…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Mittwoch, den 17. April 2019

(zum Bild: Zum Handelkrieg zwischen Amerika und China)

 

Unter Freunden – Ich habe keine Freunde, mit denen ich nicht ein Pfund Salz gegessen habe. Daher kann ich mit dieser Facebook-Anfreunderei nichts anfangen, die die ganze Welt zum Freund haben will – soviel Salz bringt einen Menschen um. Von dieser Warte aus, die man als Asperger-Syndrom deuten koennte, muss ich mich ueber Menschen wundern, die im Nu die unterschiedlichsten Freunde haben. Rodrigo Roa Duterte bekam zwei neue Freunde, als er Praesident wurde. Der eine ist Chinas Praesident Xi Jinping, der andere US-Praesident Donald Trump. Die beiden tun sich im Moment allerdings schwer, miteinander freundlich zu sein.

Trump fuehrt einen Handelskrieg gegen China, von dem Dan Steinbock am Montag in der “Times” schreibt, dass der nichts bringen wird. Ich selbst verstehe nichts von Finanzen, muss mich da auf Experten verlassen, und Trump scheint keiner zu sein. Steinbock meint, dass der bilaterale Vergleich von Handelsdefiziten Unfug ist, da das grosze Geld multilateral gehandhabt wird. Und da wird ein Deal mit China nichts aendern, es wird eher schlimmer, und dann weitet sich der Handelskrieg aus – gegen Mexiko und Kanada, gegen Deutschland, Irland und Italien, gegen Vietnam und Malaysia und Indien, ueberall ist Amerika in der Kreide. Weltwirtschaftlich wird das irgendwann auch mal auf die Philippinen zurueckschlagen.

Die “PNA” meldet, dass der Sprecher des Praesidenten, Salvador Panelo, Bedenken hat, die USA zu Hilfe zu rufen gegen die chinesischen Schiffe, die die Philippinen bei Pag-asa behindern, die Landebahn zu reparieren, oder die chinesischen Fischer, die gigantische Muscheln aus Scarborough Shoal abraeumen. Die USA haben den Philippinen vertraglich Hilfe zugesagt, falls sie angegriffen werden. Doch, sind das Angriffe?

Wie geht Duterte mit Freunden um? Wegen einer bloeden Landebahn – gibt nicht mal einen Golfplatz auf Pag-asa – wird Trump keinen Krieg vom Zaun brechen, wenigstens nicht mit einem derart starken Gegner. Und was ist einem Xi die Freundschaft Dutertes wert, wenn Duterte fordert, ihn in Pag-asa die Landebahn reparieren zu lassen? Schlieszlich ist die South China Sea in chinesischer Sicht deren Territorium, das Xi nicht preisgeben kann, ohne sich zu Haus unmoeglich zu machen.

 



 

Wieviel Salz sind solch politische Freundschaften wert? Trump sieht Duterte als Freund, weil sie sich gut unterhalten haben, und weil er meint, dessen politischen Stil nachahmen zu koennen. Er wird irgendwann merken, dass Duterte sich an Gesetze haelt und deshalb das Volk hinter sich hat. Hinter ihm selbst steht eine schwindende Mehrheit, die es fuer legitim haelt, sich um Gesetze nicht zu scheren, um seinen Willen zu kriegen. Xi weisz, dass es wirtschaftlichen Erfolg – und den will er haben – nur im globalen Rahmen gibt. Handel und Industrie sind international viel zu sehr vernetzt, als dass einer gegen den Rest der Welt etwas ausrichten koennte. Genau darauf zielt seine Belt&Road-Initiative, mit der er den asiatischen Raum mit Europa verbinden will. Von Europa aus gesehen war die Welt am Ural zu Ende, dahinter lag “terra incognita”. In China hat man irgendwann gemerkt, dass Mauern bloed und Straszen vernuenftig sind, und warum sollten die am Ural enden?

Man meint in den Medien, dass Duterte die Fragen beim Belt&Road-Forum am 25. April in Peking, China, zur Sprache bringen wird. Vor dem Forum werden wir da nichts erfahren. Ob es da Antworten geben kann, wird aber wiederum davon abhaengen, wie die amerikanisch-chinesischen Gespraeche im Handelskrieg verlaufen. Merkt Trump, dass dabei nichts Gutes fuer ihn selbst herauskommen kann, wie Steinbock in seiner Kolumne meint, wird er Zoll-Mauern errichten und zerstoeren, was international bisher erfolgreich gelaufen ist.

Das wird Xi vergraetzen, der seiner Meinung nach gegenueber den USA schon weit genug gegangen ist, und er wird seinerseits auf stur schalten. Dann wird auch sein Freund Duterte auf Granit beiszen, denn beim Geld hoert die Freundschaft auf.

Saysay sa adlaw – Mag-amigo ta! 

amigo Freund + mag… Z/M mag-amigo wird Freund sein, ta ~ kita wir inkl.

Satz des Tages – Lass uns Freunde sein!

 



 

Gemaesz “Manila Times”, “PNA” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.

Hier ist nichts zu kopieren!