…aus der philippinischen Presse

 

PRESSESCHAU VON HEIKO ECKARD

Samstag, den 13. April 2019

(zum Bild: Sara Duterte will sich erst 2021 für oder gegen eine Kandidatur zum Präsidentschaftsamt entscheiden)

 

Praesident… – …Rodrigo Roa Duterte raet seiner Tochter Sara Duterte Carpio 2022 nicht fuer das Amt des Praesidenten zu kandidieren: “Tut mir Leid wenn ich das sage. Es zahlt sich nicht aus, und dann die Dinge, die du ertragen musst, nur weil du da bist. Du wirst beleidigt, du wirst kritisiert fuer Dinge, von denen du weiszt, dass sie nicht wahr sind.

Inday” Sara sagt, dass sie im Moment nicht darueber nachdenkt. Kuerzlich meinte sie: “Fuer das Amt des Praesidenten zu kandidieren ist keine Entscheidung ueber Nacht. Man braucht Geld, den Apparat, doch das Wichtigste ist Weisheit und Fuehrung durch den Herrn, denn es wird schwierig, wenn es fuer dich nicht vorgesehen ist. … Es haengt von den Umstaenden ab. Vielleicht, um eine Ziellinie zu setzen, im Januar 2021 [entscheide ich das].

Recht hat sie. Zunaechst mal kandidiert sie im Mai fuer die Wiederwahl als Buergermeisterin von Davao. Meldet sie Ambitionen fuer den Top-Job an, so wird von dem Moment an jeder ihrer Schritte von der Presse ueberwacht und kommentiert, und zwar nicht nur von der wohlgesonnenen, sondern ganz besonders von der Gelben Presse, und dabei wird sie nicht gut wegkommen. Sie muesste vorzeitig mit dem leben, was ihr Vater grad beklagt. Man sollte auch erinnern, dass ihr Vater seine eigene Kandidatur 2016 erst am letzten moeglichen Tag hat einreichen lassen.

Zum anderen koennte man sich fragen, ob es taktisch klug ist, als Nachfolgerin eines derart populaeren Mannes anzutreten. Folgt sie seiner Faehrte, hat sie die Gelbe und die Weltpresse gegen sich. Weicht sie von seinem Weg ab, verscherzt sie es sich mit seinen 80% Anhaengern. Sie kaeme besser weg, wenn erst jemand nicht aus dem Haus Duterte die Pruegel abbekommt, die ein Nachfolger eines populaeren Populisten zu erwarten hat. Danach koennte sie sich als Retterin zu erkennen geben – “Timing” ist alles!

 



 

Karapatan”… – …bedeutet “Recht” und ist Name einer NGO (Non Government Organization), die sich angeblich fuer Menschenrechte einsetzt. Sie ist vor allem dafuer bekannt, ungeklaerte Todesfaelle in Auseinandersetzungen zwischen Armee und NPA (New People’s Army) als “Mord an unschuldigen Bauern” der Armee in die Schuhe zu schieben. Die Armee hatte „Karapatan“ als Front-Organisation der Kommunisten benannt. “Karapatan” bezeichnet die Vorwuerfe als “haltlos”.

Nun veroeffentlichte Generalmajor Antonio Parlade von der militaerischen Aufklaerung die Kopie eines Belegs, nach dem “Karapatan” 200 Tsd Peso Kaution am 7. Juli 2015 fuer den NPA-Kommandanten Zaldy Cañete, alias Jinggoy, hinterlegt hat. Cañete machte weiter Karriere in der NPA, bis er 2018 nach einem Feuergefecht verwundet in ein Hospital kam, wo er erneut verhaftet wurde.

Ich hoffe, dies und die anderen Dokumente, die die Armee an die EU und Belgien gegeben hat zu deren Audit von Spenden an derartige Organisationen, zeigen ebenso klar, wofuer “Menschenrechtler” in den Philippinen arbeiten.

 



 

Was hoert man von den 80%? – In seiner Kolumne in der “Times” beschrieb Rigoberto Tiglao gestern, dass “Rappler” einen Vorlaeufer hat, das PCIJ (Philippine Center for Investigative Journalism). Das PCIJ schrieb kritische Berichte ueber Gloria Macapagal Arroyo, es schrieb weit mehr kritische Berichte ueber Rodrigo Roa Duterte, nur ueber Benigno Aquino gibt es keinen einzigen kritischen Bericht, nicht mal, wie er Scarborough Shoal an China verlor, wie in Mamasapano 44 Elite-Polizisten massakriert wurden, wie er fuer 3 Mrd Peso Dengvaxia kaufte, das bisher zum Tod von 150 Kindern gefuehrt hat. Nun ist Tiglao eine einsame Stimme in den Philippinen. Im Ausland ist mehr los.

Am 9. und 10. April protestierte die ICHRP (International Coalition for Human Rights in the Philippines) gegen die Toetung von 14 Bauern in Negros Oriental. Ihr “fact-finding team” dokumentierte, dass maskierte Polizisten fehlerhafte Durchsuchungs-Befehle praesentierten, die Beschuldigten erschossen und Waffen und Munition plazierten, um die als Beweis der Widersetzung zu praesentieren. Die Proteste fanden statt in Vancouver, London, Washington, Montreal, Dakar, Bruessel, Riyadh, Rom, Soeul, Amsterdam, Sidney, Ottawa, Toronto, Tokyo, New York, Chiang Mai, Hong Kong, Negombo und Manila.

Am 8. und 9. April besuchte Maria Ressa die Princeton University, wo sie als Ehemalige freudig begrueszt wurde. Sie erlaeuterte den Studenten, wie autoritaere Regime wie Dutertes die Fundamente der Demokratie bedrohen: “Eine tausendmal erzaehlte Luege wird wahr. Wenn du der Demokratie das Herz ausreiszen willst, verfolge die Tatsachen. Das ist, was moderne Machthaber tun. Du luegst. Die ganze Zeit. Und dann sagst du, es seien deine Opponenten und die Journalisten die luegen.” In ihrem Schluss-Kommentar sagte sie: “Der Kampf fuer die Menschenrechte ist der Kern der liberalen Demokratie. Das ist kritisch fuer eure Zukunft. Ihr habt den Verstand, die Zeit und ich hoffe den Idealismus dafuer zu kaempfen. Mein Ueberleben in den Philippinen haengt ganz davon ab, wie wir dieses Licht leuchten lassen, und das wird von euch betrieben. Das ist der Grund, warum ich hierher kam. Vielen Dank. Dies hilft unserem Kampf.

Danach fuhr sie weiter zum 10ten Frauen-Weltgipfel in New York, wo sie vermutlich auch nichts anderes gesagt hat.

 



 

In Manila betont zur gleichen Zeit Senatorin Risa Hontiveros, dass die Einmischung von US-Senatoren in die Verfahren gegen Leila de Lima und Maria Ressa keine Einmischung in fremde Angelegenheiten sei, sondern es ginge um Menschlichkeit. Sie sagte das, nachdem die Senatoren Vicente Sotto, Panfilo Lacson und Gregorio Honasan die Einmischung der US-Senatoren zurueckgewiesen hatten.

Ich lass das mal so im Raum stehen und wiederhole meine Frage: was hoert man von den 80%?

Ressa hat Recht: “Eine tausendmal erzaehlte Luege wird wahr.” Ihre Luegen sind weltweit verbreitet, weil auszer einer Handvoll Zeitungen – vornehmlich die, die ich hier lese – jeder die Luegen von “Rappler”, von “PCIJ”, CMFR (Center for Media Freedom and Responsibility) und Vera Files uebernimmt und als lautere Wahrheit verkauft. Und das geht nach Mark Twain ganz schnell: “Die Luege ist schon um die Welt, wenn die Wahrheit sich noch die Schuhe anzieht.

Doch die 80% sagen einfach nichts, sie haben keine Stimme im Ausland, und das gefaellt mir nicht. Und es wird schlimmer, wenn Maria Ressa auch noch im Knast sitzt. Wie man an Leila de Lima sieht, ist das nachgerade das Siegel der Wahrheit. Ihre Anhaenger warten auf ihre Notizen aus Camp Crame, wie Glaeubige auf die Kommunion. Der christliche Westen hat eine morbide Vorliebe fuer Opfer, denen nimmt er alles ab. Mit Machern kann er nichts anfangen, denen glaubt er kein Wort. Das ist bloed, wenn die falschen Opfer die wahren Taeter sind.

Saysay sa adlaw – Kinahanglang kisamihan ang balay nga sin kay init. 

kinahanglan nga ~ kinahanglang brauchen, benoetigen + Verbinder, kisami Haengedecke + …han Z/M pass. kisamihan wird Haengedecke gemacht, ang best. Art.. balay Haus, nga Verbinder, sin Blech, kay weil, init heisz

Satz des Tages – Ein Haus mit Blechdach braucht eine Haengedecke weil es so heiss ist.

 



 

Gemaesz “PhilStar”, “Manila Times”, ”princeton.edu”, “Manila Bulletin” u.a.

 

Mein Name ist Heiko Eckard. Ich wurde 1946 in Werries – Deutschland – geboren, besuchte das Neusprachliche Gymnasium in Hamm, studierte Philosophie und Mathematik in Münster und arbeitete als Programmierer in München, Nürnberg und Fürth. Nach meiner Pensionierung ging ich 2011 mit meiner Frau Ofelia Villaflores Eckard in ihre Heimat, General Santos City – Philippinen. Auf dieser Seite beschreibe ich, was mir aus der philippinischen Presse ins Auge sticht.

Die Presseschau von Heiko Eckard wird mit seiner Einwilligung und Erlaubnis in den PHILIPPINEN NACHRICHTEN & MAGAZIN veröffentlicht.