Artikel eines chinesischen Strategen in einer chinesischen Zeitung erinnert, in welchem der von einer “cabbage strategy ~ Kohl-Strategie” spricht, um von den Philippinen besetzte Inseln zurueck zu gewinnen. Man schlieszt Untiefen, Riffe oder Inseln mit Schiffen ein. In der Mitte sind Fischer, darum die Mutterschiffe und Kuestenwache und auszen die Marine: “Die Insel ist so Lage um Lage eingewickelt wie ein Kohlkopf. Als Ergebnis hat die Kohl-Strategie Form gewonnen.

Wenn China diese Strategie verfolgt, braucht Duterte sich um ein Treffen in der Mitte keine Sorgen zu machen: da ist er schon auf seinen Inseln, sauber eingewickelt von den Chinesen.

So eine Art Kohl-Roulade.

 



 

Der Deutsche und sein Brot – Da nicht viel los ist und im Netz ein Wust von Beitraegen sich mit dem Backen von Brot befasste, hier mein bescheidener Beitrag zu dem Thema. Mir ging es einst nicht anders als vielen aus DACH, als ich zwischen den Regalen der Robinson Mall herumirrte und eine Verkaeuferin mich fragte, was ich suche. “Bread!” “Here!” meinte sie und wies auf ein Regal mit “Cream Bread” und Aehnlichem. “That’s all cake!” war meine Reaktion, was sie sichtlich verwirrte. Irgendwie sah sie mich an, als sei ich ein Alien, also – kein Auslaender, sondern vom Mars oder so.

Ich fand schlieszlich im Angebot das, was wir seither fruehstuecken. Das Royal Breadhaus, 1985 in Davao von Emil & Vivian Sison gegruendet, stellt unter der Marke “Gourmet Bread” ein “Rye Loaf” und “Rye Rolls” her, die in der SM Mall GenSan und im Save More in Malakas angeboten werden. Ich weisz, es ist in Plastik eingepackt und hat nicht die Kruste, ohne die ein Brot kaum “deutsch” sein kann, aber – es schmeckt mir und meiner Frau, die Brot in den ueber 20 Jahren, die wir gemeinsam in Deutschland gelebt haben, auch schaetzen gelernt hat, bevor es sie in ihre “brotlose” Heimat zog.

Nein, ich backe nicht selbst, und kann zu meiner Ehrenrettung nur sagen, dass ich jeden Morgen das Fruehstueck mache – Butterbrot mit Kaese und Leberwurst, aus Daenemark importiert, ich bin auch kein Selbst-Wurster. Freitags Marmelade statt der Leberwurst, meine Frau ist katholisch. Der Rest des Tages gestaltet sich philippinisch, und da werd ich ihr nicht reinreden – Reis, Fisch und Gemuese sind ihr Ressort. Das koennte ich nur vermasseln.

 



 

Eine Anmerkung fuer jene, die meinen, man koennte mit deutschem Brot hier Geld verdienen. Das BI (Bureau of Immigration) meldete am 24. Maerz 2019, dass 148 Tsd Auslaender ihren Annual Report gemacht haetten. 56 Tsd Chinesen, 26 Tsd Inder, 10 Tsd Amerikaner, 8 Tsd Taiwanesen und 8 Tsd Sued Koreaner. Es folgen Japan, Indonesien, United Kingdom, Vietnam und an zehnter Stelle kommt Deutschland. Eine Zahl gab es dazu nicht, da hab ich nur die von 2017, als das mal angefuehrt wurde: 1.929 Deutsche. Die sind ueber die Philippinen verteilt, und das duerfte sich nicht grosz geaendet haben. Urlauber zaehlen nicht, da nur sporadisch vor Ort. Wer meint, da ein Geschaeft aufziehen zu koennen mit frischen Broetchen oder Krustenbrot, sollte noch einmal in Ruhe darueber nachdenken.

Mein Tip: schaut mal im SM vorbei, wobei ich nicht weisz, ob Royal Breadhaus-Produkte auszerhalb Mindanaos im Angebot sind. Ansonsten nehmt diesen Beitrag zur Fress-Kultur nicht allzu ernst, ich bin der reinste Banause. So trinke ich seit vierzig Jahren auch “Nescafe Gold” und kann mit Kaffee-Fetischisten kaum in Gedanken-Austausch treten.

 



 

Saysay sa adlaw – “Tinapay, Ding?” “Human na.” 

tinapay Brot, human dann, fertig, erledigt, na nun, schon

Satz des Tages – “(Moechtest du ein) Brot, Ding?” “Hab schon (gefruehstueckt).”

Im Alltag muessen Saetze nicht vollstaendig sein, wenn die Situation den Rest erklaert – so kam in diesem Beispiel die Helferin morgens, als meine Frau und ich auf der Terasse grad fruehstueckten. Und wo ich grad dabei bin: “Opa” und “Oma” sind in Visayan und Tagalog “lolo” und “lola”. Kommt vom Spanischen “abuelo” und “abuela”. Sollten die wissen, die jahrelang in Spanien gelebt haben, und ansonsten frage ich mich, ob ich der einzige Deutsche bin, der ein Woerterbuch hat oder weisz, wie so etwas benutzt wird. Das ist aber ganz leicht, die Worte sind alphabetish geordnet.

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “Manila Bulletin”, “BI” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.